Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 27.03.2020, aktuelle Version,

Nitsche (Adelsgeschlecht)

Die Familie Nitsche (sollen früher auch Nigsche oder auch Nicius geheißen haben) ist ein sowohl deutsches als auch österreichisches Adelsgeschlecht. Bereits im Jahr 1634 erhielten die Brüder Christoph und Abraham Nitsche, Herren auf Mengelsdorf und Nieder-Markersdorf bei Görlitz, durch Kaiser Ferdinand II. einen Wappenbrief für sich und ihre Nachkommen mit dem Namen Nitsche zu Görlitz verliehen.[1]

Nitsche (zu Görlitz)

Die gesicherte Stammreihe des evangelischen aus der Oberlausitz stammenden Familienzweiges beginnt mit dem kurfürstlich-sächsischen Hofrat Andreas Nitsche, Geburt urkundlich erwähnt 1731 zu Seidau bei Bautzen. Später verheiratet mit Marie von Soltikow (auch Soltikoff), Tochter des Michael Alexiewitz Graf Soltikow und ab 1776 Besitzer von Gut Löbensmüh. Das erste Diplom für den Reichsadelsstand erhielt Johann Georg Nitsche, k.k. Hofkammerrat und Herr auf Mengelsdorf und Nieder-Markersdorf, von Kaiser Karl VI. im Jahre 1715.[2][3] Ein erneutes Diplom für den Reichsadelsstand im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation erhielt am 2. November 1804 in Wels der Enkel des kurfürstlich-sächsischen Hofrat Andreas Nitsche, Dr. med. Andreas Nitsche, Herr auf Schadewalde und Marklissa in der Oberlausitz.[4][5] Dabei gehört die Familie Nitsche zu den Geschlechtern, welche bei der Erhebung in den Reichsadelsstand zu ihrem Namen keinen Namenszusatz erhalten haben. In Preußen und anderen Ländern wurden die Familienmitglieder unter dem Namen von Nitsche bzw. Edle von Nitsche geführt.[6][7][8] Erst die Familienzweige, welche später in den österreichischen Landen in den Adel aufgenommen wurden, haben entsprechende Prädikate und Namenszusätze zum Namen erhalten.[9] Seit dem Ende der Monarchien im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn werden von den Familienmitgliedern keine Prädikate und Namenszusätze mehr geführt, somit führen heute die Angehörigen aller Familienzweige nur noch den Namen Nitsche, was eine Zugehörigkeit zum Adel nicht offensichtlich macht.

Nitsche von Hohenplan

Edler Friedrich Nitsche von Hohenplan, Komtur des Franz Joseph-Ordens, Ritter der Eisernen Krone III. Kl., J. Dr., k&k Regierungsrat

Katholischer und lutherischer Familienzweig, dessen Stammvater Friedrich Nitsche von Hohenplan ist. Österreichischer Adelsstand mit dem Namenszusatz Edler von Hohenplan durch Adelsanerkennung am 28. Juli 1835 für Friedrich Nitsche, k&k Beamter in Innsbruck. Ein Adelsdiplom für den erblichen Adelsstand erhielt sein Sohn Dr. jur. Friedrich Nitsche, k&k Regierungsrat und Notar, Reichsrats- und böhmischer Landtagsabgeordneter, als Edler Nitsche von Hohenplan am 10. September 1909 in Wien.[10] Dieser erhielt für sein Engagement in Politik, Kultur und Gesellschaft viele Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderm erhielt er das Komturkreuz des Franz Joseph-Ordens und das Ritterkreuz III. Klasse des Ordens der Eisernen Krone.[11]

Nitsche von Wallwehr

Ritter August Nitsche von Wallwehr als k&k Oberst

Erst katholischer, dann lutherischer Familienzweig, dessen Stammvater August Nitsche von Wallwehr ist. August Nitsche, k&k Oberst in Preußen, erhielt am 16. Oktober 1851 damals noch als Major im 1. Artellerie-Regiment in Wien durch kaiserliches Diplom den österreichischen Ritterstand mit dem Namenszusatz von Wallwehr.[12][13] Ritter August Nitsche von Wallwehr erhielt den erblichen Ritterstand für sich und seine Nachkommen als Ritter des kaiserlichen Leopold-Ordens. Für Untertanen der von den Habsburgern regierten Ländern war bis 1884 durch Verleihung des Ritterkreuzes des Leopold-Ordens die Erhebung in den erblichen Ritterstand verbunden.

Wappen

Wappen Nitsche (zu Görlitz)

Wappen aus dem Jahr 1804: Gespalten, rechts in Gold ein rot bewehrter, schwarzer Adler mit goldener Halskrone, links in Rot ein goldener Löwe mit einem silbernen Anker in den Pranken. Auf dem Helm mit rechts rot-goldenen, links schwarz-goldenen Decken ein bekleideter Arm mit Säbel zwischen offenem, rechts goldenem, links schwarzem Fluge.[14][15]

Wappen Nitsche von Hohenplan

Abbildung Wappen der Nitsche Edle von Hohenplan

Wappen aus dem Jahr 1909: Geteilt, oben in Schwarz ein aufgeschlagenes Buch mit braunem Einband und rotem Schnitt, auf dessen weißen Blättern in goldenen Worten "VERUM ET JUSTUM" stehen, schräglinks überlegt mit einem gold begriffenem blanken deutschen Schwert, dessen Klinge die Inschrift "PRO PATRIA" trägt, unten in Gold 9 (4, 3, 2) gold besamte, grün bespitzte rote Rosen. Auf dem Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-goldenen Decken ein wachsender golden bewehrter rot bezungter schwarzer Adler.[16]

Wappen Nitsche von Wallwehr

Abbildung Wappen der Nitsche Ritter von Wallwehr

Wappen aus dem Jahr 1851: Geteilt, oben gespalten, rechts in Gold auf grünem Boden einwärts gekehrt ein roter Löwe, in der rechten Vorderpranke eine brennende Bombe tragend, links in Schwarz ein befruchteter natürlicher Lorbeerkranz, durch den 2 geschränkte silberne Turnierlanzen gesteckt sind, unten in Rot auf natürlichem Felsengrund eine von Palisaden umgebene, aus natürlichen Quadersteinen erbaute Festung. Zwei Helme, auf dem rechten mit rot-goldenen Decken der Löwe mit der Bombe wachsend, auf dem linken mit schwarz-silbernen Decken 3 (schwarz, silber, schwarz) Straußenfedern.[17][18]

Herrschaft Nitsche

Als Herrschaft Nitsche (Nietążkowo) wurde ein Gebiet bezeichnet, welches damals im Großherzogtum Posen, um die Stadt Schmiegel (heute polnische Woiwodschaft Großpolen) lag. Anfangs gehörte die Stadt Schmiegel selbst zur Herrschaft Nitsche. Die Herrschaft bestand aus den Gütern Nitsche, Wulsch, Alt-Boyen, Radomitz und Kuschen. Zudem gehörten noch die Dörfer Zirpe, Wiederowo, Smolno und Prauschwitz dazu, sowie eine große Waldfläche. Die Forsten standen jedoch unter herzoglicher Verwaltung. Insgesamt umfasste die Herrschaft Nitsche eine Fläche von 14.909 Morgen und sie zählte neben einem zentralen Wirtschafts- und Schlosshof auch viele Handwerksbetriebe.[19]

Heute

Heute leben die Nachkommen der einzelnen Familien in Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik und in Polen.

Bekannte Familienmitglieder

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 582.
  • Wappenbücher des Preußischen und des Böhmischen Adels. aus der Reihe des Siebmachers.

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher´s großes und allg. Wappenbuch, 3. Band Adel des Königreis Preußen, 1. Abteilung S. 281/T.332, 1857
  2. Neues deutsches Adelslexikon, 6. Band L-O S. 518, 1865
  3. Adelslexicon der Preußischen Monarchie, 2. Band L-S S.150–151, 1856
  4. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  5. Neues deutsches Adelslexikon, 6. Band L-O S. 518, 1865
  6. Adelslexicon der Preußischen Monarchie, 2. Band L-S S.150–151, 1856
  7. Geschichte der k.u.k. Wehrmacht in 5 Bänden, 1. Band S. 307 & 4. Band S. 469, 1898–1905
  8. Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918, S. 127, 2007
  9. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  10. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  11. Hof- und Staatshandbuch der Österreich-Ungarischen Monarchie, Landesbank des Königreichs Böhmen in Prag S. 920, 1918
  12. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  13. J. Siebmacher´s großes und allg. Wappenbuch, 4. Band Der böhmische Adel, 9. Abteilung S. 19/T.16, 1886
  14. J. Siebmacher´s großes und allg. Wappenbuch, 3. Band Adel des Königreis Preußen, 1. Abteilung S. 281/T.332, 1857
  15. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  16. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  17. Genealogisches Handbuch des Adels, Reihe Adelslexikon Band 9 (116 Gesamtreihe) S. 432 ff, 1998
  18. J. Siebmacher´s großes und allg. Wappenbuch, 4. Band Der böhmische Adel, 9. Abteilung S. 19/T.16, 1886
  19. Annalen der Landwirtschaft in den königlich preußischen Staaten, Präsidium des königl. Landes-Ökologogie-Kollegiums, Generalsäkretär C. v. Salviati, 46. Band s. 136 ff, 1865