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vom 15.12.2017, aktuelle Version,

Oskar Grünwald

Oskar Grünwald (* 6. Juli 1937 in Wien) ist ein österreichischer Manager. Er war hauptsächlich in der Verstaatlichten Industrie tätig.

Leben

Oskar Grünwald war bereits als Geltungsjude kategorisiert, seine arische Mutter Aloisia Pfitzner beantragte jedoch nach dem Tod seines jüdischen Vaters Wilhelm Grünwald eine Umstufung als Mischling. Grünwald war einer der wenigen Fälle, in denen dies auch gelang.[1] Grünwald studierte an der Hochschule für Welthandel in Wien und erwarb dort die Titel Diplomkaufmann und das Doktorat. Der engagierte Sozialdemokrat wurde Mitarbeiter von Eduard März in der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer Wien, wo er gemeinsam mit Ferdinand Lacina unter anderem eine große Studie über das Thema „Das Auslandskapital in der österreichischen Wirtschaft“ (Europaverlag, Wien 1970) verfasste. Nach etwa 10-jähriger Tätigkeit in der AK wechselte Grünwald für den Rest seiner beruflichen Laufbahn hauptberuflich in die ÖIAG, als deren Vorstandsvorsitzender er von 1978 bis 1986 tätig war. Anders als sein Vorgänger Franz Geist, der für die Verstaatlichten-Holding – vergeblich – ein Weisungsrecht gegenüber den einzelnen verstaatlichten Unternehmen forderte, versuchte Grünwald, mit der beschränkten gesetzlichen Rolle der ÖIAG auszukommen. In der großen Krise der Verstaatlichten Industrie von 1985 bis 1986 (Intertrading-Skandal, Bayou-Debakel der VÖEST etc.) unterstützte Grünwald die Reformlinie von Minister Lacina. Grünwald war auch nach der Übergabe des ÖIAG-Vorsitzes an Hugo Michael Sekyra in führenden wirtschaftlichen Funktionen tätig, etwa 18 Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates der OMV. Er fungierte auch als Honorarprofessor für Industriepolitik an der Technischen Universität Wien.[2]

Einzelnachweise

  1. „Mischehefamilien“ im NS-Regime auf orf.at vom 24. Jänner 2017
  2. Mitgliedsseite an der TU Wien