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vom 17.06.2016, aktuelle Version,

Otto Kähler (Generalmajor)

Otto August Johannes Kähler (* 16. Juni 1830 in Neuhausen; † 8. November 1885 in Konstantinopel) war ein preußischer Generalmajor und osmanischer Generalleutnant. Im Rahmen einer Militärmission zur Reorganisation des Osmanischen Heeres diente er später als Generaladjutant bei Sultan Abdul Hamid II.

Leben

Herkunft

Er war der Sohn des Pfarrers Siegfried August Kähler (1800–1895) und dessen Ehefrau Minna, geborene Fey († 1857).

Militärkarriere

Am 1. November 1848 begann Kähler seine militärische Karriere als Einjährig-Freiwilliger bei der 1. Pionierabteilung der Preußischen Armee in Königsberg. Später wechselte er zu Kavallerie und wurde am 13. April 1852 im Dienst des 1. Dragonerregiments in Tilsit zum Sekondeleutnant befördert. Zwischen 1856 und 1859 besuchte er die Allgemeinen Kriegsschule. So wurde er Regimentsadjutant und war ab 1861 im Topografischen Büro des Großen Generalstabes in Berlin tätig. Ende 1864 besetzte er einen Posten als Adjutant der 12. Division in Neisse. Im Jahr 1866 wurde er im Preußisch-Österreichischen Krieg als Rittmeister in Böhmen eingesetzt. Nach Kriegsende wurde er Eskadronchef im 2. Schlesischen Dragonerregiment in Oels.

Im Deutsch-Französischen Krieg diente er als Generalstabsoffizier der 2. Kavalleriedivision unter Generalleutnant Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode. Nach Kriegsende war er als Generalmajor wieder im Großen Generalstab tätig. In dieser Zeit hielt er neben seinen Schreibtätigkeiten Vorträge an der Allgemeinen Kriegsschule über seine Erfahrungen und Erkenntnisse in der kavalleristischen Kriegsführung. Ab 1876 war er Kommandeur des 2. Schlesischen Husaren-Regiments Nr. 6. Nach den vielen Jahren in Berlin wohnte er von nun an in Neustadt.

Ab 1882 trat er mit drei weiteren preußischen Offizieren als militärischer Berater in die Dienste des Sultans Abdul Hamid II. Er wurde in Konstantinopel zur Reorganisation und Modernisierung des Osmanischen Heeres eingesetzt. Seine Reformvorschläge ließen sich jedoch durch inneren Widerstand, Korruption und sprachlichen Verständigungsproblemen nicht umsetzen.

Kähler verstarb am 8. November 1885 nach kurzer Krankheit in Konstantinopel.

Schriften

  • Einhundertundfünzig Jahre aus der Geschichte des königlich Preußischen Litthauischen Dragoner-Regiments Nr. 1 (Prinz Albrecht von Preußen) seit seiner Errichtung am 1. Mai 1717 bis zur Gegenwart. Berlin 1867.
  • Erlebnisse des Regiments im Feldzuge von 1866 gegen Österreich. Berlin 1869.
  • Die Reiterei in der Schlacht von Bionville und Mars-la-Tour am 16. August 1870. Berlin 1874.
  • Seydlitz in seiner Bedeutung für die Reiterei von sonst und jetzt. In: Militär-Wochenblatt. Berlin, 1871.
  • Die preußische Reiterei von 1806 bis 1876 in ihrer inneren Entwicklung. Berlin 1879.

Literatur

  • Jan Christoph Reichmann, „Tapfere Askers“ und „Feige Araber“. Der osmanische Verbündete aus der Sicht deutscher Soldaten im Orient 1914-1918, diss. phil. Münster 2009, S. 49ff (PDF; 2,9 MB der Universitäts- und Landesbibliothek Münster); (Digitalisat (Memento vom 14. Mai 2014 im Internet Archive))
  • Genealogie der Familie Kähler