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vom 10.03.2017, aktuelle Version,

Ottokar Janetschek

Grabmal am Friedhof in Perchtoldsdorf

Ottokar Janetschek (* 30. April 1884 in Heiligenkreuz, Niederösterreich; † 27. September 1963 in Wien-Mariahilf) war Bahninspektor und Schriftsteller.

Leben und Wirken

Ottokar Janetschek stammt aus Heiligenkreuz. Sein Vater war Schmiedemeister in einem Haus unweit vom Stift gelegen, das heute noch steht und als Alte Schmiede (Hausnummer 22) bekannt ist. Die Schule besuchte er als Sängerknabe im Stift Heiligenkreuz, wo er maturierte. Im Zuge seiner musikalischen Ausbildung erlernte er auch Violine und Orgel. Das Jusstudium an der Wiener Universität absolvierte er berufsbegleitend zu seiner Tätigkeit bei der Bundesbahn. In der Zwischenkriegszeit avancierte er vom Bahnbeamten zum Bundesbahn-Zentralinspektor.

Seine Schriftstellerei geht auf ein Zusammentreffen mit Peter Rosegger 1906 am Semmering zurück. Mitte der 1920er Jahre begann er neben seiner Eisenbahnertätigkeit eine Tätigkeit bei Zeitungen. Als Schriftsteller publizierte er 18 biografische und historische Romane. Der berühmteste Roman, der heute noch aufgelegt wird, ist Der Raxkönig: Er schildert Georg Hubmer heroisierend als Holzfäller und Schwemm-Meister. Hubner, der erst nach dem Erfolg des Janetschek Romans als Raxkönig bekannt wurde, war für die Errichtung einer evangelischen Schule und Kapelle verantwortlich und in diesem Zusammenhang ein besonders sozial-gesinnter Arbeitgeber für Hunderte von Arbeiterfamilien.

Janetschek heiratete die Offizierswitwe Irene Borst und ließ sich 1938 in Perchtoldsdorf nieder. Er starb in Wien und wurde in Perchtoldsdorf begraben.

Werke

  • Mozart, ein Künstlerleben (1924)
  • Der Titan (Beethoven; 1927)
  • Schuberts Lebensroman (1928)
  • Der Herzog von Reichstadt (1929)
  • Der Napoleonbauer (1930; Semmeringbahn)
  • Kaiser Franz Josef (1949)
  • Der König und sein Meister (1952)
  • Die Primadonna (1955).

Auszeichnungen

Würdigung

Nachdem ein Teil seiner Romane an seinem letzten Wohnort in Perchtoldsdorf (Dr. C. Pirquet-Straße 44) entstand, wurde 1978 eine eigene Straße nach ihm benannt.[1]

Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987

Einzelnachweise

  1. Christine Mitterwenger/Gregor Gatsch Riedl: Perchtoldsdorfer Straßenlexikon, 2004, ISBN 3 901 316 20 5, S. 74
  Commons: Ottokar Janetschek  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien