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vom 01.01.2017, aktuelle Version,

Pellendorf (Gemeinde Himberg)

Pellendorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Pellendorf
Pellendorf (Gemeinde Himberg) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bruck an der Leitha (BL), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Himberg
Koordinaten 48° 5′ 56″ N, 16° 27′ 18″ O
Höhe 164 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 480 (2001)
Gebäudestand 329 (2001)
Fläche d. KG 6,38 km²
Postleitzahl 2325 Himberg
Vorwahl +43/02235f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06717
Katastralgemeinde-Nummer 05216
Zählsprengel/ -bezirk Pellendorf (32406 004)
Ehem. Gemeinde bis 1. Jänner 1972
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

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Pellendorf ist ein Ort und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Himberg in Niederösterreich (Bezirk Bruck an der Leitha).

Geschichte

1091–1563

Nach einer Traditionsnotiz des Benediktinerstiftes Göttweig noch vor dem Jahre 1091 widmete die Edle Bertha diesem Stift ad Pellindorph mansons IV liberales (vier Freihufen, ein Ackerland von circa 150 Joch). Diese Stiftung erfolgte zum Seelenheil ihres verstorbenen Gatten Albuiers. Obwohl diese Notiz keine Zeitangabe aufweist, ist diese Widmung offenbar identisch mit der Bestätigungsurkunde König Heinrichs V. vom 6. September 1108.

Urkundlich wurde Pellendorf zum ersten Mal im Jahr 1108 erwähnt, wobei der Ortsname seit frühester Zeit in verschiedenen Schreibweisen, und zwar als Pellindorf, Pellindorph, Pöllndorf aufscheint.

Um 1429 soll der Ort den Ebersdorfern zu Ebersdorf (heutiges Wien-Kaiserebersdorf) gehört haben.[1]

Zufolge einer Beschreibung im Urbar Himberg aus dem Jahre 1499 war auch dieses Dorf ganz verödet und unbewohnbar – eine Folge der ständigen Einfälle aus dem Osten. Nach der Ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1529 wird Pellendorf mit italienischen Ansiedlern wieder bevölkert.

Da die Steuerleistung immer mehr abnahm stoppte man den Zuzug aus Italien und betrieb die Wiederbestiftung der Höfe durch deutsche Bauern. Von den insgesamt 22 behausten Gütern befanden sich Mitte des 16. Jahrhunderts elf Höfe in italienischen Händen. Eine Eintragung im Vizedomischen Hauptbuch aus dem Jahre 1563 nennt erstmals die Namen von zwölf Bauern aus Pellendorf im Zusammenhang mit der Heueinbringung für die landesfürstlichen Stallungen in Wien.

1576–1710

Ab 1576 bemühten sich mehrere Adelige um die Übertragung der Lehnsrechte für diesen Ort. Diese wurden jedoch abgelehnt, weil der Landesfürst aus Pellendorf für die „Jagerei und den Hofstall“ wichtige Nutzungen und Naturalleistungen genoss.

Das Jahr 1591 bringt die ersten genauen Angaben über Pellendorf. Aufzeichnungen werden angeordnet. Nach diesen Aufzeichnungen gehörte Pellendorf mit „22 urbar höldten“ (untertänige Holden) in das vizedomische Urbar. Der Ort gehörte dem Landesfürsten. Im Jahre 1661 wird Pellendorf dem Grafen Franz Bernhard von Urschenbeck (1616–1672), kaiserlicher Kämmerer und Obrist-Hoffalkenmeister unter Ferdinand III. als Gegenleistung für treuen Dienst als pfandweisen vererblichen Besitz überlassen. Pellendorf erleidet 1683 durch die Zweite Wiener Türkenbelagerung schwere Schäden an Mensch und Gebäude.

1710–1938

Nach mehrfachem Besitzwechsel wird die Herrschaft Pellendorf im Jahre 1710 von Konstantin Joseph von Gatterburg (1678–1734) erworben, der den Ort mit der Herrschaft Zwölfaxing vereinigt. Das Gut Pellendorf wird nach mehrmaligen Besitzwechsel schließlich erworben von Anton Dreher, dem Besitzer der Brauerei Schwechat.

1938–1972

Die größte verwaltungsmäßige Veränderung brachte für die Gemeinde Pellendorf auch die mit 15. Oktober 1938 erfolgte Eingemeindung nach Groß-Wien. Der Ort gehörte bis zur erfolgten Ausgemeindung mit 30. August 1954 zum damaligen XXIII. Wiener Gemeindebezirk Schwechat und damit während der 16 jährigen Zugehörigkeit zur Stadt Wien zum lokalen Amtsbereich der Amtsstelle Himberg. Aufgrund des NÖ Kommunal-Strukturverbesserungsgesetzes vom 19. Dezember 1970 wurde der Ort Pellendorf mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1972 zwangsweise mit der Marktgemeinde Himberg vereinigt. Der letzte Bürgermeister von Pellendorf war Johann Prendl.

1972 bis Heute

Am 8. Juni 2008 feierte Pellendorf „900 Jahre Pellendorf“ und „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Pellendorf“.

Sehenswürdigkeiten

  • Glockenturm: Da in Pellendorf früher keine Kirche bestand wurde mitten im Ortsgebiet zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt ein hölzerner Glockenturm zwischen den Häusern Lanzendorferstraße 3 und Lanzendorferstraße 5 errichtet.
  • Leonhardkapelle: Nach Ausbruch der Rinderpest 1851 wurde vom Bürgermeister Leopold Andrä der Vorschlag gemacht eine dem heiligen Leonhard von Limoges gewidmete Kapelle, zu erbauen.
  • Mariensäule: eine Pietà, hat ihren Standort neben dem Ortsfriedhof. Diese Säule stand in einem Feld und wurde mit Zustimmung des Bundesdenkmalamtes 1964 nach der Restaurierung an den Straßenrand aufgestellt. 1969 wurde die Säule am jetzigen Standort beim Friedhof aufgestellt. Laut Verordnung des Bundesdenkmalamtes steht diese Säule unter Denkmalschutz. Schlanke vierkantige Steinsäule mit Pieta.
  • Kreuzsäule: Denkmalgeschützte Steinsäule mit Kleeblattkreuz. Diese steht auf der Kreuzung der Hintausstraße Spannheide und der Siedlungsstraße Am Sportplatz.
  • Schutzengelsäule: hat ihren Standplatz am linken Straßenrand der Landesstraße Pellendorf nach Lanzendorf nach der Mitterbachbrücke.
  • Schwinghammersäule: Sie befindet sich in der Gemeindestraße Am Kellerberg vor dem Haus Nr. 17 und besteht bereits seit dem Jahre 1647. Die Säule steht lauf Verordnung des Bundesdenkmalamtes vom 15. Jänner 2002 unter Denkmalschutz.
  • Franz-Schubert-Denkmal: Dieses Denkmal zur Erinnerung an den berühmten Wiener Liederfürsten Franz Schubert wurde im Jahre 1928 vor dem Gasthaus Schwarz aufgestellt und wegen der Neugestaltung des Platzes vor diesem Gasthaus in den Park zu Beginn der Franz- Andre-Straße verlegt und anlässlich der 900-Jahr Feier im Jahr 2008 an seinen jetzigen Standort bei der Leonhardkapelle verlegt.
  • Jubiläumsbrunnen: Zur Erinnerung an die Feier 900-Jahre Pellendorf und 100-Jahre Feuerwehr Pellendorf wurde im Jahre 2008 ein Brunnen bei der Leonhardkapelle aufgestellt.

Literatur

  • Josef Past: Chronik der Marktgemeinde Himberg. 1994
  • Franz Kowatschek: Pellendorfer Chronikblätter 1997 - 2005, Heimatbuch 900 Jahre Pellendorf, 100 Jahre Feuerwehr Pellendorf. 2008

Einzelnachweise

  1. Diese besassen zu der Zeit Ebersdorf, Parz (abgekommen), Rauchenwarth, Pellendorf und anderes; nach Wissgrill 1, II, S. 315; Angabe bei Stephan Neill: Versuch einer Topographie der verschollenen Ortschaften im Viertel unter dem Wienerwalde. In: Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich und Wien, N.F., 16. Jg., 1882, Parz, S. 199 und Fußnote 1 (S. 198–200, ganzer Artikel S. 148–236; eReader, archive.org, dort S. 208).