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vom 29.06.2016, aktuelle Version,

Peter Koller (Architekt)

Sonderstempel zum 70. Stadtgründungstag Wolfsburgs mit Bild des Stadtplaners Peter Koller und des zentralen Gebäudes im Steimker Berg

Peter Koller (* 7. Mai 1907 in Wien; † 2. Mai 1996 in Wolfsburg) war ein österreichisch-deutscher Architekt und Stadtplaner, der maßgeblich an Planung und Bau der Stadt Wolfsburg beteiligt war.

Leben

Peter Koller studierte von 1925 bis 1928 an der Technischen Hochschule Wien, wechselte dann für ein Wintersemester an die Technische Hochschule Berlin, ehe er nach Wien zurückkehrte und die Diplom-Hauptprüfung im Fach Architektur ablegte. Anschließend absolvierte er im Jahre 1929 ein weiteres Studienjahr in Berlin, wobei er Albert Speer kennenlernte.

Zwei Jahre lang war Koller beruflich in Deutschland tätig, ehe er 1931 zunächst nach Österreich zurückkehrte. Seit 1931 gehörte Koller der NSDAP an.[1] Von 1933 an arbeitete Koller mit nur kurzen Unterbrechungen als Architekt für verschiedene deutsche Behörden.

Hauptartikel: Koller-Plan

Ende 1937 wurde er mit der Planung der Stadt des KdF-Wagens betraut. Im Frühjahr 1938 legte er den Entwurf vor, der nach einigen Änderungen zugunsten von Adolf Hitlers Gestaltungswünschen zur Grundlage für den Bau der neuen Stadt wurde. Koller wurde von Generalbauinspektor Speer[2] zum Chef des Stadtbaubüros ernannt und behielt diese Stellung bis 1942, als die Bauarbeiten wegen des Zweiten Weltkriegs weitgehend zum Erliegen kamen. Er meldete sich freiwillig zur Wehrmacht und geriet am 24. Dezember 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er im November 1945 entlassen wurde.

Bis 1948 arbeitete Peter Koller im Architekturbüro seines früheren Mitarbeiters Titus Taeschner und machte sich dann selbstständig. In der Folgezeit war er vorwiegend mit Projekten in Wolfsburg und Umgebung betraut. 1955 wurde er zum Stadtbaurat von Wolfsburg ernannt und leitete in dieser Position die weitere Stadtentwicklung, bis er 1960 als ordentlicher Professor an die Technische Universität Berlin berufen wurde.

1972 zog Koller sich nach Österreich zurück, behielt aber eine Wohnung in Wolfsburg, wo er 1996 starb.

Koller war verheiratet und hatte neun Kinder.[3] Sein Sohn Peter Koller wirkte ebenfalls in Wolfsburg als Architekt.

Auszeichnungen

Realisierungen

Literatur

  • Nicole Froberg: „Ein Mann der Rede und der Feder“. Peter Koller, Architekt und Stadtplaner Wolfsburgs. Reihe: Texte zur Geschichte Wolfsburgs, 31. Stadt Wolfsburg, 2007 (Stadtarchiv).
  • dies.: Wolfsburg. Einsatz qualitätsvoller Architektur als Markenzeichen einer Stadt, in BDA in Niedersachsen, BdA, Jahrbuch 2006, Hannover. S. 49–57.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Promotionsprojekt von Marcel Glaser zu Koller an der Universität Kassel, abgerufen am 29. Juni 2016
  2. Annette Harth, Ulfert Herlyn, Gitta Scheller, Wulf Tessin: Stadt als Erlebnis. Wolfsburg: zur stadtkulturellen Bedeutung von Großprojekten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 353116984X, S. 23. Im Online-Handel lesbar
  3. Beitrag seines Nachfolgers Sigurd Trommer im Ausstellungskatalog des DHM in Berlin, abgerufen am 29. Juni 2016
  4. nach unten scrollen. Begleittext zur Ausstellung im Sprengel-Museum bis März 2013. Nach dsb., Wenn Gesinnung Form wird. Eine Essaysammlung zur Nachkriegsarchitektur der BRD. Scriptor, Leipzig 2012 ISBN 3940064564