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vom 09.02.2020, aktuelle Version,

Peter Weinhäupl

Peter Weinhäupl (* 1962 in Vöcklabruck) ist ein österreichischer Kulturmanager und Vorstandsvorsitzender der Klimt-Foundation.

Leben

Weinhäupl studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien (Mag. rer. soc. oec.), parallel dazu absolvierte er ein Teilstudium der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Nach seiner Tätigkeit als Regionalplaner (Spezialgebiete: EU-Regionalstudien, Fördergebiete, Tourismus- und regionale Museumsprojekte) wurde er im Jahr 2000 als Kulturmanager ans Leopold Museum Wien berufen, wo er gemeinsam mit Christian Meyer (Arnold Schönberg Center) die finale organisatorische Planung des Museumsbetriebes verantwortete. Ab 2003 leitete er als Managing Director und Marketingchef gemeinsam mit Rudolf Leopold (Museologischer Direktor) das Leopold Museum, welches sich rasch zu einem der bedeutendsten internationalen Museen entwickelte. Die Londoner Times zählte das Leopold Museum in einem Ranking bereits 2013 zu den bedeutendsten Museen der Welt (Rang 40). Nach 15 Jahren Museumsbetrieb wechselte Weinhäupl im Jahr 2015 als Vorstandsvorsitzender und operativer Direktor in die von ihm mitbegründete Klimt-Foundation.

Kulturelle Aktivitäten

Im Jahr 2001 erwarb und rettete Weinhäupl ein Industriedenkmal, die 1922/23 errichtete »Kohlebrech- und Sortieranlage« in der Marktgemeinde Wolfsegg am Hausruck (Ortsteil Kohlgrube), vor dem Verfall. Wolfsegg ist unter anderem als Literaturschauplatz weltberühmter Romane Thomas Bernhards bekannt (u. a. "Der Italiener", 1967 und "Auslöschung. Ein Zerfall", 1986). Im Rahmen des neu gegründeten "Kunstraum Kohlgrube" war das gemeinsam mit Architekt Wolfgang Weinhäupl eingereichte Kunstprojekt "Anwachsen" Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung des Festival der Regionen 2003. In der Folge wurden am historischen Industrieareal die Franzobel-Stücke "Hunt" und "Zipf" im Rahmen des »Theater Hausruck«, bei dem Weinhäupl zeitweise als Vorstandsmitglied fungierte, uraufgeführt (2-facher "Nestroy-Preis" unter Regie von Georg Schmidleitner).

Weinhäupl war von 2008-2014 Vorstandsmitglied im österreichischen Nationalkomitee des internationalen Museumsrates ICOM. Als Direktor des Leopold Museums war er Kurator und Co-Kurator zahlreicher Ausstellungen im Leopold Museum, u. a. der permanenten Präsentation »Wien 1900« / Joseph Maria Olbrich / Jugendstil Pur! Josef Maria Auchentaller / Alberto Giacometti. Pionier der Moderne und "Klimt-persönlich".

Er war als Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Vereins »Gedenkstätte Gustav Klimt« wesentlich an der Rettung des letzten Ateliers des Künstlers beteiligt. 2003 konzipierte er federführend den Gustav Klimt-Themenweg am Attersee. 2005 wurde auf seine Initiative und Planung die bis heute bestehende Rekonstruktion der Klimtschen Fakultätsbilder im Festsaal der Universität Wien verwirklicht. Es folgten die inhaltliche Konzeption und Umsetzung des Gustav Klimt Zentrums am Attersee (2012), deren Errichtung u. a. vom Bundesministerium für Tourismus und dem LEADER-Programm der EU gefördert wurde. Der saisonelle Betrieb dieses Klimt-Dokumenatationszentrums (rund 12.000 Besucher jährlich) wird seit 2015 von der Wiener Klimt-Foundation ermöglicht.

Weinhäupl gilt auch als Experte des ehemaligen Österreichischen Küstenlandes, er ist Herausgeber zahlreicher kulturhistorischer Bände, u. a. der ersten großen deutschsprachigen Monografien über die Hafenstadt Triest (2018) oder das Seebad Grado (2017).

Schriften (Auswahl)

  • Gustav Klimt, Florale Welten, Hg.: Peter Weinhäupl / Sandra Tretter, Klimt-Foundation, Brandstätter Verlag, Wien 2
  • Triest – Der Hafen Mitteleuropas, Hg.: Peter Weinhäupl, Brandstätter Verlag, Wien 2018
  • Grado – Der Strand Mitteleuropas, Hg.: Peter Weinhäupl, Brandstätter Verlag, Wien 2017
  • Gustav Klimt, Emilie Flöge, Hg.: Peter Weinhäupl / Sandra Tretter, Klimt-Foundation, Brandstätter Verlag, Wien 2016
  • Gustav Klimt, Sommerfrische am Attersee, Hg.: Peter Weinhäupl / Sandra Tretter, Klimt-Foundation, Brandstätter Verlag, Wien 2015
  • Gustav Klimt, Atelier Feldmühlgasse 1911-18, Hg.: Peter Weinhäupl / Sandra Tretter / Georg Becker / Felizitas Schreier, Klimt-Foundation, Brandstätter Verlag, Wien 2014
  • Chiffre: Sehnsucht – 25, Gustav Klimts Korrespondenz an Maria Ucicka 1899-1916, Hg.: Peter Weinhäupl / Sandra Tretter, Klimt-Foundation, Brandstätter Verlag, Wien 2014
  • Trotzdem Kunst: Österreich 1914-1918, Ausstellungskatalog, Hg: Peter Weinhäupl / Elisabeth Leopold / Ivan Ristic / Franz Smola, Leopold Museum – Wien 2014
  • Klimt persönlich. Bilder – Briefe – Einblicke, Ausstellungskatalog, Hg: Peter Weinhäupl / Tobias Natter / Franz Smola, Brandstätter Verlag, Wien 2012
  • Wien 1900 in der Sammlung Leopold, Hg: Peter Weinhäupl / Diethard Leopold, Brandstätter Verlag, Wien 2009