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vom 28.03.2018, aktuelle Version,

Petrus Klotz

Petrus II. Klotz OSB (bürgerlicher Name Karl Klotz, * 9. April 1878 in Kaltern, Südtirol; † 6. Oktober 1967 in Wien) war Erzabt des Benediktinerstiftes Sankt Peter in Salzburg und Reiseschriftsteller.

Leben

Karl Klotz trat im Jahr 1898 als Mönch in das Benediktiner-Stift Sankt Peter (Salzburg) ein, wo er den Ordensnamen Petrus erhielt. Er studierte Philosophie und Theologie. Am 22. September 1901 empfing er die Priesterweihe durch Kardinal-Erzbischof Johannes Baptist Katschthaler. Von 1912 bis 1916 unternahm er eine Weltreise, bei der er 200 000 km zurücklegte. Seine Erfahrungen kommunizierte er in vielen Vorträgen und in sieben Büchern (u. a. An fremder Welten Tor, Was ich unter Palmen fand). 1922 wurde Pater Petrus zum 83. Abt von St. Peter gewählt. 1925 wurde Klotz zudem zum Abtpräses der Benediktinerkongregation vom Hl. Joseph gewählt.

Kruzifix von Jakob Adlhart im Kolleg St. Benedikt

In Erinnerung an die alte Salzburger Benediktineruniversität bemühte sich Abt Petrus II. um die Wiedererrichtung einer katholischen Universität in Salzburg. 1926 führte dies zur Gründung des Studienkollegs der Benediktiner, des Kollegs St. Benedikt, durch eine Konföderation aller deutschsprachigen Benediktinerklöster. Um die Studenten unterzubringen, wurde 1924–1926 ein dritter Klosterhof in der Abtei St. Peter geschaffen; die Pläne dazu stammten von dem deutschen Architekten und Designer Peter Behrens. Der Hof des Baus wurde durch Fresken von Anton Faistauer geschmückt, in der Eingangshalle befindet sich das bekannte Kruzifix von Jakob Adlhart aus Lindenholz. Diese Leistung, die dann in weiterer Folge zur Wiederbegründung der Universität Salzburg führen sollte, wurde 1927 vom Papst durch die Erhebung des Stiftes St. Peter zur Erzabtei gewürdigt, womit Petrus Klotz zugleich 1. Erzabt von St. Peter wurde. Allerdings kam es durch diesen Bau zu beträchtlichen finanziellen Schwierigkeiten des Klosters, das mit 3 Mio. Schilling Schulden kurz vor dem Konkurs stand. Für die Gründung einer gesamtdeutschen katholischen Universität in Salzburg hatten sich zwar alle deutschsprachigen Benediktinerabteien zusammengeschlossen, für die Baukosten haftete aber allein die Abtei St. Peter. Nach einer päpstlichen Visitation 1931 trat Petrus Klotz als Abt zurück, sein Nachfolger Jakob Reimer musste Grundstücke und Kunstschätze des Klosters verkaufen, um die Schulden abzudecken (erst auf Wunsch des Papstes musste 1934 auch die Konföderation der Klöster einen Teil der Kosten übernehmen). Petrus Klotz lebte danach hauptsächlich in Wien.

Petrus Klotz hat viele große Reisen unternommen und über seine Erfahrungen geschrieben. Er war zudem einer der Initiatoren der Salzburger Hochschulwochen. Seit 1926 war er Mitglied der KDB Vindelicia zu Salzburg im RKDB (heute im ÖCV). [1]

Klotzbankl mit Blick auf den Kalterer See

An Petrus Klotz erinnert eine von dem Bildhauer und Medaillieur Theodor Georgi geschaffene Medaille. Auf deren Vorderseite befindet sich ein Porträt von Thomas Klotz mit der Umschrift PETRVS ABB. S. PETRI SALISBVRG (übersetzt: Petrus Abt von Sankt Peter in Salzburg Erbauer). Auf der Rückseite befinden sich drei Wappenschilde, rechts das Wappen des Stifts St. Peter, links das Wappen des Abtes, mittig der Kolleghof mit der Festung Hohensalzburg, darunter das Datum der Einweihung und drei weitere Zeilen: MCMXXVI/ KAL. MAII / I. + INAVG. SOLL. COLLEG. BENEDICT. AD S. PETR. SALISBURG (übersetzt Feierliche Einweihung des Collegium Benedictinum bei St. Peter in Salzburg).[2]

Weiteres erinnert in Kaltern in Südtirol, seinem Geburtsort, das sogenannte "Klotzbankl" (eine Holzbank mit der Inschrift "1901 Dr. Petrus Klotz 1951") an ihn, ein idyllischer Aussichtspunkt im Altenburger Wald mit Blick auf den Kalterer See und Umgebung. Das war einer seiner Lieblingsplätze und dorthin zog er sich oft zurück, um nachzudenken.

Klotzbankl mit der Inschrift "1901 Dr. Petrus Klotz 1951"

Publikationen

  • Was ich unter Palmen fand. Aus dem Skizzenbuch eines Orientfahrers, Herder: Freiburg im Breisgau 1911.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Fritz Aldefeld (Hrsg.): Gesamt-Verzeichnis des R.K.D.B. Neuß 1931.
  2. Christoph Mayrhofer (2017). Medaillenporträts zweier Benediktiner. Salzburg Museum, 30. Jahrgang, April 2017, Blatt 348.
Vorgänger Amt Nachfolger
Willibald Hauthaler Abt des Stiftes Sankt Peter
19221931
Jakob Reimer
Willibald Hauthaler Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation vom Hl. Joseph
19251930
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