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vom 16.11.2016, aktuelle Version,

Pfarrkirche Deutschlandsberg

Kath. Pfarrkirche Allerheiligen in Deutschlandsberg

Die römisch-katholische Pfarrkirche Deutschlandsberg steht in der Kirchengasse in der Stadtgemeinde Deutschlandsberg in der Steiermark. Die auf das Fest Allerheiligen geweihte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Deutschlandsberg in der Diözese Graz-Seckau. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Ursprünglich stand eine zwischen 1383 und 1394 von Albrecht dem Schneider erbaute Kapelle auf dem Platz der heutigen Kirche. 1643 wurde Deutschlandsberg zu einer eigenständigen Pfarre erhoben. Die heutige Kirche wurde ab 1688 von Jakob Schmerlaib errichtet und am 5. Oktober 1704 geweiht. Im Jahr 1980 wurde das Innere der Kirche restauriert.[1][2]

Beschreibung

Die Kreuzgruppe an der Außenmauer

Das Äußere der Wandpfeilerkirche ist durch in den Putz geritzte Pilaster gegliedert. Der Kirchturm befindet sich westlich der schmucklosen Südmauer der Kirche. Sein Unterbau ist gotisch und sein Obergeschoss sowie der im Jahr 1868 aufgesetzte Spitzhelm sind neogotisch. Weiters befindet sich eine am Ende des 18. Jahrhunderts möglicherweise von Josef Pogner gefertigte, figürliche Kreuzgruppe an der Außenmauer der Kirche.[1][2]

Das vierjochige Langhaus mit insgesamt acht Seitenkapellen und darüber liegenden Emporengängen geht übergangslos zum zweijochigen Chor mit Halbkreisschluss über. Sowohl das Langhaus als auch der Chor werden von einem auf Wandpfeilern sitzenden Kreuzgewölbe mit Gurtbögen überspannt. Die beiden Buntglasfenster des Chores stammen aus der ehemaligen Gruftkapelle der Liechtensteiner in Wies. Die Sakristei sowie das Oratorium sind seitlich an den Chor angebaut und über Treppen erreichbar. Im südlichen Teil des Langhauses befindet sich eine dreiachsige Empore.[1]

Der barocke Hochaltar wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts aufgestellt und sein Altarblatt zeigt eine Allerheiligendarstellung. Das freistehende Tabernakel stammt aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die Altäre der barocken Seitenkapellen stammen aus dem Ende des 17. und Beginn des 18. Jahrhunderts. Auf dem Marienaltar steht eine um 1670/80 gefertigte Marienstatue. Der laut einer Inschrift auf der Predella von Matthias Märchl gefaßte Aloysiusaltar wurde im Jahr 1732 und der Vierzehnnothelferaltar im Jahr 1734 aufgestellt. Das Altarbild des Antoniusaltars wurde 1702 von Franz Stainpichler gemalt, welcher auch den Großteil der restlichen Altarbilder anfertigte. Der Ölbergaltar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Auf einem weiteren Altar befindet sich eine Darstellung der Pietà und der Schächer am Kreuz. Die barocke Kanzel stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts, und die ursprünglich aus der Filialkirche St. Ulrich am Ulrichsberg stammende Orgel wurde im Jahr 1740 aufgestellt. 1875 wurde durch den damals neu ernannten Pfarrer und Dechant August Bossi nach einem Vandalenakt eine neue Orgel in Auftrag gegeben und 1875 eingeweiht.[3] Sie wurde 1967 restauriert. In den Jahren ab 1875 wurde die Kirche auch in anderen Teilen grundlegend renoviert (Ausbesserung der Altäre, neue Turmuhr, Hochaltar 1882, Kirchenboden 1884 usw.). Eine neuerliche Generalrenovierung fand 1892/93 statt, die Kirchenbänke stammen aus dieser Zeit. 1889 wurden die Lindenbäume vor der Kirche gepflanzt.[3] An der westlichen Kirchenwand hängt ein spätgotisches Kruzifix, welches aus dem aufgelassenen Dominikanerinnenkloster in Radlje ob Dravi stammt. Weiters befinden sich in der Kirche im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts gemalte Bilder der Apostel sowie ein Grabstein aus dem Jahr 1752.[1][2]

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 69–70.
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Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 69–70.
  2. 1 2 3 Pfarrkirche Deutschlandsberg. www.deutschlandsberg.graz-seckau.at, abgerufen am 3. August 2012 (deutsch).
  3. 1 2 Gerhard Fischer: 140. Jahrestag des Amtsantritts von Dechant Bossi und 110. Sterbetag. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 35, Jahrgang 2014 (29. August 2014), 87. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2014, S. 2.