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vom 28.05.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Dornbirn-St. Martin

Katholische Pfarrkirche hl. Martin in Dornbirn
Innenansicht der Stadtpfarrkirche mit Blick zum Chor

Die römisch-katholische Pfarrkirche Dornbirn-St. Martin (auch: Marktkirche oder Pfarrkirche Dornbirn-Markt) steht im zentralen Stadtteil Markt in der Gemeinde Dornbirn im Bezirk Dornbirn in Vorarlberg. Sie ist dem heiligen Martin geweiht und gehört zum Dekanat Dornbirn in der Diözese Feldkirch. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.[1]

Lagebeschreibung

Die Kirche steht im zentralen Stadtteil Markt am Marktplatz.

Geschichte

Mit dem Jahre 1266 ist ein Pfarrer nachweisbar und mit dem Jahre 1401 ist eine Kirche beurkundet. Nach einem Brand wurde die Kirche in den Jahren 1669 bis 1670 vergrößert und barockisiert. In den Jahren 1751 bis 1753 wurde ein Neubau nach den Plänen von Kaspar Koller errichtet. In den Jahren 1839 bis 1840 erfolgte wieder der heutige Neubau nach den Plänen von Martin von Kink und Weihe im Jahre 1857. Von 1967 bis 1969 erfolgte eine Innenrestaurierung und Umgestaltung unter Architekt Emil Steffan.

Die Kirche mit mächtigem Saalbau und Rundchor unter einem Satteldach besitzt an der Hauptgiebelfassade einen Säulenportikus über die gesamte Breite und hat nördlich einen freistehenden Kirchturm mit Giebelspitzhelm. An der Eingangswand über den drei Portalen ist ein Fresko Christus der Weltenrichter, davon links Einzug der Krieger in den Himmel mit Heiligen Martin und Maria und rechts die Kirchenlehrer Augustinus, Hieronymus und Chrystostomus und die Dichter Dante und Milton und Künstler Michelangelo, Dürer, Rubens, Signorelli und oben Kampf der bösen Geister ist vom Maler Josef Huber aus dem Jahre 1923.[2][3] Im Giebelfeld des Portikus ist ein Mosaik Einzug Jesu in Jerusalem von Josef Huber aus 1924.

Architektur

Kircheninneres

Im Inneren befindet sich an der Decke ein Fresko Anbetung der Könige und Hirten, mit Vertretern des Alten und Neuen Testamentes aus 1849 vom Maler Johann Kaspar Rick.[4] Weiters Fresken stammen von Franz Plattner aus den Jahren 1876 bis 1877.

Ausstattung

Der Volksaltar und der Taufstein sind vom Bildhauer Herbert Albrecht aus dem Jahre 1969.

Orgeln

Die Orgel des Stadtpfarrkirche St. Martin

Die große Hauptorgel ist die größte Vorarlbergs und wurde von Josef Behmann aus Schwarzach 1927–28 erbaut. Der Prospekt wurde nach einem Plan vom Bildhauer Thomas Mennel gefertigt. Das Kegelladen-Instrument verfügt über 72 Register auf 3 Manualen und Pedal. Die Trakturen sind elektro-pneumatisch. Eine Besonderheit stellen die später durch Behmann ergänzten Hochdruckstimmen dar. 1986 führte die Firma Kuhn (Männedorf/CH) eine Restaurierung durch.[5]

I Hauptwerk C–a3
1. Prinzipal mayor 16′
2. Flauto amabile 16′
3. Prinzipal primo 8′
4. Prinzipal piano 8′
5. Doppelgedeckt 8′
6. Viola baritona 8′
7. Flöte harmonique 8′
8. Salicional 8′
9. Großquinte 513
10. Oktave 4′
11. Hohlflöte 4′
12. Dolce 4′
13. Quinte 223
14. Superoktave 2′
15. Septim 117
16. Cornet IV-V 8′
17. Mixtur VI 223
18. Trompete 8′
19. Clairon 4′

Hochdruck-Register
20. Prinzipal 8′
21. Violine 8′
22. Gedeckt 8′
23. Tuba mirabilis 8′
II Schwellwerk C–a3
24. Bourdon 16′
25. Prinzipal secundo 8′
26. Tibia 8′
27. Gedeckt 8′
28. Gamba 8′
29. Quintatön 8′
30. Gemshorn 8′
31. Aeoline 8′
32. Vox coelestis 8′
33. Geigenprinzipal 4′
34. Traversflöte 4′
35. Viola d´amour 4′
36. Piccolo 2′
37. Harmonia ätherea III 223
38. Mixtur minor IV-V 2′
39. Trompete harm. 8′
40. Klarinette 8′
41. Glockenspiel (d0-d2)
III Schwellwerk C–g3
42. Quintatön 16′
43. Geigenprinzipal 8′
44. Bordun 8′
45. Viola di alta 8′
46. Konzertflöte 8′
47. Unda maris 8′
48. Dulciana 8′
49. Fugara 4′
50. Rohrflöte 4′
51. Flageolet 2′
52. Terzflöte 135
53. Cymbalo III-IV 2′
54. Vogelsang 1′
55. Oboe 8′
56. Vox humana 8′
Tremolo
Pedal C–f1
57. Mayorbaß 32′
58. Prinzipalbaß 16′
59. Subbaß 16′
60. Violonbaß 16′
61. Harmonikabaß 16′
62. Echobaß 16′
63. Quintbaß 1023
64. Oktavbaß 8′
65. Cello 8′
66. Gedecktbaß 8′
67. Choralbaß 4′
68. Großtuba 32′
69. Hochdruck-Bombarde 16′
70. Posaune 16′
71. Baßtuba 8′
72. Baßtrompete 4′
  • Spielhilfen: Feste Kombinationen (pp, p, mf, f, pleno, tutti), drei freie Kombinationen, Crescendowalze

Die Chororgel aus dem Jahre 1969 ist vom Orgelbauer Hans Karl und verfügt über 15 Register.

Glocken

Im Turm hängen insgesamt sechs Glocken, davon zwei historische Bronzeglocken: die kleinere, das ehemalige Sterbeglöckchen, wurde 1731 von Johann Baptist Aporta in Bregenz gegossen, die größere stammt von Hans Malin aus Lothringen aus dem Jahr 1548. Die restlichen Glocken wurden vom Böhlerwerk in Kapfenberg 1922 aus Gussstahl gegossen.

Das Geläut erklingt in der Disposition b0–des1−es1–ges1–b1.[6]

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Vorarlberg. Dornbirn. Stadtpfarrkirche hl. Martin. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1983, ISBN 3-7031-0585-2, Seiten 132 bis 134.
  Commons: Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vorarlberg – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz.. Archiviert vom Original im Mai 2016. Bundesdenkmalamt, Stand: 21. Juni 2016 (PDF).
  2. Kriegerdenkmal Dornbirn. Aus: Ingrid Böhler: Dornbirn 1914–1945. In: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dornbirn. Band 2, 2002, S. 136. Online abrufbar im Dornbirn Lexikon des Stadtarchivs Dornbirn.
  3. Foto: Die vier letzten Dinge, Kriegerdenkmal St. Martin, Josef Huber 1923. Online abrufbar im Dornbirn Lexikon des Stadtarchivs Dornbirn.
  4. E. Tiefenthaler: Rick, Johann Kaspar (1808-1888), Maler. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 9, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1988, ISBN 3-7001-1483-4, S. 132.
  5. Nähere Informationen zur Orgel
  6. https://www.youtube.com/watch?v=FESQHke8-mQ Videoaufnahme des Vollgeläuts (YouTube)