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vom 02.07.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Gaaden

Kath. Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Gaaden
Im Langhaus zum romanischen Chor, barocker Hochaltar mit barocker Lichtführung
Glasfenster hl. Leopold III.

Die römisch-katholische Pfarrkirche Gaaden steht weithin sichtbar westlich des Ortes auf einem Hügel in der Gemeinde Gaaden im Bezirk Mödling in Niederösterreich. Die auf den Heiligen Jakobus den Älteren geweihte Kirche - dem Stift Heiligenkreuz inkorporiert - gehört zum Dekanat Heiligenkreuz im Vikariat Unter dem Wienerwald der Erzdiözese Wien. Die Kirche und der Kirchhof mit einem Portal stehen unter Denkmalschutz.

Geschichte

Eine Kirche wurde 1130 urkundlich genannt. Reste einer romanischen Saalkirche mit einem eingezogenen Chorquadrat und einem Westturm wurden ergraben. Um 1300 wurde die Kirche eingewölbt und 1334 zur Pfarrkirche erhoben. 1576 war ein Brand. 1683 im Türkenkrieg wurde die Kirche beschädigt. Die mittelalterliche Burgkirche wurde um 1735/1740 umfassend unter dem Abt Robert Leeb von Heiligenkreuz mit einer Doppelturmfassade erweitert.

Architektur

Das ursprüngliche Burg-Kirchen-Ensemble mit einem im Pfarrhof nördlich der Kirche erhaltenen Wohnturm ist im Süden und Osten von einer Kirchhofmauer umgeben.

Das Langhaus mit seitlichen Rundbogenfenstern unter einem Satteldach zeigt eine gemalte Fassadengliederung mit Pilastern. Die Westfassade hat einen Mittelrisalit und einen leicht geschwungenen Blendgiebel, welcher mit einem Steinkreuz mit Kartusche bekrönt wurde, das ehemalige Emporenfenster wurde vermauert. Über dem Westportal steht die Statue hl. Jakobus der Ältere vom Bildhauer Giovanni Giuliani aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Die flankierenden Türme der Westfassade sind zum Mittelrisalit etwas zurückgesetzt. Die Türme haben rundbogige Schallfenster und Zwiebelhelme. Der Westfassade wurde ein kleiner polygonaler Portalvorbau vorgestellt. Der leicht eingezogene romanische Chor wird durch Sakristeianbauten im Norden und Süden verdeckt. Bei der Restaurierung 1991 wurde eine Sgraffitoquaderung und Teile einer Fensterrahmung von der Wiederherstellung 1579 nach einem Brand 1576 freigelegt. Der Chor hat im Norden abgetreppte Stützpfeiler und im Osten barocke Rund- und Ovalfenster.

Das Kircheninnere wurde im Langhaus - ursprünglich ein romanischer Saal - mit weiten Flachbögen zu seitenschiffartigen Anräumen geöffnet und damit zu einem quadratischen hohen Zentralraum erweitert. Die Glasbilder zeigen im Langhaus die Heiligen Johannes der Täufer, Josef, Leopold und Anna mit Maria, wohl von T. Geiling 1897. Im Chor zeigt der Oculus einen Strahlenkranz. Das Fenster in der Westwand zeigt den hl. Petrus.

Ausstattung

Die spätbarocke Ausgestaltung des Kircheninneren mit Altären, der Plastik, der Kanzel unter Einbeziehung der Ostwand des Chores mit Fenster und Lichtführung erfolgte mit dem Bildhauer Giovanni Giuliani nach 1735.

Die Orgel in einem klassizistischen Gehäuse baute 1843 Christoph Erler. Eine Glocke nennt Ludolff Overlach 1689.

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. Gaaden, Pfarrkirche hl. Jakobus d. Ä., mit Grundrißdarstellung, Pfarrhof, S. 470–472.
  • Ingrid Rathner: Der Hauptaltar von Giovanni Giuliani in Gaaden. Diplomarbeit Universität Wien 2008.[1]
  Commons: Church Gaaden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ingrid Rathner: Der Hauptaltar von Giovanni Giuliani in Gaaden Diplomarbeit Universität Wien 2008.