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vom 09.03.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Zell am Ziller

Kath. Pfarrkirche hl. Veit in Zell am Ziller
Innenansicht

Die römisch-katholische Pfarrkirche Zell am Ziller steht mitten in der Gemeinde Zell am Ziller im Bezirk Schwaz in Tirol. Sie ist dem heiligen Vitus geweiht und gehört zum Dekanat Zell am Ziller in der Erzdiözese Salzburg. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.[1]

Lagebeschreibung

Die Pfarrkirche steht im Ortszentrum und ist von einem Friedhof umgeben.

Geschichte

Die Urpfarre wird 1187 erstmals urkundlich erwähnt. 1304 scheint die Pfarre Zell am Ziller urkundlich auf. Seit 1674 ist die Pfarre Sitz des Dekanates Zell am Ziller. Vom 1511 fertiggestellten Kirchenbau ist noch der Kirchturm mit Spitzhelm erhalten. In den Jahren 1772 bis 1778 wurde die Kirche nach Plänen von Wolfgang Hagenauer durch Andre Hueber neu errichtet.

Kirchenbau

Kirchenäußeres

Die Kirche ist ein barocker Zentralbau mit gotischem Turm.

Kircheninneres

Das Turmerdgeschoß und gleichzeitig Vorhalle der Kirche ist querrechteckig. In diesem befindet sich ein Fresko der „Kreuztragung“ von 1515. Der Hauptraum ist achteckig, darüber ist eine Rundkuppel mit Laterne und tiefen Nischen. Der Chor ist quadratisch. Darüber ist eine Flachkuppel. Die Apsis ist halbkreisförmig. Die Fenster sind rundbogig und die Oberlichten geschweift. Die Wände sind durch Doppelpilaster gegliedert und mit Rocaille-Stuck verziert.

Das Kuppelfresko weist ein gemaltes Marmorgeländer auf. Es zeigt die Verehrung der Dreifaltigkeit durch Vertreter des Alten und Neuen Testaments. Es wurde von Franz Anton Zeiller im Jahr 1779 gemalt und ist eines der Hauptwerke dieses Malers. Über dem Chor ist ein Fresko, das die „Marter des heiligen Veit“ zeigt. Im Oktogon in der Laterne sind die vier Kirchenväter und Engel dargestellt.

Ausstattung

Der Hochaltar ist ein barocker Säulenaltar. Das Altarbild zeigt die „Glorie des heiligen Veit“ und wurde von Franz Anton Zeiller im Jahr 1779 gemalt. Das Altarbild wird von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus flankiert. Diese werden Franz Xaver Nissl zugeschrieben. Das Altarbild des Annen-Altares zeigt die heilige Anna und wurde von Franz Anton Zeiller gemalt. Die Figuren der Heiligen Ursula und Barbara und werden ebenfalls Franz Xaver Nissl zugeschrieben. Das Altarbild des Magdalenenaltars stellt die heilige Maria Magdalena dar, ebenfalls von Franz Anton Zeiller. Die flankierenden Figuren stellen den heiligen Dominikus und die heilige Katharina dar. Sie werden dem Abt Peter II. Schmid von Wettingen zugeschrieben. Das Altarbild des Antoniusaltars zeigt den gleichnamigen Heiligen vor Maria mit Kind. Es stammt von Franz Anton Zeiller Es wird von Figuren der Heiligen Leonhard und Antonius flankiert, die Von Abt Peter II. Schmid stammen. Auch auf dem Sebastiansaltar ist ein Bild vom Franz Anton Zeiller. Die flankierenden Figuren der Heiligen Florian und Georg stammen aus der Zeit um 1730/1740. Auf dem Marienaltar steht eine Figur der heiligen Maria mit Kind aus der Zeit um 1680. Die Figur wird von Statuen der heiligen Anna und des heiligen Joachim. Die Figuren aus der Zeit um 1775 werden Josef Götsch zugeschrieben. Auf dem Josefsaltar ist ein Bild des heiligen Josef von Franz Anton Zeiller. Die Figuren der Heiligen Michael und Katharina werden Franz Xaver Nissl zugeschrieben. Doe Kanzel wurde 1775 von Andre Hueber geschaffen. Die Kreuzigungsgruppe mit Schmerzhafter Maria wird Franz Serafikus Nissl zugeschrieben und um 1820 geschaffen. Der achteckige Taufstein entstand um 1500.

Glocke

Die Glocke wurde von Joseph Grassmair gegossen.

Literatur

  • Zell am Ziller. Pfarrkirche hl. Veit In: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Tirol. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1980, ISBN 3-7031-0488-0, S. 894 f.
  Commons: Pfarrkirche Zell am Ziller  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tirol – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz.. Archiviert vom Original im Mai 2016. Bundesdenkmalamt, Stand: 26. Juni 2015 (PDF).