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vom 05.07.2017, aktuelle Version,

Prandtauerkirche

Prandtauerkirche am Rathausplatz in St. Pölten

Die Prandtauerkirche als römisch-katholische Rektoratskirche steht in der Stadt St. Pölten in Niederösterreich. Die auf Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel geweihte Kirche gehört zum Dekanat St. Pölten der Diözese St. Pölten. Die Klosterkirche des ehemaligen Karmelitinnenklosters steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Errichtung eines Klosters mit einer Klosterkirche der Karmeliterinnen wurde 1707/1708 nach den Plänen des Ordensarchitekten der Karmeliter, Martin Witwer, begonnen. Wohl auf Intervention des Kaiserhauses erfolgte mit dem Bildhauer und Baumeister Matthias Steinl eine hochbarocke Überarbeitung der Pläne. Die Bauleitung wurde dem Barockbaumeister Jakob Prandtauer übertragen. 1782 wurde Kloster und Kirche profaniert. 1934 wurde mit dem Architekten Rudolf Wondracek der ursprüngliche Zustand der Kirche wiederhergestellt und 1935 neu geweiht.

Architektur

Der nach Westen orientierte barocke Kirchenbau hat eine markant eingeschwungene Ostfront, welche die Südwestecke des Rathausplatzes der Stadt prägt. Die Klosterkirche bildet den nördlichen Abschluss der Klosteranlage.

Ausstattung

Der Innenraum der Kirche

Der Hochaltar als Säulenretabel, gebaut mit Johann Lucas von Hildebrandt (1712), wurde 1961 aus dem Schloss Harrach in Aschach (Oberösterreich) hierher übertragen. Das Altarblatt Kreuzigung Christi aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts malte vermutlich Giuseppe Ribera, das Auszugsbild Gottvater mit Heilig-Geist-Taube wurde von Johann Georg Schmidt (1721) gemalt. Die Inschrifttafel nennt Franciscus Antonius Harrach, Fürst Erzbischof von Salzburg. Die Kanzel trägt Brüstungsfiguren Evangelisten und Apostel, vom M. Reitstätter-Bolldorf und Adolf Treberer-Treberpurg (1949). Eine Statue Maria Immaculata entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Vier barocke Apostelbilder zeigen die Apostel Petrus, Judas Thaddäus, Paulus und Matthäus.

Bis 2007 befand sich im Altarraum ein von den Künstlern Manfred Stader und Edgar Müller in Anlehnung an den barocken Stil gemaltes Wandbild, das die damaligen weltlichen und geistlichen Repräsentanten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, Julius Raab und Bischof Michael Memelauer darstellt[1], aus Dankbarkeit für die Rückgabe der Kirche im Jahre 1934. Insbesondere die Darstellung Dollfuß’ sorgte für heftige Diskussionen.[2] Bischof Klaus Küng ließ darauf das Bild entfernen.[3]

Literatur

  Commons: Prandtauerkirche  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Foto des damaligen Altarbildes
  2. Bericht ORF Niederösterreich
  3. Bericht der Diözese St. Pölten