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vom 23.08.2017, aktuelle Version,

Rabensdorf

Rabensdorf (Stadtteil)
Ortschaft
Katastralgemeinde Rabensdorf
Rabensdorf (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Feldkirchen (FE), Kärnten
Gerichtsbezirk Feldkirchen
Pol. Gemeinde Feldkirchen in Kärnten
Koordinaten 46° 42′ 56″ N, 14° 4′ 58″ Of1
f3f0
Einwohner der Ortschaft 211 (2001)
Gebäudestand 54 (2001)
Fläche d. KG 4,03 km²dep1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 00600
Katastralgemeinde-Nummer 72327
Zählsprengel/ -bezirk Rabensdorf (21002 005)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS

f0f0

Rabensdorf ist eine Ortschaft und zugleich ein Stadtteil und eine Katastralgemeinde von Feldkirchen in Kärnten mit rund 200 Einwohnern. Das Dorf liegt im Südwesten der Stadtgemeinde.

Geschichte

Rabensdorf entstand unter dem Namen Radmannsdorf aus einem mittelalterlichen Adelssitz. Im Jahr 1215 verlieh Abt Konrad von Ossiach dem Ritter (miles) Hermannus von Radmarsdorf, einem Ministerialen des Klosters Ossiach, eine Hube im ehemaligen Buchenscheider Moor. Rund 250 Jahre später war Rabensdorf ein landesfürstliches Lehen, wie aus einer von Kaiser Friedrich III. ausgestellten Urkunde aus dem Jahr 1460 hervorgeht, der das Anwesen Mert von Dietrichstein verlieh. Nach mehreren Besitzerwechseln ging es im 18. Jahrhundert mit dem Ansitz sowohl in wirtschaftlicher als auch in baulicher Hinsicht bergab, auch wenn das Gebäude noch im Jahr 1860 als Schloss bezeichnet wurde. Das Anwesen ging in bäuerliche Hände über und wird heute als Gasthof genutzt.[1]

Als nach 1848 in Kärnten die Selbstverwaltungskörperschaften der Gemeinden geschaffen wurden, war Rabensdorf zunächst Katastralgemeinde in der Großgemeinde Feldkirchen. 1894 schlossen sich die Katastralgemeinden St. Ulrich, Tschwarzen, Waiern und Rabensdorf zusammen und bildeten gemeinsam die Ortsgemeinde Waiern. Im Zug einer Gemeindereform wurde diese durch einen Beschluss des Landtages schließlich zum 1. Jänner 1964 wieder aufgelöst und nach Feldkirchen eingemeindet.

Gebäude und Denkmäler

Marienhof, Südost-Ansicht

Das noch im 19. Jahrhundert so genannte Schloss Rabensdorf (früher: Radmannsdorf) ist ein wenig spektakulärer Bau mit schmucklosen Fassaden und modernisierten Fenstern. Seine frühere Nutzung als Kleinadelssitz ist ihm äußerlich nicht mehr anzusehen, lediglich an den auf Pfeilern ruhenden wuchtigen Gewölben mancher Innenräume erkennt man sein hohes Alter und seine ehemalige Funktion. Noch im 17. Jahrhundert war das Anwesen eine Wasserburg, von einem großen Teich umgeben und nur über eine Holzbrücke zu erreichen.

Ruine des ehemaligen Hochgerichts

Auf dem sogenannten Galgenbühel am Kunitzberg befindet sich die denkmalgeschützte Ruine des ehemaligen Hochgerichtes. Die Richtstätte des ehemaligen Landgerichtes Himmelberg verfügte ab 1571 über die Hohe Gerichtsbarkeit. Von dem Bauwerk ist heute nur noch ein bis zu 1,90 m hoher Mauerring aus Bruchsteinmauerwerk zu sehen. Dieser Ring hat einen Durchmesser von etwa 6 Metern.[2]

Infrastruktur

Die 211 Einwohner (Stand Volkszählung 2001) verteilen sich auf rund 50 Gebäude[3], die sich im Wesentlichen entlang der Landesstraße L49 befinden. Die L49 verbindet Feldkirchen mit Ossiach und dem Südufer des Ossiacher Sees.

Rabensdorf ist über die Postbuslinie 5200 Feldkirchen – Ossiach – Villach an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.

Südwestlich des Ortes befindet sich der Flugplatz Feldkirchen/Ossiachersee (LOKF), der vom Flugsportverein Feldkirchen Ossiachersee betrieben wird.[4]

Einzelnachweise

  1. Geschichte des ehemaligen Adelssitzes: Eintrag über Rabensdorf (Radmannsdorf) auf Burgen-Austria
  2. Dehio Kärnten, Wien 2001, S.658
  3. Ortsverzeichnis 2001 - Kärnten, Statistik Austria (PDF)
  4. Flugsportverein Feldkirchen Ossiachersee