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vom 24.12.2019, aktuelle Version,

Raoul Retzer

Raoul Retzer (eigentlich Raoul Richard Karl Pollitzer, * 22. Mai 1919 in Wien; † 8. August 1974 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler.

Leben

Retzer stand bereits als Fünfjähriger auf der Bühne und spielte am Burgtheater und am Volkstheater. Nur zwei Jahre später, im Jahre 1926, gab er unter dem Pseudonym Janko seinen Einstand beim Film in Der Rastelbinder. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs war er Soldat. 1947 setzte er seine Schauspielerlaufbahn als Erwachsener fort.

Er trat zunächst bei Revuebühnen und Kabaretts wie dem Simpl auf. Seit 1952 spielte Retzer beim Film. Oft ungenannt, fungierte er in einer immensen Anzahl von Klein- und Kleinstrollen, meist in Komödien unter der Regie von Franz Antel. Retzer verkörperte vor allem Knechte, Dienstmänner und Polizisten, manchmal Gauner. Er wirkte in ähnlicher Funktion auch in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien mit. 1962 sorgte er am Rande der Dreharbeiten zu dem Film Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett für einen Eklat, als er während eines Festessens offenbar aus Eifersucht auf Harald Juhnke einschlug.[1] Trotz sehr vieler Engagements beim Film, Fernsehen und Theater, war Retzer im Moment seines Todes so sehr verarmt, dass sein langjähriger Regisseur Antel unter den Kollegen für Retzers Beerdigung sammeln ging.

Er wurde auf dem Hütteldorfer Friedhof in Wien (1-G54) begraben.

Filmografie

Literatur

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 488.

Einzelnachweise

  1. Franz Antel: Verdreht, verliebt, mein Leben. Almathea, Wien 2001, ISBN 3-85002-464-4, S. 141.