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vom 24.12.2017, aktuelle Version,

Reichssammelschiene

Originalmasten der Reichssammelschiene am Umspannwerk Ludersheim

Die Reichssammelschiene ist eine von 1939 bis 1941 erbaute zweikreisige 220-kV-Drehstrom-Hochspannungs-Freileitung, die vom Umspannwerk Helmstedt über Magdeburg, Halle (Saale) und Nürnberg bis nach Ernsthofen in Niederösterreich führte und dem Austausch von elektrischer Energie zwischen dem mitteldeutschen Braunkohlegebiet und Pumpspeicherkraftwerken in Bayern und Österreich diente. Die 750 km lange Leitungsverbindung wurde im Zuge der deutschen Teilung getrennt, einzelne Teilstücke sind aber noch heute in Betrieb.

Geschichte

Erste Planungen

Schon in den 1920er Jahren entstand in Deutschland ein Verbundnetz mit 220 kV Spannung. Zu dessen Rückgrat entwickelte sich die Nord-Süd-Leitung des RWE, die ab 1929 das Rheinische Braunkohlerevier durch die Umspannanlage Brauweiler bei Köln mit dem Rhein-Main-Gebiet, dem Stuttgarter Raum und den Wasserkraftwerken im Vorarlberg und im Südschwarzwald verband. Im selben Jahr wurde eine weitere Nord-Süd-Verbindung der PreußenElektra zwischen dem Pumpspeicherkraftwerk Waldeck am Edersee, dem Kraftwerk Borken und der Umspannanlage Lehrte in Betrieb genommen. Dadurch entstand ein Verbund zwischen den Wasserkraftwerken im Alpenraum und den Mittelgebirgen, den Kohlekraftwerken im Rheinland und im Raum Helmstedt und den großen Industriezentren.

Ausgehend von diesen Verbindungen entwarf Oskar von Miller, Pionier auf dem Gebiet der Elektrotechnik, im Auftrag der Reichsregierung im Jahre 1930 ein Gutachten, in dem ein ringförmiges Hochspannungs-Verbundnetz mit westlicher und östlicher Nord-Süd-Schiene aufgeführt war.[1] Neben der bereits bestehenden Nord-Süd-Leitung im Westen und der Leitung Lehrte–Borken als Ergänzung wurde eine östliche Nord-Süd-Schiene zwischen der Helmstedter Region über Sachsen, Thüringen und Bayern in die Alpen entworfen, um einen Energieaustausch der Wasserkraftwerke mit den mitteldeutschen Kohlekraftwerken zu ermöglichen. Auch Pläne für ein europäisches Verbundnetz wurden im Rahmen dieses Auftrages vorgelegt.[2]

Im Laufe der Zeit wurden tatsächlich viele dieser Pläne seitens RWE und PreußenElektra aufgegriffen. So wurden die Kohlereviere im Rheinland und in Mitteldeutschland durch die VEW über das Umspannwerk Lehrte miteinander verbunden und vom Koepchenwerk ausgehend eine zweite 220-kV-Leitung zum Schluchseewerk gebaut, die durch das Rhein-Main-Gebiet und den Stuttgarter Raum führte (Schwarzwaldleitung).[3]

Das Kraftwerk Harbke der Braunschweigischen Kohlenbergwerke wurde im Zuge einer Leistungssteigerung 1935 durch eine zweikreisige 220-kV-Leitung mit dem Umspannwerk Lehrte verbunden.[4] Ab dem Umspannwerk des Kraftwerkes Harbke war eine Verbindung zu den durch die staatseigenen Elektrowerke betriebenen Kohlekraftwerken der Provinz Sachsen angedacht.[5]

Bau

Während der Zeit des Nationalsozialismus entwarf der damalige Reichswirtschaftsminister Walther Funk 1937 ein überregionales, auf die Großkonzerne zugeschnittenes Verbundnetz, das – trotz Protesten seitens RWE und PreußenElektra – die deutsche Energiewirtschaft unter Führung der VIAG konzentrieren sollte. Dabei wurde auf die Planungen Oskar von Millers Bezug genommen, denn auch hierbei wurde die östliche Nord-Süd-Verbindung zwischen Mitteldeutschland und Alpen mit einbezogen. Konkret handelte es sich um eine Verbindung der mitteldeutschen Kohlereviere mit Bayern und den österreichischen Wasserkraftwerken.[6] Neben den von den Nationalsozialisten stark forcierten Plänen der alpinen Wasserkraftnutzung des im März 1938 ins Reich eingegliederte Österreich[7] wurde die Streckenführung auch nach militärischen Gesichtspunkten konzipiert, was die Anbindung von in den Augen des NS-Regimes wichtigen Industriebetrieben bedeutete. Diese waren etwa die Standorte der bayerischen Aluminium- und Stickstoffindustrie.[8]

Im Dezember 1938 begannen die Bauarbeiten an der Leitung, die von Norden nach Süden stattfanden. Zuvor wurde mit dem Bau neuer 220-kV-Umspannwerke begonnen, die in den folgenden Jahren fertiggestellt und an die Leitung angeschlossen wurden:

1939 wurde eine Behörde geschaffen, die die Dringlichkeit der Elektrizitätsversorgung sicherstellen sollte (Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft bzw. Reichslastverteiler).[13][14] Je nachdem, wo eine erhöhte Stromzufuhr kriegs- und rüstungswirtschaftlich notwendig erschien, konnte die Stromverteilung gesteuert werden.[15]

Im selben Jahr kam es zu Verhandlungen zwischen der mittel- und ostdeutschen Elektrowerke AG und dem Bayernwerk über einen Strombezug seitens Bayern aus dem mitteldeutschen Kohlerevier. Man einigte sich, dass die Leitungsverbindung von Dieskau bei Halle nach Ludersheim bei Nürnberg und weiter nach Oberösterreich 1940 in Betrieb gehen sollte. Im Oktober 1939 war die 220-kV-Leitung seitens der Elektrowerke als Teil eines reichseigenen 220-kV-Netzes vorgesehen, das im Zuge eines Vierjahresplanes aufgestellt wurde und stark ausgebaut werden sollte, u.A. mit Verbindungen bis nach Norwegen.[7] Planmäßig ging im Januar 1941 der Abschnitt Dieskau–Remptendorf–Ludersheim–St. Peter in Betrieb, der die erste 220-kV-Leitung Bayerns darstellte.[16][17]

Im April 1941 konnte seitens des Bayernwerkes erstmals Strom aus den Braunkohlekraftwerken Mitteldeutschlands bezogen werden, im Dezember 1941 ging die Verlängerung von St. Peter nach Ernsthofen in Betrieb, die einen Anschluss an das gerade in Bau befindliche Kraftwerk Kaprun bot. Mit Ende der Bauarbeiten im Raum Magdeburg 1943 konnte die gesamte Leitungsverbindung in Betrieb genommen werden.[18]

Die Planungen des NS-Regimes enthielten auch eine Fortführung der Leitungsverbindung über Ernsthofen hinaus über Wien und Brünn bis ins Mährisch-Schlesische Industriegebiet nach Oderberg (Bohumín). Mit dem Bau dieser Leitung wurde zwar noch begonnen, aufgrund des ausgebrochenen Zweiten Weltkrieges konnte sie jedoch nicht mehr fertiggestellt werden. In Betrieb gehen konnte 1943 lediglich der Abschnitt von Ernsthofen zum Umspannwerk Bisamberg.[19] Die Fortsetzung zum tschechischen Umspannwerk Sokolnice wurde 1958 fertiggestellt. Diese Leitung wurde als erste auf den für Österreich typischen Tonnenmasten errichtet.

Ursprünglicher Leitungsverlauf

Reichssammelschiene (D-A-CH)
Helmstedt
Helmstedt
Magdeburg
Magdeburg
Marke
Marke
Dieskau
Dieskau
Remptendorf
Remptendorf
Ludersheim
Ludersheim
St. Peter
St. Peter
Ernsthofen
Ernsthofen
Umspannwerke der Reichssammelschiene

Die Leitung begann im Umspannwerk Harbke bei Helmstedt, das den in den umliegenden Kraftwerken des Helmstedter Braunkohlerevieres erzeugten Strom in das überregionale Verbundnetz einspeist. Sie verlief nach Osten und drehte bei Magdeburg nach Südosten, wo sie das Umspannwerk Marke erreichte. Weiter in südliche Richtung folgten die Umspannwerke Dieskau östlich von Halle (Saale) und Remptendorf im Thüringer Wald. Südlich von Remptendorf wurde die Grenze zu Bayern erreicht und östlich von Nürnberg das Umspannwerk Ludersheim angebunden. Von dort führte sie gen Südosten, querte die Isar und den Inn samt Grenze zu Österreich zum direkt hinter der Grenze liegenden Umspannwerk St. Peter, und verlief anschließend durch Oberösterreich bis zum Umspannwerk Ernsthofen.

Als Masten wurden durchgehend Donaumasten verwendet, die über eine zusätzliche Traverse für zwei Erdseile oberhalb der Leiterseile aufweisen. Der letzte Abschnitt von Lambach zum Umspannwerk Ernsthofen verwendete dagegen Donaumasten mit einfacher Erdseilspitze.

Die Bezeichnungen der einzelnen Stromkreise auf der durchgehend zweikreisig ausgeführten Leitung waren:

  • 291/292 (Helmstedt–Magdeburg),
  • 293/294 (Magdeburg–Marke),
  • 295/296 (Marke–Dieskau),
  • 297/298 (Dieskau–Remptendorf),
  • 299/300 (Remptendorf–Ludersheim),
  • 301/302 (Ludersheim–St. Peter) sowie
  • 303/304 (St. Peter–Ernsthofen).[2]

Trennung der Leitungsverbindung

Hauptartikel: Innerdeutscher Stromverbund

Nach dem Krieg wurde im Jahr 1946 durch die sowjetische Besatzungsmacht der Leitungsabschnitt zwischen Remptendorf und Ludersheim im Rahmen von Reparationen teilweise demontiert. Dieser führte über die Grenze zwischen sowjetischer und amerikanischer Zone, der späteren Innerdeutschen Grenze.[18] Somit war die ehemals durchgehende 220-kV-Leitung hier erstmals unterbrochen worden. Als Ersatz wurde bis 1949 eine auf Donaumasten verlegte 220-kV-Leitung von Ludersheim über Aschaffenburg zur Landesgrenze nach Hessen bei Stockstadt gebaut, die von dort auf Tannenbaummasten zum Umspannwerk Kelsterbach der RWE und damit zur Nord-Süd-Leitung führte. Ab Aschaffenburg gab es zudem eine Leitung zum Kraftwerk Borken, von dort eine 220-kV-Verbindung nach Lehrte. Dadurch konnte der Anschluss an das überregionale 220-kV-Netz wiederhergestellt werden.

Auch der Leitungsabsschnitt von Helmstedt nach Magdeburg, der ebenfalls die Zonengrenze querte, wurde 1954 direkt vor der Grenze unterbrochen. Die Netze zwischen der BRD und der DDR waren somit, mit Ausnahme einiger Nieder- und Mittelspannungsleitungen zwischen Hessen/Niedersachsen und Thüringen, voneinander getrennt.[20]

Nach der Teilung Deutschlands

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lag der Abschnitt Magdeburg–Marke–Dieskau–Remptendorf in der sowjetischen Besatzungszone, aus der die spätere DDR hervor ging, der Abschnitt von der Zonengrenze über Ludersheim nach St. Peter in der amerikanischen Besatzungszone, die später Teil der BRD wurde, und der Abschnitt St.Peter–Ernsthofen im wiederhergestellten Österreich. Letzterer wurde bis 1947 noch mit 110 kV betrieben.[21] Ab Mai 1946 war zudem der Abschnitt Remptendorf–Ludersheim bis zu seiner Außerbetriebnahme und Trennung mit 110 kV in Betrieb.

Die VIAG verlor alle ihre Beteiligungen in ihren Besitz in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands sowie in ganz Österreich. Lediglich der etwa 300 km lange Leitungsabschnitt in Bayern und das Umspannwerk Ludersheim verblieben noch in ihrem Besitz.[6] Im Jahr 1988 wurden beide vom Bayernwerk übernommen.

Am Schnittpunkt der Reichssammelschiene mit der aus dem Bayernwerk-Erstausbau im Jahr 1927 stammenden 110-kV-Leitung BambergKulmbach entstand 1958 bei Scheßlitz das Umspannwerk Würgau, das den neuen nördlichen Endpunkt der Leitung darstellte. Die Anlage wurde gebaut, um beide Leitungen miteinander zu verbinden und auf eine mögliche Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vorbereitet zu sein.[22][23]

In den 1950er Jahren wurde die damalige DDR-Kreisstadt und heutige thüringische Landeshauptstadt Erfurt an das überregionale Verbundnetz des aus den Elektrowerken hervorgegangenen VEB Energiekombinat, das für das Übertragungsnetz in der DDR zuständig war angeschlossen. Dafür wurde das Umspannwerk Erfurt-Nord errichtet. Der Abschnitt Dieskau–Remptendorf wurde dafür von Norden in dieses Umspannwerk eingeschleift, zeitgleich entstand ein weiteres 220-kV-Umspannwerk in Bad Lauchstädt.[24] Eine Leitung auf Einebenenmasten führte von Vieselbach nach Großschwabhausen. Von Großschwabhausen nach Remptendorf wurde die Originalleitung beibehalten.

Zwischen Matzenhof und Simbach am Inn läuft auf dem gleichen Gestänge die 220-kV-Leitung St. Peter–Pirach mit, daher werden hier keine Originalmasten mehr verwendet.

Nach der Wiedervereinigung

Zwischen Würgau und Remptendorf verläuft heute eine 380-kV-Leitung in der Trasse

Im Zuge der Wiedererrichtung von Hoch- und Höchstspannungsverbindungen zwischen beiden Teilen des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands wurde auf die Trasse der Reichssammelschiene Bezug genommen. Am 20. Dezember 1991, genau 51 Jahre nach Inbetriebnahme der Reichssammelschiene, ging eine neue Leitung von Grafenrheinfeld her kommend nach Würgau und über das Umspannwerk Redwitz nach Remptendorf in Betrieb, die zunächst mit 220 kV betrieben und später auf 380 kV umgestellt wurde. Sie verläuft zum größten Teil genau in der Trasse der nach Kriegsende demontierten Reichssammelschiene, weshalb die Leitung schon relativ kurz nach der Wiedervereinigung fertiggestellt werden konnte. Lediglich der etwa 20 km lange Teil auf Thüringer Gebiet musste in neuer Trasse gebaut werden. Es handelte sich um die erste nach der Wiedervereinigung eingerichtete Höchstspannungsverbindung zwischen Westdeutschland und dem Gebiet der ehemaligen DDR.[25]

Zwischen Elsenberg und Würgau wurde gleichzeitig die Leitung demontiert und eine zweikreisige 380-kV-Leitung in der Trasse errichtet, die von Raitersaich nach Würgau und weiter nach Redwitz führt.[23] Die Stromkreise der Reichssammelschiene wurden dabei bei Elsenberg auf den jeweils östlichen Stromkreis der neuen Leitung gelegt. Dadurch entstanden die 220-kV-Verbindungen Ludersheim–Kriegenbrunn und Ludersheim–Würgau.

Anfang der 1990er Jahre wurde der Abschnitt zwischen Großschwabhausen und Remptendorf in Thüringen durch die 380-kV-Leitung Vieselbach–Remptendorf ersetzt.

Nachdem das Umspannwerk Kriegenbrunn von 220 auf 380 kV umgestellt wurde und somit der zweite, jetzt von Kriegenbrunn nach Redwitz führende Stromkreis der Leitung mit 380 kV betrieben wird, wurde der Abschnitt Elsenberg–Ludersheim im September 2003 von 220 auf 110 kV degradiert. Es änderten sich erneut die Leitungsbeziehungen. So führt heute je ein 110-kV-Kreis auf dem Gestänge über einen neuen Abzweigmast nach Forchheim sowie nach Thuisbrunn. Das Umspannwerk Würgau wurde mittlerweile ebenfalls komplett von 220 auf 380 kV umgestellt.

Seitdem im Jahr 2007 die 220-kV-Anlage im Umspannwerk Ludersheim stark reduziert wurde, wird der Abschnitt Ludersheim–Sittling, obwohl nach wie vor mit 6 Leitern belegt, nur einkreisig betrieben.

Der Abschnitt vom Umspannwerk Bad Lauchstädt zum Umspannwerk Vieselbach wurde 2008 abgebaut und durch eine größtenteils im gleichen Trassenraum verlaufende 380-kV-Verbindung als erster Teil der Thüringer Strombrücke zwischen den genannten Umspannwerken ersetzt.

Zwischen Magdeburg und Förderstedt wurde der letzte Abschnitt auf Originalmasten nördlich von Bayern von Oktober 2016 bis März 2017 demontiert, da das Umspannwerk Förderstedt auf 380 kV umgestellt und an die 380-kV-Leitung Wolmirstedt–Ragow angeschlossen wurde.[26]

Heute

Originalmast der Reichssammelschiene bei Hetzles / Forchheim

Ein Großteil der Originalmasten auf der einstigen Reichssammelschiene ist heute demontiert, die Leitung ist hier meist durch 380-kV-Leitungen ersetzt. Einzig das Teilstück von Forchheim über Ludersheim bis Ernsthofen existiert noch heute und wird bis zur Staatsgrenze von TenneT betrieben, weiter bis Ernsthofen von APG. Von Forchheim bis Ludersheim ist sie mit 110 kV in Betrieb, von Ludersheim bis Ernsthofen mit 220 kV.

Altheim–St. Peter

Derzeit ist geplant, den noch bestehenden Abschnitt zwischen den Umspannwerken Altheim (bei Landshut) und St. Peter durch eine grenzüberschreitende vierkreisige 380-kV-Leitung (sog. 380-kV-Deutschlandleitung) zu ersetzen. Vordergründig soll diese den Energieaustausch zwischen den österreichischen alpinen Wasserkraftwerken und den norddeutschen Windparks ermöglichen. Die Ausführung der Planung liegt bei den jeweiligen Übertragungsnetzbetreibern Austrian Power Grid (Österreich) und TenneT (Deutschland). Der Neubau wird nötig, da die derzeitige Leitung an ihrer Kapazitätsgrenze betrieben wird. Geplant ist auch ein Abzweig bei Simbach nach Haiming, dort ist auf dem Gelände der OMV-Raffinerie der Bau eines GuD-Kraftwerkes geplant.[27][28][29]

Da die Masten der Leitung statisch nicht für den Betrieb mit 380 kV ausgelegt sind, wird ein kompletter Leitungsneubau in der Bestandstrasse nötig. Der Mast 256A kurz vor der Innquerung ist darüber hinaus mit einer Höhe von 21,7 m der niedrigste Mast im Hoch- und Höchstspannungsnetz des Betreibers.[30]

Ludersheim–Altheim

Auch zwischen Altheim und Ludersheim ist der Ersatzneubau mit 380 kV in Planung (Bundesbedarfsplangesetz-Vorhaben Nr. 41). Dabei soll auch das Teilstück der 220-kV-Leitung Ludersheim–Aschaffenburg–Borken bis Raitersaich mit einbezogen werden.[31]

St. Peter–Ernsthofen

Ab Frühjahr 2018 wird der 111 km lange österreichische Teil der Leitung generalsaniert, wobei die 433 Masten neu errichtet werden, die Spannungshöhe aber gleich bleibt. Begonnen wird mit dem Abschnitt von St. Peter zum Leitungsabzweig des Kraftwerkes Aschach, später folgt der restliche Teil zum Umspannwerk Ernsthofen.[32]

  Commons: Reichssammelschiene  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Industrieanzeiger: Von der Insellösung zum Stromverbund. Abgerufen am 30. September 2016.
  2. 1 2 Walter Schossig, VDI Bezirksverein Thüringen, Ausgabe Januar bis März 2010, Seite 19f: Aus der Geschichte der Elektrizität. Abgerufen am 30. September 2016 (PDF).
  3. Hans Witte: Die Konzentration in der deutschen Elektrizitätswirtschaft. Dissertation, Springer Verlag Berlin Heidelberg 1932, S. 17
  4. Wilhelm Taenzer: Stahlmaste für Starkstrom-Freileitungen: Berechnung und Beispiele. Springer-Verlag Berlin Göttingen Heidelberg 1952, S. 22
  5. H. Kirchhoff: Unternehmungsform und Verkaufspolitik der Stromversorgung. Verlag von Julius Springer, Berlin 1933, S. 88
  6. 1 2 Antiquariat „Schöne Aktien“: Die VIAG Aktiengesellschaft. Abgerufen am 30. September 2016.
  7. 1 2 Günter Bayerl, Dirk Maier: Die Niederlausitz vom 18. Jahrhundert bis heute: Eine gestörte Kulturlandschaft? Abgerufen am 25. Juli 2017.
  8. Historisches Lexikon Bayerns: Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG (VIAG). Abgerufen am 30. September 2016.
  9. Stadt Raguhn-Jeßnitz: Historisches zur Gemeinde Marke. Abgerufen am 30. September 2016.
  10. Mitteldeutsche Straße der Braunkohle: Umspannwerk Dieskau. Abgerufen am 30. September 2016.
  11. Architektur im Verbund: Umspannwerk. Abgerufen am 25. Juli 2017.
  12. Austrian Power Grid: Austrian Power Grid AG feierte 70 Jahre Umspannwerk Ernsthofen. Abgerufen am 25. Juli 2017.
  13. Udo-Leuschner.de: Von der dezentralisierten Stromversorgung zum länderübergreifenden Verbundnetz. Abgerufen am 30. September 2016.
  14. Deutsche Digitale Bibliothek / Bundesarchiv: Reichsstelle für Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler) (Bestand). Abgerufen am 30. September 2016.
  15. Udo Leuschner: Kurzschluß: wie unsere Stromversorgung teurer und schlechter wurde, Seite 141. Abgerufen am 30. September 2016.
  16. Architektur im Verbund, Springer: Umspannwerke. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  17. Kapitel 2 Aufbau der Netze von Niederspannung (NS) bis Höchstspannung (HöS), Seite 18. Abgerufen am 30. September 2016.
  18. 1 2 VDE Thüringen: 20 Jahre elektrische Wiedervereinigung Deutschlands, Seite 43. Abgerufen am 22. November 2016 (PDF).
  19. Dipl.-Ing. Dr. Oskar Vas: Der Anteil Österreichs an der elektrizitätswirtschaftlichen Gemeinschaftsplanung in Europa. Springer Verlag Wien 1948, S. 4
  20. VDE Thüringen, Seite 43: 20 Jahre Elektrische Wiedervereinigung Deutschlands. Abgerufen am 22. November 2016 (PDF).
  21. Austria-Forum: Hochspannungsleitungen. Abgerufen am 12. November 2016.
  22. inFranken.de vom 26. Oktober 2015: Stromversorgung: Die Spannung steigt auf der Würgauer Höhe. Abgerufen am 11. März 2017.
  23. 1 2 Regierungsbezirk Oberfranken: Umstellung der Spannung eines Stromkreises der bestehenden Leitungen von 220-kV auf 380-kV, Seite 8. Abgerufen am 30. September 2016 (PDF).
  24. Thüringer Elektromuseum Erfurt e. V.: Die Anfänge der Elektroenergieversorgung in Thüringen. Abgerufen am 22. November 2016.
  25. frequenz – Die Mitarbeiterzeitschrift von 50Hertz, Ausgabe 1/2013, Seite 14: Nach Hamburg: Windsammelschiene vollendet die elektrische Wiedervereinigung. Abgerufen am 15. Oktober 2016.
  26. frequenz – Die Mitarbeiterzeitschrift von 50Hertz, Ausgabe 5/2015, Seite 14: Leitungen werden abgerissen. Abgerufen am 30. September 2016.
  27. Austrian Power Grid (APG): 380-kV-Deutschlandleitung. Abgerufen am 14. Oktober 2016.
  28. TenneT: Projektbeschreibung. Abgerufen am 14. Oktober 2016.
  29. OMV: Projektbeschreibung Kraftwerk Haiming. Abgerufen am 14. Oktober 2016.
  30. TenneT TSO: Freileitungen. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  31. Bürgerdialog Stromnetz: Raitersaich-Altheim. Abgerufen am 5. Dezember 2016.
  32. nachrichten.at vom 12. Februar 2017: 433 neue Hochspannungsmasten werden aufgestellt. Abgerufen am 19. Februar 2017.