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vom 10.08.2016, aktuelle Version,

Rudolph Otto von Budritzki

Rudolph Otto von Budritzki (* 17. Oktober 1812 in Berlin[1]; † 15. Februar 1876 ebenda) war ein preußischer General der Infanterie.

Leben

Herkunft

Er war der Sohn des preußischen Oberstleutnants Karl Friedrich Ludwig von Budritzki (1770–1820) und dessen Ehefrau Henriette Charlotte, geborene Wißmann (1782–1842).

Militärkarriere

Budritzki trat am 13. August 1830 nach seiner Zeit im Kadettenkorps in Potsdam und Berlin als Sekondeleutnant in das Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 der Preußischen Armee ein und wurde am 1. Januar 1840 zum Bataillonsadjutant ernannt. In dieser Stellung am 26. September 1844 zum Premieradjutant befördert, nahm er während der Revolution 1848 an den Straßenkämpfen in Berlin, sowie im gleichen Jahr im Feldzug gegen Dänemark am Gefecht bei Schleswig teil. Mit seiner Beförderung zum Hauptmann am 14. Dezember 1848 wurde Budritzki zum Kompaniechef ernannt. Als solcher zeichnete er sich durch persönliche Tapferkeit im Straßenkampf 1849 in Dresden aus. Er führte selbst den Angriff auf das befestigte Hotel de Rome am Neumarkt und sprang als Erster durch ein Fenster im Erdgeschoss, nachdem sich die Tür nicht öffnen ließ.

Die Beförderung zum Major erhielt von Budritzki im Mai 1856, Oberstleutnant wurde er 1860. Im Jahr darauf erfolgt die Ernennung zum Kommandeur des Herzoglich Sachsen-Coburg-Gothaischen Regimentes. 1864 ging er zurück zur Garde als Kommandeur des Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4. Er nahm an Krieg gegen Dänemark teil, wo ihm und seinem Garderegiment die besondere Aufmerksamkeit des Königs, und insbesondere der Königin Augusta zukam. Für die Verwundeten des Krieges erhielt er:

ein Geschenk von eintausend Thalern zur geeigneten Verwendung entweder zu einem Stiftungsfonds oder zur theilweisen Vertheilung unter die Verwundeten und die Familien der auf dem Felde der Ehre Gefallenen [2].

Dabei war sein Regiment überhaupt nicht aktiv an den Kämpfen beteiligt gewesen.

Am 18. April 1865 übernahm er das Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1, in dem er seine Karriere begonnen hatte. Im Deutschen Krieg 1866, inzwischen zum Generalmajor befördert, übernahm er die 3. Garde-Infanterie-Brigade, die er unter anderem in der Schlacht von Königgrätz führte.

Im Krieg 1870 war er als Generalleutnant Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Division. Mit diesem Großverband kämpfte er in der Schlacht bei Gravelotte und erfolgreich bei Sedan, bevor das Gardekorps vor Paris verlegt wurde. Hier führte er am 30. Oktober 1870 den erfolgreichen Gegenangriff in der Schlacht von Le Bourget. In dieser Schlacht trug er persönlich die Fahne des 2. Bataillons des Regiments Elisabeth, diese Szene wurde in mehreren Bildern und Postkarten dargestellt. Für seinen Einsatz in dieser Schlacht wurde er am 1. November 1870 mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet.

Nach dem Krieg wurde von Budritzki 1871 Mitglied der Kommission zur Beratung des Militärstrafgesetzbuches für das Deutsche Reich. Am 28. Oktober 1875 wurde Budritzki unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie mit Pension zur Disposition gestellt. Gleichzeitig stellte man ihn à la suite des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1.

Er wurde nach seinem Tod am 19. Februar 1876 auf dem Berliner Invalidenfriedhof beigesetzt.

Familie

Budritzki hatte sich am 17. Oktober 1845 in Berlin mit Therese Agnes von Tresckow (* 5. November 1826 in Doelzig; † 3. Dezember 1874 in Berlin)[3] verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Töchter und ein Sohn hervor:

  • Karl Friedrich Ferdinand (* 23. Juli 1853 in Berlin), preußischer Offizier

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Allgemeine Deutsche Biographie gibt als Geburtsort Trier an
  2. http://amtspresse.staatsbibliothek-berlin.de/vollanzeige.php?file=9838247/1864/1864-08-31.xml
  3. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser 1904. Fünfter Jahrgang, S.829