unbekannter Gast
vom 26.12.2017, aktuelle Version,

Schlickeralmlauf

Der Schlickeralmlauf ist ein Berglauf, der vom Ortskern von Telfes im Stubai auf das Kreuzjoch führt. Bis einschließlich 2012 war das Ziel am Sennjoch. Er findet jedes Jahr entweder Ende Juli oder Anfang August statt. Veranstalter ist der Sportverein Telfes.

Geschichte

Die Tradition des Berglaufs in Telfes beginnt mit dem Pfarrachalmlauf 1988, den Florian Stern und Heidi Neuner gewannen. Im selben Jahr erhielt Telfes den Zuschlag für die Berglauf-Weltmeisterschaften 1990. Als Generalprobe wurde 1989 erstmals auf einer 18 km langen Strecke das Sennjoch angesteuert. Es siegte der Algerier Mohammed Youkman in 1:29 h. Im Jahr darauf wurden der Italiener Costantino Bertolla auf einer Strecke mit 14,3 km und 1550 Höhenmetern Anstieg und die Schottin Beverley Redfern auf einer Strecke von 7,88 km und 530 HM Anstieg Weltmeister in Telfes.

Unter dem Namen Schlickeralmlauf startete die jetzige Veranstaltung 1991 auf einem Kurs, der gegenüber der WM verkürzt worden war. In den ersten Jahren siegten bei den Männern Peter Pfitscher (1991), Peter Schatz (1992, 1995) und Helmut Schmuck (1993, 1994), bei den Frauen Heidi Neuner (1991), Sabine Stelzmüller (1992), Elisabeth Rust (1993,1994) und Gudrun Pflüger (1995).[1]

1996 war Telfes erneut Austragungsort der Berglauf-Weltmeisterschaften. 700 Läufer (inklusive Rahmenbewerbe) aus 32 Nationen nahmen teil. Antonio Molinari aus Italien und Gudrun Pflüger aus Österreich wurden Weltmeister. Seit diesem Jahr wurde bis 2007, mit leichten Modifizierungen, auf der originalen WM-Männerstrecke (11,0 km, 1310 HM) gelaufen. In den folgenden Jahren gehörte Telfes zum Berglauf-Grand-Prix, einer Serie der World Mountain Running Association (WMRA). Die Sieger in dieser Periode: Heidi Neuner, Elisabeth Rust, Sabine Stelzmüller, Gudrun Pflüger (Österreich), Janina Saxer- Ruschko (Schweiz), Izabella Zatorska (Polen), Angela Mudge (Schottland), Birgit Sonntag (Deutschland), Ana Pichrtova (Tschechien), Renate Rungger (Italien) bzw. Mohammed Youkman (Algerien) Helmut Schmuck, Peter Schatz (Österreich), Peter Pfitscher, Antonio Molinari, Marco Gaiardo (Italien), Jonathan Wyatt (Neuseeland) und Martin Cox (England).

2009 war Telfes Austragungsort der 8. Berglauf-Europameisterschaften, eines offiziellen Bewerbes des Europäischen Leichtathletikverbandes (European Athletic Association). Dafür wurde bereits 2008 die Streckenführung etwas verändert. Die Sieger waren Martina Strähl (Schweiz) und Ahmet Arslan (Türkei). Andrea Mayr holte für Österreich die Bronzemedaille. Die Sieger auf der Strecke von 2008 bis 2012 waren Ana Pichrtova (Tschechien) 2008 und offener Lauf 2009, Martina Strähl (Schweiz) EM-Lauf 2009 (eigene Damen EM-Strecke), Antonella Confortola (Italien) 2010, Sarah Tunstall (Großbritannien) 2011 und Lucy Wambui Murigi (Kenia) 2012 bzw. Jonathan Wyatt (Neuseeland) 2008 und 2010, Ahmet Arslan (Türkei) EM-Lauf 2009, Rickey Gates (USA) offener Lauf 2009, und Geoffrey Ndungu (Kenia) 2011 und 2012.

2011 fanden die Tiroler Berglaufmeisterschaften im Rahmen des Schlickeralmlaufes statt.

2014 wurden die 14. World Masters Mountain Running Championships, also die offiziellen Berglauf-Weltmeisterschaften für Senioren (35 bis 79 Jahre) in Telfes ausgetragen. Es handelte sich dabei um einen offiziellen Bewerb von WMRA World Mountain Running Association und WMA World Masters Athletics. Inklusive Rahmenbewerbe waren 1085 Teilnehmer am Start, davon alleine 755 bei der Masters-WM. Es war die bis dahin, an Teilnehmern gemessen, größte Sportveranstaltung im Stubaital. Es wurden 18 neue Einzel-Weltmeister in den verschiedenen Altersklassen ermittelt. Wegen einer für diese Veteranen-WM vorgeschriebenen Höhenmeterbegrenzung änderte man die Strecke bereits für die Generalprobe 2013 ab. Erstmals in der Geschichte war nicht mehr das Sennjoch, sondern das Kreuzjoch (beides im Gebiet der Schlick (Österreich)) das Ziel des Laufs. Die Sieger auf der nun stark geänderten Route: Andrea Mayr (Österreich) 2013 und 2016, Laura Robertson (Neuseeland) offener Lauf 2014, Petra Summer (Österreich) Masters-WM-Lauf 2014 (eigene Damen WM-Strecke), Susanne Mair (Österreich) 2015 und Michelle Maier (Deutschland) 2017 bzw. Petro Mamu (Eritrea) 2013 und 2016, Jonathan Jackson (Neuseeland) offener Lauf 2014, Eric Blake (USA) Masters-WM-Lauf 2014, Isaac Kosgei (Kenia) 2015 und Geoffrey Gikuni Ndungu (Kenia) 2017.

Als traditionelles Rahmenprogramm finden am Vortag die Startnummernvergabe, ein kleines Fest mit Pasta-Party für die Läufer, ein Benefizlauf und Kinderrennen in diversen Altersklassen statt, die auf verschiedenen Distanzen durch den Ortskern verlaufen.

2015 fand erstmals der Telfer Wiesen Run (8 km, 140 hm) als anfängertauglicher Volkslauf mit Straßen-, Cross- und Berglaufelementen im Nebenprogramm statt und ist seither ein fixer Bestandteil am Samstag.

Strecke

Start zum Schlickeralmlauf im Ortszentrum von Telfes

Die Strecke führt durch Wälder und entlang eines Wildbaches bis in die Almregion hinauf. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten im Kalender.

Die Strecke ist seit dem Jahr 2013 11,5 km lang und hat einen Höhenunterschied von 1100 m (+1180/-80 m). Ziel ist das Kreuzjoch. Gestartet wird auf dem Dorfplatz von Telfes (1000 m ü. A.). Nach drei Kilometern beginnt sie bis zum Ziel steil anzusteigen, mit nur einem kurzen flacheren Stück bei Kilometer 8.

Den Rekord für den Routenverlauf zwischen 1995 und 2007 hält Jonathan Wyatt (NZL) mit 55:32 bei den Herren und Renate Rungger (ITA) mit 01:09:03 bei den Damen. Ahmet Arslan (TUR) lief bei seinem Europameistertitel 2009 in 58:26 den Rekord für die Streckenführung von 2008 bis 2012 (2011 ist nicht in der Wertung, da wegen Schneefalls das Ziel zur Zirmachalm verlegt werden musste). Schnellste Dame war Ana Pichrtova (CZE) mit 01:08:16. Aktueller Bestzeithalter für die Streckenführung mit Ziel Kreuzjoch ist Petro Mamu (ERI) mit 54:55 und Andrea Mayr (Österreich) mit 01:04:13 (2015 nicht in der Wertung, da wegen eines Murenabgangs das Ziel zur Schlickeralm (ident mit Kurzstrecke) verlegt werden musste).

Es gibt auch eine Kurzstrecke mit eigener Wertung, die 7,5 km lang ist und einen Höhenunterschied von 650 m aufweist. Der Verlauf ist vom Start weg identisch mit dem der langen Strecke, das Ziel ist jedoch bereits bei der Schlickeralm.

Siegerliste

Datum Männer Zeit Frauen Zeit
30. Juli 2017 Geoffrey Gikuni Ndungu -3- 0:58:45 Michelle Maier (GER) -1- 1:07:58
31. Juli 2016 Petro Mamu -2- 0:56:07 Andrea Mayr -2- 1:04:13
26. Juli 2015 Isaac Kosgei (KEN) 0:35:25 Susanne Mair (AUT) 0:42:44
06. Sep. 2014 Eric Blake (USA) 0:59:31 Laura Robertson (Leichtathletin) (NZL) 1:20:20
28. Juli 2013 Petro Mamu (ERI) 0:54:55 Andrea Mayr (AUT) 1:04:27
29. Juli 2012 Geoffrey Gikuni Ndungu -2- 0:59:59 Lucy Wambui Murigi (KEN) 1:13:13
24. Juli 2011 Geoffrey Gikuni Ndungu (KEN) 0:47:16 Sarah Tunstall (GBR) 1:00:39
24. Juli 2010 Jonathan Wyatt -7- 1:00:33 Antonella Confortola Wyatt (ITA) 1:11:43
11. Juli 2009 Rickey Gates (USA) 1:01:57 Anna Pichrtová -5- 1:11:08
03. Aug. 2008 Jonathan Wyatt -6- 058:14 Anna Pichrtová -4- 1:08:16
05. Aug. 2007 Marco Gaiardo (ITA) 1:00:47 Renate Rungger (ITA) 1:09:03
06. Aug. 2006 Jonathan Wyatt -5- 058:15 Anna Pichrtová -3- 1:09:27
07. Aug. 2005 Jonathan Wyatt -4- 058:40 Anna Pichrtová -2- 1:09:57
01. Aug. 2004 Jonathan Wyatt -3- 055:32 Anna Pichrtová (CZE) 1:09:26
03. Aug. 2003 Jonathan Wyatt -2- 057:00 Izabela Zatorska -3- 1:10:00
04. Aug. 2002 Martin Cox -2- 059:59 Izabela Zatorska -2- 1:11:30
  2001 Martin Cox (GBR) 058:42 Izabela Zatorska (POL)
06. Aug. 2000 Jonathan Wyatt (NZL) Birgit Sonntag (GER) 1:09:05
08. Aug. 1999 Antonio Molinari (ITA) Angela Mudge (GBR)

Fußnoten

  1. Schlickeralmlauf: Geschichte (Memento vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive)