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vom 28.04.2020, aktuelle Version,

Schloss Stein (Dellach im Drautal)

Schloss Stein
Schloss Stein im Drautal

Schloss Stein im Drautal

Alternativname(n): Burg Stein
Entstehungszeit: Erste Erwähnung 1190
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Erhalten
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Dellach im Drautal
Geographische Lage 46° 43′ 57″ N, 13° 1′ 17,4″ O
Schloss Stein (Kärnten)
Schloss Stein

Schloss Stein, auch Burg Stein genannt, ist eine gut erhaltene, aus dem Mittelalter stammende Felsenburg auf einem steil aufsteigenden Felsen etwa 200 Meter über der Talsohle des Oberen Drautals in Kärnten. Die Burg steht auf der Südseite der Drau zwischen Oberdrauburg im Westen und Dellach im Drautal im Osten, zu dessen Gemarkung sie gehört. Nördlich der Burg liegt jenseits der Drau die Gemeinde Irschen.

Geschichte

Schloss Stein wurde im späten 12. Jahrhundert errichtet, um das Jahr 1190 wurde es im Besitz des gräflich ortenburgischen Ministerialen Haidenrichs de Lapide erwähnt. Im 13. Jahrhundert stand Burg und Herrschaft Stein im Besitz der Meinhardiner, Grafen von Görz. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Stein im Jahre 1440, als es im Besitz der Grafen von Cilli stand. Im Jahre 1456 kam es an die habsburgerischen Landesfürsten.

Herren von Graben

Im Jahre 1500 verlieh König Maximilian I. die Herrschaft und Schloss Stein an Virgil von Graben und dessen Sohn Lukas von Graben zum Stein. Diese Linie der Herren von Graben, die Linie am Stein, nannte sich fortan Von Graben zum Stein. Über diese gelangte die Herrschaft an die Zweite Tiroler Linie des Herren von Graben, die sich dann ebenfalls Von Graben zum Stein nannten.

Nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Christof David von Graben zum Stein aus dieser Zweiten Tiroler Linie im Jahr 1664 entbrannte um die mit hohen Steuerschulden belegte Herrschaft Stein ein Erbschaftsstreit; denn sowohl die Dritte Tiroler Linie der Von Graben, abstammend von Georg von Graben, einem Sohn des Virgil von Graben, als auch die Herren von Lamberg stellten auf Stein Erbansprüche. Christof Davids Großcousin Hans [Johann] Karl von Graben hatte sich noch zu Lebzeiten von Innsbruck aus um das Erbe bemüht. Als sich Hans Karl über die genaue Verwandtschaft zu den im kärntnerischen verbliebenen Von Graben von Stein erkundigte, musste er („muß ich) schmerzhaftest vernehmen, man vermaine, wie in Tirol wohnhaften von Graben wären aus Kärnten emigrierte Bastarden. Hans Karl stellte daher einen genauen Stammbaum auf, in dem er eindeutig als Nachkomme des Virgil von Graben angesehen werden konnte. Nach genauer Recherche erkannte er, dass dieser aber damals als Altersgründen doch nicht als Lehensempfänger aufgetreten zu sein schien, sondern dessen Sohn Lukas, der ältere Bruder von Hans Karls Vater Georg von Graben. Somit war Hans Karl nur ein Seitenverwandter des ersten Lehensempfängers gewesen und laut der Erbfolge nicht erbberechtigt gewesen, da nur direkte Nachkommen des Lukas von Graben zum Stein, aber auch solche dessen Bruders Bartlmä von Graben[1] erbberechtigt waren.[2] Das Erbe fiel, da auch die Lamberger nur über die weibliche Linie mit den Von Graben zum (von) Stein verwandt waren, an die habsburgischen Landesfürsten zurück.[3]

Weitere Besitzer

Die Habsburger veräußerten Stein 1668 an Balthasar von Beverellis (Von Beverelli, De Pervellis). 1681 ist Stein an die von den Herren von Graben abstammenden Orsini-Rosenberg gegangen.[4] Die Burganlage befindet sich noch heutzutage in deren Besitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Baudetails

Der etwa 15 Meter hohe quadratische Bergfried[5] wurde vom Palas getrennt errichtet und war mit diesem ursprünglich durch eine Holzbrücke verbunden. Er ist heute teilweise verfallen und dient als Aussichtsturm. Eine kunsthistorische Besonderheit stellt die in der Nordostecke befindliche Doppelkapelle dar. Zwei romanische Kapellen aus dem 15. Jahrhundert sind übereinander angeordnet und durch eine Öffnung in der Decke miteinander verbunden. Beide Kapellen, von denen eine dem Heiligen Valentin und eine dem Heiligen Martin (geschaffen von Bartlmä Firtaler) geweiht ist, bergen bemerkenswerte Schnitzstatuen sowie Gewölbemalereien des Südtiroler Künstlers Simon von Taisten.

Weiteres

Im Dellacher Ortsteil Stein steht neben der Steiner Straße eine gemauerte Nachbildung von Schloss Stein als Modell.[6]

Einzelnachweise

  1. Kärntner Burgenkunde: Quellen- und Literaturhinweise zur geschichtlichen und rechtlichen Stellung der Burgen, Schlösser und Ansitze in Kärnten sowie ihrer Besitzer, S. 142. Von Franz Xaver Kohla, Gustaf Adolf von Metnitz, Gotbert Moro (Geschichtsverein für Kärnten, 1973)
  2. Carinthia I., Bände 163-165
  3. Carinthia I., Bände 163-165
  4. Collegium Res Nobilis Austriae: Orsini und Rosenberg
  5. Eintrag über Stein im Drautal auf Burgen-Austria
  6. Foto des Modells von Schloss Stein, auf commons.wikimedia.org
Commons: Burg Stein im Drautal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien