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vom 24.08.2017, aktuelle Version,

Schloss Stein (Dellach im Drautal)

Schloss Stein
Schloss Stein im Drautal

Schloss Stein im Drautal

Alternativname(n): Burg Stein
Entstehungszeit: Erste Erwähnung 1190
Burgentyp: Höhenburg, Felslage
Erhaltungszustand: Erhalten
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Dellach im Drautal
Geographische Lage 46° 43′ 52,7″ N, 13° 1′ 22,1″ O
Schloss Stein (Dellach im Drautal) (Kärnten)
Schloss Stein (Dellach im Drautal)

Das Schloss, auch Burg Stein genannt, ist eine gut erhaltene, aus dem Mittelalter stammende Felsenburg auf einem steil aufsteigenden Felsen etwa 200 Meter über der Talsohle der kärntnerischen Gemeinde Dellach im Drautal.

Geschichte

Schloss Stein wurde im späten 12. Jahrhundert errichtet, um das Jahr 1190 wurde es im Besitz des gräflich ortenburgischen Ministerialen Haidenrichs de Lapide erwähnt. Im 13. Jahrhundert stand Burg und Herrschaft Stein im Besitz der Meinhardiner, Grafen von Görz. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Stein im Jahre 1440, als es im Besitz der Grafen von Cilli stand. Im Jahre 1456 kam es an die habsburgerischen Landesfürsten. Im Jahre 1500 verlieh Kaiser Maximilian I. Stein an Virgil von Graben und dessen Sohn Lukas von Graben zum Stein. Dieser Zweig der Herren von Graben nannte sich fortan Von Graben zum Stein.

Nach dem Tod Christof David von Graben zum Steins entbrannte im Jahre 1664 um die mit hohen Steuerschulden belegte Herrschaft Stein ein Erbschaftsstreit, denn sowohl die tirolerischen Von Graben, abstammend von Georg von Graben, einem Sohn des Virgil von Graben, als auch die Herren von Lamberg stellten auf Stein Erbansprüche. Christof Davids Großcousin Hans [Johann] Karl von Graben hatte sich noch zu Lebzeiten von Innsbruck aus um das Erbe bemüht. Als sich Hans Karl über die genaue Verwandtschaft zu den im kärntnerischen verbliebenen Von Graben von Stein erkundigte, „muß ich schmerzhaftest vernehmen, man vermaine, wie in Tirol wohnhaften von Graben wären aus Kärnten emigrierte Bastarden. Hans Karl stellte daher einen genauen Stammbaum auf, in dem er eindeutig als Nachkomme des Virgil von Graben angesehen werden konnte. Nach genauer Recherche erkannte er, dass dieser aber damals als Altersgründen doch nicht als Lehensempfänger aufgetreten zu sein schien, sondern dessen Sohn Lukas, der ältere Bruder von Hans Karls Vater Georg von Graben. Somit war Hans Karl nur ein Seitenverwandter des ersten Lehensempfängers gewesen und laut der Erbfolge nicht erbberechtigt gewesen, da nur direkte Nachkommen des Lukas von Graben zum Stein erbberechtigt waren.[1] Das Erbe fiel, da auch die Lamberger nur über die weibliche Linie mit den Von Graben zum (von) Stein verwandt waren, an die habsburgischen Landesfürsten zurück.[2] Diese veräußerten es 1668 an Balthasar de Pervellis.

Im Jahr 1681 ist Stein an die von den Herren von Graben abstammenden Orsini-Rosenberg gegangen.[3] Die Burganlage befindet sich noch heutzutage in deren Besitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Baudetails

Der Bergfried, vom Palas getrennt und mit diesem ursprünglich durch eine Holzbrücke verbunden, ist heute teilweise verfallen und dient als Aussichtsturm. Eine kunsthistorische Besonderheit stellt die in der Nordostecke befindliche Doppelkapelle dar. Zwei romanische Kapellen aus dem 15. Jahrhundert sind übereinander angeordnet und durch eine Öffnung in der Decke miteinander verbunden. Beide Kapellen, von denen eine dem Heiligen Valentin und eine dem Heiligen Martin (geschaffen von Bartlmä Firtaler) geweiht ist, bergen bemerkenswerte Schnitzstatuen sowie Gewölbemalereien des Südtiroler Künstlers Simon von Taisten.

Einzelnachweise

  1. Carinthia I., Bände 163-165
  2. Carinthia I., Bände 163-165
  3. Collegium Res Nobilis Austriae: Orsini und Rosenberg
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