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vom 18.09.2017, aktuelle Version,

Schneeberglauf

Der Schneeberglauf ist nicht nur ein Berglauf, sondern auch ein Wettrennen zwischen Mensch und Lokomotive.
Impression vom Schneeberglauf 2008

Der internationale Raiffeisen-Schneeberglauf, oder „Leo Arnoldi-Gedenklauf“, ist eine Berglauf-Veranstaltung in Puchberg am Schneeberg in Niederösterreich. Der Lauf ist ein Kampf „Mensch gegen Maschine“; die Läufer messen sich im direkten Duell mit einem Dampf-Zug der Schneebergbahn. Die zweite Laufveranstaltung auf den Schneeberg ist der Fadensteiglauf.

Die Läufer starten mitten im Ortsgebiet Puchberg bei der Schneeberghalle in einer Höhe von 585 m ü. A. Da die Läufer nach einem knappen Kilometer die Bahngleise überqueren müssen, ist der Start der Dampflok hinter diese Kreuzung verlegt worden, damit es zu keinen Hindernissen für Bahn und Läufern, aber auch zu keinen Unfällen kommt. Die Dampflok fährt allerdings erst von diesem Punkt los, nachdem die ersten Läufer den Bahnübergang überquert haben und hat so keinen zeitlichen Vorsprung. Die Berglaufstrecke weist insgesamt eine Länge von zehn Kilometern auf und bietet zwei Labestellen. Die Steigung beträgt durchschnittlich 12 Prozent, an manchen Stellen sogar bis zu 20 Prozent. Das gemeinsame Ziel ist im Bahnhof Hochschneeberg am Schneeberg in einer Seehöhe von 1800 m.

Geschichte

Der Schneeberglauf wird seit 1997 vom LC Running Puchberg veranstaltet. Initialzündung für den Lauf war der einhundertste Jahrestag der Eröffnung der Zahnradbahn, zu deren Jubiläum erstmals der Berglauf durchgeführt wurde, und zwar als Rennen gegen die alte dampfbetriebene Zahnradbahn. Die Dampflokomotive fährt jedes Jahr in rund 55 bis 60 Minuten (normale Fahrzeit 78 Min) auf den Schneeberg. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Dampflokomotive in der Station Baumgartner einen längeren Aufenthalt zum Wassernehmen benötigt.

Das Rennen Mensch gegen Maschine geht immer sehr knapp aus, jedoch konnten die Läufer bisher deutlich mehr Siege als die Zahnradbahn einfahren. Die Dampflok konnte 2001 und 2002 sogar zweimal in Folge die Läufer hinter sich lassen. Zwischen 2006 und 2008 gewann der Ausnahme-Bergläufer und mehrmalige Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt (Neuseeland) gleich dreimal hintereinander den Berglauf. Er wiederholte seinen Erfolg auch 2010.

Erstmals war der Schneeberglauf 2008 auch ein Grand Prix-Lauf der Weltmeisterschaften im Berglaufen und ein Lauf der Wiener Bergmeisterschaft.

Eine besondere Premiere gab es 2010, als mit Jonathan Wyatt und seiner Ehefrau Antonella Confortola-Wyatt erstmals ein Ehepaar auf dem Siegespodest stand.

Die österreichische Berglauf-Weltmeisterin (dieser Titel wird jedoch nur inoffiziell vergeben) Andrea Mayr setzte 2008 neue Maßstäbe bei den Damen. Sie unterbot den bisherigen Rekord der Österreicherin Elisabeth Rust (64:22 Minuten) mehr als deutlich und war nach 58:21 Minuten im Ziel.[1] Nur fünf Männer waren dabei schneller als Andrea Mayr im Ziel. Dies obwohl die letzten einhundert Höhenmeter bei nur +3 °C im Schnee gelaufen werden mussten.

Hervorzuheben bei den Damen ist auch die 30-fache österreichische Staatsmeisterin Carina Lilge-Leutner, die 2011 im Alter von bereits 51 Jahren ihren dritten Sieg beim Schneeberglauf feiern konnte.

Beim Schneeberglauf 2012 konnten 396 Teilnehmer das Rennen erfolgreich beenden und damit den bisherigen Rekord aus 2009 um einen Finisher verbessern. Auch das Starterfeld von 480 Teilnehmern brachte im Jahr 2012 einen neuen Rekord.[2]

Preise

Der bestplatzierte Herr und die bestplatzierte Dame erhalten zusätzlich zum Preisgeld von 500 Euro eine Trophäe in Form eines Zahnrades der Schneebergbahn auf einem Stein. Die 2. und 3. platzierten in der Kategorie Herren und Damen bekommen ebenfalls ein Preisgeld. Des Weiteren werden die besten drei Läufer und Läuferinnen jeder Altersklasse mit einer Medaille ausgezeichnet. Eine Altersklasse umfasst zehn Jahre, beginnend mit dem 20. Lebensjahr. Zusätzlich gibt es eine Altersklasse für Junioren, also Teilnehmer unter 20. Der Sieger und die Siegerin jeder dieser Altersklasse erhalten zusätzlich einen Gutschein für einen freien Start beim nächsten Bewerb.

Siegerliste

Vierfacher Sieger und Streckenrekordhalter: Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt
Zweifache Siegerin und Streckenrekordhalterin: Berglaufweltmeisterin Andrea Mayr

Die jeweiligen Sieger der einzelnen Jahre sind gelb hinterlegt.

Datum Ziel-
ankünfte
Herren Damen Zahnrad-
bahn
Rang Starter Nation Zeit Rang Starterin Nation Zeit
27. September
1997
202 1. Peter Schatz Osterreich 54:12 1. Isabelle Pycha Osterreich 77:44 58:59
(Rang 4)
2. Hans Kogler Osterreich 55:35 2. Carina Lilge-Leutner Osterreich 78:38
3. Alexander Wallner Osterreich 57:28 3. Andrea Schiffer Osterreich 86:51
26. September
1998
157 1. Peter Schatz Osterreich 57:03 1. Bärbl Jungmeier Osterreich 85:01 53:24
(Sieger)
2. Franz Engl Osterreich 59:03 2. Birgit Fath-Jakusch Osterreich 90:03
3. Karl Zisser Osterreich 59:48 3. Andrea Schiffer Osterreich 93:22
25. September
1999
137 1. Johann Kogler Osterreich 55:05 1. Anna Pichrtova Slowakei 68:46 65:44
(Rang 7)
2. Peter Schatz Osterreich 57:40 2. Roswitha Trippacher Osterreich 84:54
3. Franz Engel Osterreich 58:35 3. Bärbel Jungmeier Osterreich 87:16
23. September
2000
232 1. Hans Kogler Osterreich 56:20 1. Elisabeth Rust Osterreich 64:22 57:20
(Rang 2)
2. Hermann Gruber Osterreich 60:19 2. Anna Pichrtova Osterreich 66:20
3. Mario Janschka Osterreich 63:48 3. Isabella Pycha Osterreich 73:14
29. September
2001[3]
228 1. Helmut Schmuck Osterreich 55:17 1. Simone Hornegger Osterreich 76:19 54:52
(Sieger)
2. Alexander Wallner Osterreich 59:40 2. Tina Schwarz Osterreich 67:50
3. Michael Alfon Osterreich 61:44 3. Ingrid Mair-Mayer Osterreich 80:28
28. September
2002[4]
203 1. Manfred Tod Osterreich 61:38 1. Rosa Halbauer Osterreich 84:01 54:57
(Sieger)
2. Markus Pinggera Osterreich 63:03 2. Brigitte Wiesenthaler Osterreich 84:25
3. Harald Helleport Osterreich 64:00 3. Katja Stenbacka Osterreich 85:49
27. September
2003[5]
267 1. Alois Redl Osterreich 54:30 1. Marion Kapuscinski Osterreich 70:52 55:58
(Rang 2)
2. Radomir Soukup Tschechien 58:20 2. Anita Waiss Osterreich 78:52
3. Roman Skalsky Tschechien 59:25 3. Brigitte Wiesenthaler Osterreich 79:12
25. September
2004[6]
275 1. Alois Redl Osterreich 54:18 1. Isabella Pycha Osterreich 72:23 53:14
(Sieger)
2. Martin Ploner Osterreich 60:39 2. Veronika Kienbichl Osterreich 73:50
3. Christian Stockner Osterreich 61:01 3. Renate Krickl Osterreich 83:24
24. September
2005[7]
226 1. Branko Grah Osterreich 58:44 1. Carina Lilge-Leutner Osterreich 70:59 59:54
(Rang 2)
2. Rudi Reitberger Osterreich 60:25 2. Anita Waiss Osterreich 78:05
3. Wolfgang Spatt Osterreich 61:32 3. Tina Schwarz Osterreich 80:11
23. September
2006[8]
304 1. Jonathan Wyatt Neuseeland 52:21 1. Marion Kapuschinski Osterreich 71:54 57:45
(Rang 3)
2. Alfred Mandl Osterreich 57:27 2. Irene Zerkhold Osterreich 75:12
3. Thomas Heigl Osterreich 58:18 3. Tina Schwarz Osterreich 76:16
29. September
2007[9]
350 1. Jonathan Wyatt Neuseeland 55:14 1. Carina Lilge-Leutner Osterreich 69:37 59:30
(Rang 3)
2. Martin Gansterer Osterreich 59:12 2. Karoline Reich Osterreich 69:37
3. Thomas Krejci Osterreich 60:21 3. Tina Schwarz Osterreich 78:10
27. September
2008[10]
369 1. Jonathan Wyatt Neuseeland 53:09 1. Andrea Mayr Osterreich 58:21 58:38
(Rang 8)
2. Mitja Kosovelj Slowenien 54:17 2. Mateja Kosovelj Slowenien 64:37
3. Georges Burrier Frankreich 55:45 3. Lucija Krkoc Slowenien 68:58
26. September
2009[11]
395 1. Andrzej Długosz Polen 55:09 1. Andrea Mayr Osterreich 61:36 60:38
(Rang 6)
2. Alois Redl Osterreich 57:05 2. Irmi Kubicka Osterreich 68:50
3. Helmut Schmuck Osterreich 57:45 3. Izabela Zatorska Polen 70:57
25. September
2010[12]
308 1. Jonathan Wyatt Neuseeland 53:54 1. Antonella Confortola-Wyatt Italien 66:38 65:19
(Rang 12)
2. David Schneider Schweiz 56:28 2. Margit Edelseider Osterreich 72:49
3. Alois Redl Osterreich 59:07 3. Carine Lilge-Leutner Osterreich 74:41
24. September
2011[13]
374 1. David Schneider Schweiz 54:46 1. Carina Lilge-Leutner Osterreich 72:54 66:15
(Rang 13)
2. Andrzej Długosz Polen 56:40 2. Isabelle Schmöger Osterreich 75:46
3. Alois Redl Osterreich 60:32 3. Paula Knoll-Rumpl Osterreich 76:17
29. September
2012[14]
396 1. David Schneider Schweiz 55:24 1. Gabriele Eberhardt Osterreich 75:31 58:39
(Rang 4)
2. Andrzej Długosz Polen 55:51 2. Isabella Schmöger Osterreich 75:38
3. Alois Redl Osterreich 58:04 3. Carina Lilge-Leutner Osterreich 75:49
28. September
2013[15]
298 1. Andrzej Długosz Polen 53:39 1. Antonella Confortola-Wyatt Italien 66:37 63:37
(Rang 11)
2. David Schneider Schweiz 54:19 2. Angelika Melber Osterreich 77:51
3. Azarya Teklay Weldemariam Eritrea 55:08 3. Eva Portoro Ungarn 78:38
28. September
2014[16]
305 1. Petro Mamu Osterreich 53:13 1. Veronika Limberger Osterreich 77:20 48:22
(Rang 1)
2. David Schneider Schweiz 55:33 2. Angelika Melber Osterreich 78:07
3. Andrzej Długosz Polen 58:45 3. Elisabeth Pöltner-Holkovic Osterreich 79:14
28. September
2015[17]
246 1. Christian Hoffmann Osterreich 55:07 1. Paula Knoll-Rumpl Osterreich 75:12 61:46
(Rang 5)
2. David Schneider Schweiz 56:06 2. Maria Gradauer Osterreich 77:57
3. Gernot Kerschbaumer Osterreich 60:41 3. Elisabeth Pöltner-Holkovic Osterreich 79:13
24. September
2016[18]
218 1. Miran Cvet Slowenien 58:20 1. Isabella Schmöger Osterreich 73:56 59:30
(Rang 2)
2. Alois Redl Osterreich 61:21 2. Elisabeth Pöltner-Holkovic Osterreich 77:37
3. Simon Gessler Deutschland 64:23 3. Marlies Penker Osterreich 79:09

Streckenrekorde

Den Streckenrekord hält der Neuseeländer Jonathan Wyatt, der 2006 die Strecke in 52:21 Minuten bewältigte. Den Streckenrekord der Damen hält die Österreicherin Andrea Mayr mit 58:21 Minuten. Die Zahnradbahn erreichte 2014 mit 48:22 Minuten ihre bisherige Rekordzeit.

Einzelnachweise

  1. IAAF: Wyatt, Mayr take WMRA victories at the Schneeberglauf (Memento vom 1. Oktober 2008 im Internet Archive). (28. September 2008)
  2. LC Running Puchberg: Martina Stoll: Rennbericht 2012 (pdf-Dokument, 27 KB; abgerufen am 4. Dezember 2012)
  3. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 5. Internationaler Schneeberglauf 29. September 2001 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  4. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 6. Internationaler Schneeberglauf 28. September 2002 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  5. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 7. Internationaler Schneeberglauf 27. September 2003 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  6. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 8. Internationaler Schneeberglauf 25. September 2004 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  7. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 9. Internationaler Schneeberglauf 24. September 2005 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  8. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 10. Internationaler Schneeberglauf 23. September 2006 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  9. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 11. Internationaler Schneeberglauf 29. September 2007 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  10. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 12. Internationaler Schneeberglauf 27. September 2008 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 27. September 2008)
  11. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 13. Internationaler Schneeberglauf 26. September 2009 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 26. September 2009)
  12. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 14. Internationaler Schneeberglauf 25. September 2010 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 25. September 2010)
  13. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 15. Internationaler Schneeberglauf 24. September 2011 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 22. Dezember 2011)
  14. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 16. Internationaler Schneeberglauf 29. September 2012 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 4. Dezember 2012; PDF; 204 kB)
  15. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 17. Internationaler Schneeberglauf 28. September 2013 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 10. August 2014)
  16. Stephan Fichtinger (offizieller Zeitnehmer): 18. Internationaler Schneeberglauf 27. September 2014 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 15. September 2016)
  17. maxfunsports.com: 19. Internationaler Schneeberglauf 26. September 2015 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 15. September 2016)
  18. maxfunsports.com: 20. Internationaler Schneeberglauf 24. September 2016 Puchberg/Schneeberg (abgerufen am 24. September 2016)