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vom 22.11.2015, aktuelle Version,

Schulautonomie

Unter Schulautonomie versteht man im österreichischen Bildungssystem die Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen. Das heißt, Schulen können bestimmte Angelegenheiten unter Mitwirkung der Schulpartner selbst entscheiden, im Unterschied zu jenen Bereichen, deren Umsetzung auf Basis von gesetzlichen Vorgaben und Erlässen zentral vorgegeben ist.[1] Im Rahmen dieser Freiheiten ist es Schulen u. a. auch möglich, Schwerpunkte zu setzen und sich von anderen Schulen abzuheben. Damit verbunden ist aber auch der Anspruch von Bildungspolitik und -verwaltung, dass die Schulentwicklung hauptsächlich der Einzelschule obliegt.

Anfänge

Nach Jahren der Stagnation und einer strengen Regelung der Entscheidungsspielräume mehrte sich die Kritik an der Effizienz der zentralistischen Steuerung. Der Begriff „Schulautonomie“ wurde erstmals in einer Pressekonferenz des Wiener Stadtschulrats im Jahr 1988 verwendet, womit österreichweit die Diskussion über regionale und länderspezifischer Lösungsvorschläge für die sich immer weiter zuspitzende Problematik an Hauptschulen breit eröffnet wurde. Diskutiert wurden wettbewerbsorientierte Ansätze im Bildungswesen oder die Ermöglichung von pädagogischen Initiativen aus dem Lehrkörper heraus sowie eine Zurückdrängung von parteipolitischen oder bürokratischen Vorgaben, die letztlich in der 14. Novelle des Schulorganisationsgesetzes (SchOG) Berücksichtigung fanden.

Ausformung

Die Schulautonomie ermöglicht eine schulische Lehrplanautonomie innerhalb von Rahmenvorgaben, wodurch Schulen ausgehend von ministeriellen Vorgaben die Stundenzahlen für Unterrichtsfächer verändern und neue Pflichtgegenstände, unverbindliche Übungen oder Freigegenstände einführen können, wodurch zahlreiche Schulen mit besonderem Bildungsschwerpunkt entstanden.

Einzelnachweise

  1. Informationsblätter zum Schulrecht. (PDF) Teil 4: Schulautonomie, S. 5