unbekannter Gast
vom 02.01.2017, aktuelle Version,

Seyfried Christoph von Breuner

Seyfried Christoph von Breuner

Graf Seyfried Christoph von Breuner (* 1569 in Staatz; † 22. November 1651 in Asparn an der Zaya), Angehöriger des österreichischen Adelsgeschlechts der Breuner, war Ratgeber dreier Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.

Biographie

Seyfried Christoph wurde 1569 als zweiter Sohn des Hofkammerpräsidenten Freiherr Seyfried Breuner (1538–1594) in Staatz im niederösterreichischen Weinviertel geboren[1]. Er studierte Rechtswissenschaften in Padua und trat 1597 in den Staatsdienst ein. Kaiser Rudolf II ernannte ihn zum Hofkammerrat, 1600 stieg er bereits zum Präsidenten der niederösterreichischen Hofkammer auf.

Seyfried Christoph war ursprünglich Protestant, trat aber zum Katholizismus über. Dies sicherte ihm Einfluss am Hofe Kaiser Matthias auch nach dem Bruderzwist. 1618 beteiligte er sich am Sturz des mächtigen Kardinals Melchior Khlesl. Er gehörte zum engsten Beraterkreis Kaiser Ferdinands II. Dieser erhob ihn 1624 in den Reichsgrafenstand. Von 1620 bis 1626 war er Landmarschall der niederösterreichischen Landstände und gleich anschließend Statthalter von Niederösterreich. Dieses Amt legte er erst 1640 aus Altersgründen nieder.

Seyfried Christoph war ein Finanzgenie und galt als einer der reichsten Männer seiner Zeit. 1594 erbte er von seinem Vater die Pfandherrschaft von Staatz, 1600 kaufte er die Herrschaft samt Burg von Kaiser Rudolf für 48.708 Gulden. 1610 erwarb er für 145.000 Gulden die Herrschaft Asparn und baute das dortige Schloss zu seiner Hauptresidenz aus. In Asparn gründete er ein noch heute bestehendes Minoritenkloster.

In seine letzten Lebensjahre fiel die Zerstörung seiner Stammburg Staatz 1645 durch schwedische Truppen. Seyfried Christoph starb 1651 im Alter von 82 Jahren. Er wurde in der Gruft der Pfarrkirche Asparn beigesetzt. Sein Denkmal steht an der Schlossbrücke.

Sonstiges

Seyfried Christoph von Breuner ist als Figur in Grillparzers Drama Ein Bruderzwist in Habsburg verewigt.[2]

Literatur

  • Franz Karl Wissgrill, Schauplatz des landsässigen nieder-österreichischen Adels.., Band 1, S. 386ff, Wien 1794
  • Universität Wien, Institut für Geschichte link

Einzelnachweise

  1. Stammbaum auf genealogy.euweb.cz
  2. Eitzing. Eine liebenswerte Gemeinde im Innviertel. Hrsg. v. d. Gemeinde Eitzing, Oberösterreich. Ried i. Innkreis, 2013, S. 49