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vom 18.01.2018, aktuelle Version,

Slowenen in Österreich

Die Zahl der Slowenen in Österreich wurde bei der Volkszählung 2001 mit 24.855 ohne Windisch angegeben[1]. Da die „Windisch“ genannte sprachliche Varietät jedoch ausschließlich von Menschen slowenischer Herkunft gesprochen wird, wäre es sinnvoll, die Zahl der „Windischsprecher“ zu der der Slowenen hinzuzuzählen. Diese Zahl wird allerdings in der Volkszählung von 2001 nicht angegeben.

Von den Slowenen in Österreich waren laut der Volkszählung 2001 17.953 österreichische Staatsbürger und 13.225 in Österreich geboren.[1] Die Mehrheit dieser ethnischen Slowenen mit österreichischer Staatsbürgerschaft zählt zu den anerkannten autochthonen Minderheiten in Kärnten (den Kärntner Slowenen) und der Steiermark (den Slowenen in der Steiermark). Deren Siedlungsgebiete sind räumlich voneinander getrennt, schließen jedoch jeweils an Slowenien an.

Zur Gruppe der Slowenen in Österreich gehören aber auch Bürger des Staates Slowenien. Für den Stichtag 1. Januar 2011 gibt die „Slowenische Community in Österreich“ die Zahl von 16.800 Menschen mit Herkunft aus Slowenien in Österreich an. Die Autochthonen stellen also in den 2010er Jahren eine Minderheit unter den Slowenen in Österreich dar. Die slowenische Botschaft in Österreich teilte mit, dass von den Menschen in Österreich mit slowenischer Staatsangehörigkeit 3.274 zur Wahl zum Slowenischen Parlament am 4. Dezember 2011 wahlberechtigt gewesen seien.[2]

Auffällig ist der steigende Anteil der Ausländer unter den Slowenen in Österreich.[3] Dabei ist zu berücksichtigen, dass in keinem Jahr seit 2006 mehr als 42 ehemalige Staatsbürger Sloweniens die österreichische Staatsangehörigkeit erhielten.[4] Der Anstieg der Ausländerquote ist zum einen durch den Verfall der slowenischen Sprachkenntnisse unter den autochthonen Slowenen bzw. Slowenischstämmigen zu erklären, der zu einer veränderten Zuordnung der betreffenden Personen in Statistiken führt, zum anderen durch den Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union im Jahr 2004, der es Staatsbürgern Sloweniens erleichtert hat, jenseits der Staatsgrenze in Österreich einen Wohnsitz zu begründen, ohne die österreichische Staatsangehörigkeit anstreben zu müssen (wegen der mit der Unionsbürgerschaft verbundenen Privilegien).

Die Republik Slowenien betrachtet sich als Patron der autochthonen Slowenen in Österreich.[5] Deren Belange fallen in die Kompetenz des slowenischen „Ministeriums für Ausslandsslowenen“. Der slowenische Außenminister Karl Erjavec bemängelte im Februar 2017, dass durch die neue Landesverfassung Kärntens die slowenische Sprache diskriminiert werde, indem sie nicht als „die Sprache der Vollziehung des Landes Kärnten“ gelte.[6]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Bevölkerung 2001 nach Umgangssprache, Staatsangehörigkeit und Geburtsland. Statistik Austria, abgerufen am 2. November 2014.
  2. Medienservicestelle Neue Österreicher/innen: Slowenische Community in Österreich. 1. Dezember 2011
  3. Volkszählung 2001, Hauptergebnisse I – Kärnten, Tabelle 5, S. 63–67
  4. Statistik Austria: Tabelle „Eingebürgerte Personen seit 2006 nach bisheriger Staatsangehörigkeit“. Wien 2017
  5. Kommunikationsamt der Regierung der Republik Slowenien: Fakten über Slowenien. Ljubljana. Februar 2009, S. 38 (20)
  6. Kärntner Verfassungsreform für Slowenen inakzeptabel. Der Standard. 17. Februar 2017