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vom 20.12.2017, aktuelle Version,

Sommerflieder

Sommerflieder

Buddleja marrubiifolia, Blütenstand

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Tribus: Sommerfliedergewächse (Buddlejeae)
Gattung: Sommerflieder
Wissenschaftlicher Name
Buddleja
L.

Die Sommerflieder (Buddleja) auch Schmetterlingsflieder genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Die bekannteste Art der Gattung ist der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), seine Sorten sind in den gemäßigten Gebieten verbreitete Zierpflanzen für Parks und Gärten.

Beschreibung

Illustration von
A. Buddleja brasiliensis: Habitus.
B-E. Buddleja globosa: B. Habitus. C. Blüte. D. Kronblätter w/ Staubbeutel. E. Fruchtknoten.
F/G. Buddleja americana: F. Blüte. G. Kronblätter.
H. Buddleja asiatica: Habitus.
J/K. Buddleja lindleyana: Blüte.
L. Buddleja salviifolia: Blüte.
M/N. Buddleja japonica: Früchte.
aus Hans Solereder: Loganiaceae In: Engler, Prantl (eds.): Die natürlichen Pflanzenfamilien [...] IV. Teil. 2. Abteilung Leipzig zwischen 1892 und 1895.
Illustration aus Flore des serres ..., Volume 14 von Buddleja colvilei
Wechselblättriger Sommerflieder ( Buddleja alternifolia)
Schmetterlingsflieder ( Buddleja davidii)
Kugel-Sommerflieder ( Buddleja globosa)
Habitus und Blütenstände von Buddleja madagascariensis
Blütenstand und Laubblätter von Buddleja salviifolia
Blütenstände von Buddleja tubiflora
Habitus von Buddleja utahensis

Vegetative Merkmale

Sommerflieder-Arten wachsen als Halbsträucher, Sträucher, seltener Bäume oder Lianen. Die Zweige sind im Querschnitt stielrund, vierkantig oder viergeflügelt.

Die meist gegenständig, selten wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind häufig kurz. Die Blattränder sind glatt, gekerbt oder gezähnt. Die Nebenblätter sind meist laubblattartig, fast kreisförmig und geöhrt oder zu einer Querlinie reduziert.

Generative Merkmale

Die end- oder seitenständigen Blütenstände enthalten meist viele Blüten. Die Tragblätter sind laubblattähnlich und die Vorblätter sind kelchblattähnlich.

Die eingeschlechtigen oder zwittrig Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind mehr oder weniger glockenförmig, seltener kelchförmig oder verkehrt-konisch verwachsen. Die gerade oder gebogene Kelchröhre ist in der Regel länger als die Kelchzipfel. Die vier Kronblätter sind glocken-, kelch-, schüssel- oder trichterförmig verwachsen. Die gerade oder gebogene Kronröhre ist zylindrisch und meist länger als die Kronzipfel. Die in der Kronröhre inserierten Staubblätter überragen diese meist nicht. Die Staubfäden sind kürzer bis länger als die Staubbeutel. Zwei bis selten vier Fruchtblätter sind zu einem zwei- bis selten vierkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind einige bis viele Samenanlagen je Fruchtknotenkammer vorhanden. Der kurze bis lange Griffel endet oft in einer langen, gekeulten, kopfigen oder weniger oft zweilappigen Narbe.

Es werden meist scheidewandspaltige (= septizide), zweifächerige Kapselfrüchte ausgebildet. In China bildet nur Buddleja madagascariensis Beeren aus. Die Früchte enthalten meist vielen Samen. Die kleinen, häufig geflügelten Samen enthalten fleischiges Endosperm und einen geraden Embryo.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Buddleja wurde 1753 vom schwedischen Botaniker Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 112. aufgestellt. Der Gattungsname Buddleja ehrt den englischen Botaniker Adam Buddle (1660–1715). Buddleja L. sind: Adenoplea Radlk., Adenoplusia Radlk., Buddleia L. orth. var., Chilianthus Burch.[1]

Die Sommerflieder-Arten sind in den tropischen und subtropischen Gebieten der Neuen Welt und der Alten Welt verbreitet. In China kommen 20 Arten und fünf Hybriden vor. Wenige Arten sind sich als Neophyten auch in Europa verbreitet.

Es gibt etwa 100 Buddleja-Arten; hier eine Auswahl:

  • Weißblühender Sommerflieder[2] (Buddleja albiflora Hemsl., Syn.: Buddleja hemsleyana Koehne): Er gedeiht in offenen Waldländern, an Waldrändern und an Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 500 bis 3000 Meter in den chinesischen Provinzen Gansu, Guizhou, Henan, Hubei, Hunan, Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan.[3]
  • Wechselblättriger Sommerflieder[2] (Buddleja alternifolia Maxim.): Er gedeiht im Dickicht an Flussufern und an ausgetrockneten Flussläufen in Höhenlagen von 1500 bis 4000 Meter in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Henan, Nei Mongol, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shanxi sowie Sichuan.[3]
  • Buddleja americana L.: Er ist von Mexiko über Zentral- bis Südamerika und auf Karibischen Inseln verbreitet.[1]
  • Buddleja araucana Phil.: Die Heimat ist Argentinien.[1]
  • Buddleja asiatica Lour.: Er ist in Pakistan, Indien, Bangladesch, Bhutan, Nepal, Myanmar, Laos, Kambodscha, Thailand, China, Vietnam, Indonesien, Malaysia, Neuguinea und auf den Philippinen verbreitet. Er wird auch kultiviert.[3]
  • Buddleja brachystachya Diels: Er gedeiht in Gebüschen im Gebirge und an ausgetrockneten Flussläufen in Höhenlagen von 1000 bis 2700 Meter in den chinesischen Provinzen Gansu, Sichuan sowie Yunnan.[3]
  • Buddleja bullata Kunth: Er kommt von Kolumbien und Venezuela über Ecuador bis Peru vor.[1]
  • Buddleja candida Dunn: Er ist im nordöstlichen Indien, südöstliches Tibet und in den chinesischen Provinzen südliches Sichuan sowie Yunnan verbreitet.[1][3]
  • Buddleja colvilei Hook. f. & Thomson: Er gedeiht im Himalaja in Bhutan, Sikkim, Nepal sowie Indien, im südlichen Tibet sowie in Yunnan.[3]
  • Buddleja cordata Kunth: Er ist mit drei Unterarten in Mexiko verbreitet[1]:
    • Buddleja cordata subsp. cordata
    • Buddleja cordata subsp. ovandensis (Lundell ex E.M.Norman) E.M.Norman: Sie kommt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas vor.[1]
    • Buddleja cordata subsp. tomentella (Standl.) E.M.Norman: Sie kommt im nördlichen Mexiko vor.[1]
  • Buddleja coriacea J.Rémy: Er kommt in Bolivien sowie Peru vor und wird dort manchmal Qulli genannt.[1]
  • Buddleja crispa Benth.: Er ist in Afghanistan, Pakistan, Bhutan, Nepal, im nördlichen Indien, Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.[3]
  • Buddleja curviflora Hook. & Arn.: Er kommt in Taiwan und auf den japanischen Inseln südliches Kyushu, südliches Shikoku sowie auf den Ryūkyū-Inseln vor.[1]
  • Schmetterlingsflieder[2] (Buddleja davidii Franch.): Er gedeiht natürlich in Höhenlagen von 800 bis 3000 Meter in Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang. In Japan ist er vermutlich früh eingebürgert worden.[3] Beispielsweise in Europa und Kalifornien ist er ein Neophyt.
  • Buddleja delavayi Gagnep.: Er gedeiht an Waldrändern, im Dickicht in Tälern und an Wegrändern im Gebirge in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Meter in Tibet und in der chinesischen Provinz Yunnan.[3]
  • Buddleja fallowiana Balf. f. & W.W.Sm.: Er gedeiht in offenen Waldländern und im Dickicht im Gebirge in Höhenlagen von 1200 bis 3800 Meter in Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan. In der traditionellen chinesischen Medizin ist er eine Heilpflanze.[3]
  • Buddleja forrestii Diels: Er ist in Indien, Bhutan, Myanmar, Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan verbreitet.[1][3]
  • Kugel-Sommerflieder[2] (Buddleja globosa Hope): Er ist in Peru und Chile verbreitet.
  • Buddleja grandiflora Cham. & Schltdl.: Er ist in Brasilien, Argentinien und Uruguay verbreitet.[1]
  • Buddleja incana Ruiz & Pav.: Er ist in Kolumbien, Bolivien, Ecuador sowie Peru verbreitet, und wird dort manchmal Kiswar genannt.[1]
  • Japanischer Sommerflieder (Buddleja japonica Hemsl.): Die Heimat ist Japan. In Frankreich ist er ein Neophyt.
  • Buddleja lindleyana Fortune: Er gedeiht in Höhenlagen von 200 bis 2700 Meter in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang. In der traditionellen chinesischen Medizin ist er eine Heilpflanze.[3]
  • Buddleja macrostachya Benth.: Er ist im Himalaja verbreitet.
  • Buddleja madagascariensis Lam.: Die Heimat ist nur Madagaskar.
  • Buddleja marrubiifolia Benth.: Er kommt von Texas bis Mexiko vor.[1]
  • Schnee-Sommerflieder (Buddleja nivea Duthie): Er gedeiht in offenen Waldländern, an Waldrändern und im Dickicht im Gebirge in Höhenlagen von 700 bis 3600 Meter in Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan.[3]
  • Buddleja officinalis Maxim.: Er ist in Myanmar, Vietnam und China verbreitet.[3]
  • Buddleja paniculata Wall.: Er ist Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar, Vietnam und China verbreitet.[1]
  • Buddleja perfoliata Kunth: Die Heimat ist Mexiko.[1]
  • Buddleja saligna Willd.: Er ist Südafrika, Simbabwe und Swasiland verbreitet.[1]
  • Buddleja salviifolia (L.) Lam.: Er ist in Afrika verbreitet.
  • Buddleja sessiliflora Kunth: Er kommt nur in den US-Bundesstaaten Texas sowie südliches Arizona vor und ist in weiten Teilen Mexikos verbreitet.[1]
  • Buddleja skutchii C.V.Morton: Er ist von Mexiko über Guatemala und Costa Rica bis Panama verbreitet.[1]
  • Buddleja stachyoides Cham. & Schltdl.: Er kommt im australischen Bundesstaat Queensland, Bolivien, Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vor.[1]
  • Buddleja tucumanensis Griseb.: Er ist in Bolivien und Argentinien verbreitet.[1]
  • Buddleja utahensis Coville: Er ist in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada sowie Utah beheimatet.[1]

Nutzung

Einige Sommerflieder-Arten, vor allem aber die Sorten des Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet. Inzwischen existieren hunderte von Züchtungen und Hybridisierungen zwischen den Sorten. Einige Arten sind auch schon in der traditionellen chinesischen Gartenkunst bedeutsam. Gemeinsam ist den Arten, dass sie durch ihren intensiven Geruch auffallen und häufig Schmetterlinge anziehen.

Einige Arten werden in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilpflanzen verwendet.[3]

Quellen

Belege

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Buddleja im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
  2. 1 2 3 4 Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg: Loganiaceae.: Buddleja, S. 329 -textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1996, ISBN 0-915279-37-1.
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