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vom 22.06.2017, aktuelle Version,

Sonnenröschen

Sonnenröschen

Kahles Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium subsp. glabrum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
Gattung: Sonnenröschen
Wissenschaftlicher Name
Helianthemum
Mill.

Die Pflanzengattung der Sonnenröschen (Helianthemum) gehört zur Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Die 100 bis 175 Arten sind vor allem im Mittelmeerraum verbreitet.

Namen

Der deutsche Trivialname kommt von der Eigenschaft der Blüten, sich nach der Sonne auszurichten. Auch dürften die leuchtend gelben Blüten bzw. die Vorliebe für sonnige Plätze dazu beigetragen haben.

Der botanische Name leitet sich von den griechischen Wörtern helios für Sonne und anthemos für Blüte ab.

Beschreibung

Illustration aus Flora Atlantica, sive, Historia plantarum quae in Atlante, agro Tunetano et Algeriensi crescunt, Tafel 109 des Apenninen-Sonnenröschen ( Helianthemum apenninum)

Vegetative Merkmale

Helianthemum-Arten sind immergrüne bis halbimmergrüne Halbsträucher. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach.

Blütendiagramm von Helianthemum nummularium

Generative Merkmale

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrischen und fünfzählig. Die fünf freien Kronblätter sind am häufigsten gelb, aber es gibt auch Arten in den Farben purpur, rosa, rot, scharlach und weiß. Meist sind viele Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist oberständig.

Es werden Kapselfrüchte gebildet.

Ökologie

Die Laubblätter färben sich im Winter an schneefreien Standorten leuchtend rot durch die Ansammlung von Anthocyanen (Farbstoffen), die aus den Assimilaten gebildet werden, wenn die Temperaturen für die Umwandlung in Stärke nicht mehr reichen.

Die Blüten schließen sich bei Dunkelheit und Nässe und sind nur bei Temperaturen über 20 °C geöffnet. Sie sind nektarlos, bieten aber eiweißhaltige Pollen. Die Kronblätter besitzen eine starke UV-Reflexion und sind daher für Bienen gut sichtbar.

Apenninen-Sonnenröschen ( Helianthemum apenninum)
Katzenkopf-Sonnenröschen ( Helianthemum caput-felis)
Trübgrünes Gewöhnliches Sonnenröschen ( Helianthemum nummularium subsp. obscurum)
Helianthemum syriacum
Helianthemum vesicarium

Systematik

Die Gattung Helianthemum wurde 1754 durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary ... Abridged., 4. Auflage, Volume 2 aufgestellt. Als Lectotypusart wurde 1949 Helianthemum nummularium Mill. durch A. Rehder in Bibliogr. Cult. Trees Shrubs, S. 471 festgelegt. Synonyme für Helianthemum Mill. sind Anthelis subg. Horanthes Raf., Crocanthemum Spach, Halimium sect. Lecheoides (Dunal) Grosser, Halimium sect. Spartioides Grosser, Helianthemum sect. Lecheoides Dunal, Helianthemum subg. Lecheoides (Dunal) Reiche, Heteromeris Spach, Horanthes Raf., Rhodax Spach, Taeniostema Spach.[1]

Je nach Autor gibt es 100 bis 175 Helianthemum-Arten (Auswahl):

  • Helianthemum aegyptiacum (L.) Mill.: Sie kommt in Südeuropa, Nordafrika und Westasien vor.
  • Alpen-Sonnenröschen (Helianthemum alpestre (Jacq.) DC., Syn.: Helianthemum oelandicum subsp. alpestre (Jacq.) Breistr.)
  • Apenninen-Sonnenröschen (Helianthemum apenninum (L.) Mill.)
  • Helianthemum asperum Lag. ex Dunal: Sie kommt nur in Spanien vor.
  • Helianthemum canariense (Jacq.) Pers.
  • Graues Sonnenröschen oder Graufilziges Sonnenröschen (Helianthemum canum (L.) Baumg.)
  • Katzenkopf-Sonnenröschen (Helianthemum caput-felis Boiss.): Sie kommt in Spanien, auf den Balearen, auf Sardinien, in Algerien und Marokko vor.
  • Helianthemum cinereum (Cav.) Pers.: Sie kommt in Nordafrika, in Spanien, Italien und Sizilien vor.
  • Helianthemum confertum Dunal
  • Helianthemum crassifolium Pers.: Sie kommt in Nordafrika vor.
  • Safrangelbes Sonnenröschen (Helianthemum croceum (Desf.) Pers.): Sie kommt im Mittelmeerraum vor.
  • Helianthemum ellipticum (Desf.) Pers.: Sie kommt in Tunesien, Algerien und Marokko vor.
  • Helianthemum eriocephalum Pomel: Sie kommt in Algerien vor.
  • Helianthemum geniorum Maire: Sie kommt in Algerien vor.
  • Helianthemum getulum Pomel: Sie kommt in Nordafrika vor
  • Helianthemum hirtum (L.) Mill.: Sie kommt in Portugal, Spanien und Frankreich vor.[2]
  • Helianthemum hymettium Boiss. & Heldr.: Sie kommt nur in Griechenland und Kreta vor.
  • Helianthemum kahiricum Delile: Sie kommt nur in Vorderasien und Nordafrika vor.
  • Helianthemum ledifolium (L.) Mill.: Sie kommt in Nordafrika, auf den Kanaren, in Südeuropa und West- bis Mittelasien vor.
  • Helianthemum leptophyllum Dunal: Sie kommt in Spanien, Italien und Marokko vor.
  • Mondfleckiges Sonnenröschen (Helianthemum lunulatum (All.) DC.): Sie kommt nur in Italien vor.
  • Katzengamander-Sonnenröschen (Helianthemum marifolium (L.) Mill.): Sie kommt in Portugal, Spanien und Frankreich vor.
  • Helianthemum morisianum Bertol.: Dieser Endemit kommt nur in Sardinien vor.
  • Gelbes Sonnenröschen oder Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium (L.) Mill.): Es gibt etwa acht Unterarten.
  • Öland-Sonnenröschen (Helianthemum oelandicum (L.) DC.)
  • Helianthemum origanifolium (Lam.) Pers.: Sie kommt in Portugal, Spanien, den Balearen, Algerien und Marokko vor.
  • Helianthemum pannosum Boiss.: Sie kommt nur in Spanien vor.
  • Helianthemum papillare Boiss.: Sie kommt nur in Spanien, Tunesien, Algerien und Marokko vor.
  • Helianthemum piliferum Boiss.: Sie kommt in Spanien und Marokko vor.
  • Helianthemum pomeridianum Dunal: Sie kommt in Algerien und Marokko vor.
  • Weidenblatt-Sonnenröschen (Helianthemum salicifolium (L.) Mill.)
  • Helianthemum sancti-antonii Boiss.: Sie kommt in Palästina, auf der Sinai-Halbinsel und in Ägypten vor.
  • Helianthemum sanguineum (Lag.) Dunal: Sie kommt in Portugal und Spanien, Algerien und Marokko sowie auf Kreta vor und ist in Italien eingebürgert.
  • Strand-Sonnenröschen (Helianthemum stipulatum (Forssk.) C.Chr.)
  • Lavendelblättriges Sonnenröschen (Helianthemum syriacum (Jacq.) Dum.Cours., Syn.: Helianthemum lavandulifolium Mill.)
  • Helianthemum vesicarium Boiss.
  • Helianthemum villosum Pers.
  • Weichhaariges Sonnenröschen (Helianthemum violaceum (Cav.) Pers., Syn.: Helianthemum pilosum auct.): Sie kommt nur in Spanien und auf den Balearen vor.
  • Helianthemum viscarium Boiss. & Reut.: Sie kommt in Spanien, Algerien und Marokko vor.
  • Helianthemum viscidulum Boiss.: Sie kommt nur in Spanien vor.

Literatur

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos Mittelmeerflora. Über 1600 Arten und 1600 Fotos (= KosmosNaturführer). Franckh-Kosmos, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10742-3.
  • Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: Med-Checklist. Band 1. Genf und Berlin-Dahlem 1984, ISBN 2-8279-0004-1.

Einzelnachweise

  1. Helianthemum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 22. Juni 2017.
  2. Helianthemum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Juni 2017.
  Commons: Sonnenröschen (Helianthemum)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Sonnenröschen  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen