unbekannter Gast
vom 18.10.2017, aktuelle Version,

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m. b. H.
Rechtsform Landesgesellschaft
Gründung 1985
Sitz Graz, Österreich
Leitung Univ. Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiter über 16.000
Branche Landeskrankenhäuser
Website www.kages.at

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m. b. H. (KAGes) ist seit 1985 der organisatorische Zusammenschluss der Landeskrankenhäuser der Steiermark, seit 2013 auch der Landespflegeheime.

Aufgabe

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft ist nicht gewinnorientiert und für die Errichtung und den Betrieb der Landeskrankenhäuser und -pflegezentren zuständig. Im Bereich der Universitätskliniken gibt es eine Kooperation mit der Meduni Graz.[1] Die Gesellschaft beschäftigt über 16.000 Mitarbeiter und ist damit der größte Arbeitgeber in der Steiermark.[2]

Rechtliche Stellung

Mit 1. Jänner 1985 übernahm die KAGes die Landeskrankenhäuser vom Land Steiermark. Die Gesellschaft steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes. Der Sitz ist in der Grazer Stiftingtalstraße direkt neben dem Gelände des LKH Graz.

Spitäler

Nach dem Zusammenschluss einiger Spitalverbünde zu einem LKH gab es von 2013 bis 2014 17 Landeskrankenhäuser.[3] 2015 wurden weitere vier Krankenhäuser zu zwei Verbünden zusammengelegt.[4]

  • LKH Bad Radkersburg
  • LKH Deutschlandsberg
  • LKH Feldbach-Fürstenfeld, früher LKH Feldbach und LKH Fürstenfeld
  • LKH-Universitätsklinikum Graz
  • LKH Graz Süd-West (LSF-Landesnervenklinik Sigmund Freud und LKH Graz-West)
  • LKH Hartberg
  • LKH Hochsteiermark (Bruck und Leoben)
  • LKH Hörgas-Enzenbach (Graz Umgebung), früher zwei Lungenheilanstalten
  • LKH Judenburg-Knittelfeld, früher LKH Judenburg und LKH Knittelfeld
  • LKH Mürzzuschlag-Mariazell, früher LKH Mürzzuschlag und LKH Mariazell
  • LKH Rottenmann-Bad Aussee, früher LKH Rottenmann und LKH Bad Aussee
  • LKH Stolzalpe (Murau), früher Tuberkulose-Kinderheim, dann LSKH für Orthopädie[5]
  • LKH Voitsberg
  • LKH Wagna (Leibnitz)
  • LKH Weiz

Bereits am 1. Jänner 2012 wurde der Spitalsverbund der LKH Feldbach und Fürstenfeld gebildet.[6] Ein Jahr später entstand jedoch der politische Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, sodass es nun trotz der Bezirksreform ein über Bezirksgrenzen geteiltes LKH gibt.

Pflegeanstalten

2013 wurden auch die vier Pflegezentren (LPZ) der KAGes übergeben. Zusammen mit dem Landespflegeheim (LPH) Schwanberg werden nun fünf Häuser verwaltet.[7]

  • LPZ Bad Radkersburg
  • LPZ Kindberg
  • LPZ Knittelfeld
  • LPZ Mautern
  • LPH Schwanberg

Ausbildung

Für die Fort- und Weiterbildung im Gesundheits- bzw. Sozialbereich betreibt die KAGes eine Akademie, die Kurse anbietet. Diese Akademie der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (ASK) bietet jedoch keine Ausbildungsmöglichkeiten für Gesundheitsberufe. Die Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege und die Schule für den medizinisch-technischen Fachdienst sind weiter unter direkter Landesverwaltung.[8]

Kontroversen

Schließung von Gebärstationen

In den Jahren 2011 und 2012 schloss die KAGes im Zuge einer Spitalsreform die Gebärstationen dreier LKH, was zu Protesten führte.[9]

  • Ende 2011 LKH Bruck
  • Juni 2012 LKH Wagna
  • Ende 2012 LKH Voitsberg[10]

Als im Februar 2014 ein Voitsberger Baby auf dem langen Transportweg ins LKH Deutschlandsberg starb, machte man die politische Entscheidung zum Schließen dafür verantwortlich.[11]

Zusammenlegung LKH Graz-West

2012–2013 plante die Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder die Zusammenlegung des LKH Graz-West mit dem benachbarten Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg, wobei die Führung des neuen Hauses und die Mitarbeiter von der KAGes zum Orden hätten wechseln sollen. Dies scheiterte am Widerstand der Mitarbeiter und der Bevölkerung.[12]

Pflege-Regress

Mit 1. August 2011 führte die Landesregierung wieder den Pflegeregress ein. Kinder und Eltern von Bewohnern in Pflegeheimen mussten je nach ihrem Nettoeinkommen einen Beitrag für die Pflege leisten, wenn das Einkommen (Verdienst, Pension und Pflegegeld) bzw. Vermögen des Gepflegten für die Finanzierung des Heimaufenthalts nicht ausreichend war. Diese Rückforderungen reichten von 4 bis 10 Prozent des Einkommens von Kindern und 9 bis 15 Prozent bei Eltern.[13] Diese in Österreich einmalige Vorgangsweise sollte das Landesbudget entlasten und stieß auf breite Ablehnung.[14][15] Die Regelung wurde jedoch vom Höchstgericht bestätigt.[16] Dies betraf allerdings alle Pflegeheime, die vom Land finanziert wurden, nicht nur die der KAGes. Der Regress wurde mit Juli 2014 abgeschafft.[17]

Schwangerschaftsabbruch

Nachdem es jahrelang keinen politischen Willen gab, dass die landeseigenen Krankenhäuser auch Abtreibungen durchführen, dauerte es bis April 2005, als die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am LKH Salzburg eine Abtreibungsambulanz einrichten ließ.[18] In der Folge ermöglichte auch das Land Steiermark diesen Eingriff am LKH Graz. Bis dahin war dies nur an privaten Einrichtungen möglich.[19]

Einzelnachweise

  1. Über uns, KAGes-Homepage
  2. Wirtschaftsfaktor, KAGes-Homepage
  3. Die steirischen Landeskrankenhäuser, KAGes-Homepage
  4. Aus vier Spitälern werden zwei, Homepage der KAGes vom 1. Jänner 2015
  5. Geschichte, LKH Stolzalpe
  6. Fusion der Krankenhäuser Feldbach und Fürstenfeld, Kleine Zeitung am 27. Dezember 2011
  7. Die steirischen Landespflegezentren, KAGes-Homepage
  8. Jobs & Ausbildung, KAGes-Homepage
  9. Aktionstag in Voitsberg gegen Schließung der Gebärstation im LKH, Mein Bezirk am 26. Juli 2012
  10. LKH Deutschlandsberg: Deutlich mehr Geburten, ORF-Steiermark am 9. Jänner 2014
  11. Zu langer Weg zu Geburtenstation - Baby tot, 18. Februar 2014
  12. Betreiberwechsel am LKH West geplatzt, Kleine Zeitung am 22. März 2013
  13. Alles zum Pflege-Regress, Land Steiermark
  14. Regressabschaffung Gebot der Stunde, Die Grünen Steiermark
  15. Regress: Steirische „Reformpartner“ in Sackgasse, KPÖ Steiermark
  16. Höchstrichter segnen Pflegeregress ab, Kurier am 24. Oktober 2014
  17. Steirischer Pflegeregress per 1.7.2014 abgeschafft, Kommunikation Steiermark am 29. April 2014
  18. Abtreibungen ab April in Spezialambulanz im Salzburger LKH, News am 5. Jänner 2005
  19. Wo werden Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, abtreibung.at