unbekannter Gast
vom 16.02.2017, aktuelle Version,

Steinebach (Fischbach)

Steinebach

Der Steinebach in Dornbirn, von der Brücke beim Kehlegger Rank aus gesehen.

Der Steinebach in Dornbirn, von der Brücke beim Kehlegger Rank aus gesehen.

Daten
Gewässerkennzahl AT: 8115021004
Lage Vorarlberg, Österreich
Flusssystem Rhein
Quellhöhe 1185 m
Mündung in den Fischbach
47° 24′ 49″ N,  45′ 11″ O
Mündungshöhe 457 m
Höhenunterschied 728 m
Länge 4,6 km

Der Steinebach (umgangssprachlich: Stuanabach) ist ein Fließgewässer im Gebiet der Vorarlberger Stadtgemeinde Dornbirn. Er entspringt am Westfuß des Lank nahe der Grenze zur Gemeinde Schwarzenberg im Flurstück „Zweiergrueb“; die Quelle (mit Kilometrierung auf Gewässerkilometer (GwKM) 9,68) liegt etwa in einer Höhe von 1185 m ü. A. und ist etwa 1 km vom Lank-Kreuz sowie 1,3 km von der Parzelle Schauner bzw. vom Losenpass entfernt. Etwa 100 m oberhalb der Quelle zieht ein sehr alter Verbindungsweg durch den westlichen Bregenzerwald von Dornbirn über Watzenegg, Schwende und das Bödele nach Schwarzenberg, der heute nurmehr als Wanderweg dient.

Der Steinebach fließt von der Quelle nach Westen, durchzieht dabei das nach ihm genannte Betriebsgebiet und Stadtquartier Steinebach, verlässt dann in einem Rechtsbogen nach Norden sein Bergtal und vereint sich daraufhin bei Romberg mit dem von Osten aus dem Eulental kommenden, kürzeren Eulenbach auf 457 m ü. A. zum Fischbach, der zunächst in Zuflussrichtung des Steinebachs weiterläuft und dann als Fußenauer Kanal in die Dornbirner Ach mündet. Die Gewässerkilometrierung des Zusammenflusses liegt bei GwKM 5,12, von der Mündung des Fußenauer Kanals an aufwärts gerechnet, für die des längeren Oberlaufs Steinebach wird diese bergwärts weitergezählt.

Der Steinebach ist fast auf seiner ganzen Länge durch künstliche Uferfassungen und ein künstliches Bachbett denaturiert. Seine Wasserführung schwankt stark zwischen sehr hoch nach rezenten Niederschlägen und kümmerlich nach längeren Trockenperioden.

Name

Der Flussname Steinebach kommt in Vorarlberg nur in Dornbirn und in Bregenz vor. Der Flurname Steinebach für das Bachtal wird erstmals 1347 genannt.[1]

Zuflüsse

Tabelle der bedeutenderen Zuflüsse des Steinebachs, vom Ursprung bis zum Zusammenfluss mit dem Eulenbach.

Zuflüsse des Steinebachs
Name Seite GwKM a Länge EZG b Mündung Quelle Bemerkung
    [m] [km] [km²] Ort [m ü. A.] Ort [m ü. A.]
(unbenannter Quellzufluss) rechts 8,550
Hoferbach links 8,240
Badbach rechts 8,065 Bad Kehlegg
Henkelbächle links 7,715
Eisenharzgraben links 7,540
Schwendebächle links 7,250
Grafenbach links 7,340
Buchholzgraben links 6,790
Moosbächle links 6,360
Eulenbach
auch: Ulatalbach
rechts 5,120 Romberg 457 rechter Oberlauf des Fischbachs
a Gewässer ­ kilometrierung der Mündung des Zuflusses, hier ab der Mündung des Vor-Vorfluters Fußenauer Kanal aufwärts gemessen.

Wirtschaftliche Nutzung

Der Steinebach wurde bereits früher vielfach wirtschaftlich genutzt. 1595 wurde den Bewohnern von Watzenegg das Wasser für die erste Steinebacher Mühle abgekauft[2] und genutzt („Rochusse Mühle“, „Juniores Mühle“).[3] Ein Teil des Wassers des Steinebachs wird noch heute für den Betrieb einer Hochdruckturbine im ehemaligen Werk Steinebach der Fa. F. M. Hämmerle genutzt.

Hochwasserschutz und Wildbachverbauungen

Bereits in den Ratsprotokollen des 18. Jahrhunderts der Gemeinde Dornbirn ist immer wieder von Zerstörungen durch das Wasser des Steinebachs zu lesen.[4] Die Gefahr durch Hochwasser des Baches ist bis heute gegeben. In mehreren Großprojekten wird seit 2014 der Steinebach verbaut. Oberhalb der ehemaligen Fa. F. M. Hämmerle, Werk Steinebach, wurde eine Geschiebesperre mit Auffangbecken für 16.000 m3 im Jahr 2016 fertiggestellt. Das Anwandtobel und der Eisenharzgraben wurde 2015 verbaut.[5]

Um bei einem Hochwasser zudem möglichst geringe Angriffsflächen zu bieten, wurden seit 2014 die künstliche Uferverbauungen/Uferbereiche des Steinebachs bis zur Einmündung in den Fischbach saniert. [6]

Zur Entlastung des unterhalb des Steinebachs fließenden Fischbachs wird aktuell ein 475 m langer Entlastungsstollen unterhalb des Zanzenbergs geplant und erkundet, durch welchen im Endausbau Überwasser in die Dornbirner Ache umgeleitet werden kann. Die Erkundungsbohrung begann im Februar 2016. Der Stollen soll etwa bei Gewässerkilometer (GwKm) 5,90 des Steinebachs beginnen und bei GwKm 15,91 der Dornbirner Ach einmünden (Achbrücke beim Bauhof), wobei die letzten 200 m als offener Kanal geführt werden soll.[7]

  Commons: Steinebach (Dornbirn)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dornbirn Lexikon, Suchwort: Steinebach, III.
  2. Dornbirn Lexikon, Suchwort: Steinebach.
  3. Albert Bohle, Dornbirn Lexikon, Suchwort: Müllerstraße, III.
  4. Stadtarchiv Dornbirn: Ratsprotokollbuch (RB2), 1737 – 1768.
  5. Dornbirner Gemeindeblatt, 24. Juni 2016, S. 8.
  6. Dornbirner Gemeindeblatt, 24. Juni 2016, S. 8.
  7. Dornbirn aktuell, März 2016, S. 15; Vorarlberger Nachrichten vom 29. Dezember 2016, S. A4.