unbekannter Gast
vom 19.10.2016, aktuelle Version,

Stuibenfall (Niederthai)

Stuibenfall in zwei Kaskaden

Der Stuibenfall ist ein Wasserfall im Tiroler Bezirk Imst im Weiler Niederthai der Gemeinde Umhausen.

Der Stuibenfall ist der höchste Wasserfall Tirols mit einer Fallhöhe von 159 Metern. Im Durchschnitt fließen 610 Liter Wasser pro Sekunde, maximal 2.000 Liter pro Sekunde über die Felsenkante in die Tiefe. Da der Bachlauf zu großen Teilen aus dem Schmelzwasser vom Zwieselbach- und Grastalferner gespeist wird, hat er im Sommer die größte Wasserführung.

Entstehung

Beim Einsturz des Bergmassivs bei Köfels ungefähr 7000 v. Chr. türmte sich auf der gegenüberliegenden Seite der heutige Tauferberg auf. Dieser staute den Horlachbach, und es bildete sich ein großer See. Das Wasser nagte sich durch einen Felsen, aus dem der heutige Stuibenfall fällt, der Rest des Felsens ist als natürliche Brücke noch erhalten. Auch sind noch die Reste des Sees als Uferterassen in Niederthai erkennbar.

Ausbau als Touristenattraktion

Der Wasserfall ist mit Wanderwegen und Gastronomie als Touristenattraktion gut erschlossen, seit 2007 auch mit einer Hängebrücke ganz oben und fünf verteilten Aussichtsplattformen auf dem Weg nach unten. Die Plattformen sind teilweise an so exponierten Stellen angelegt, dass das „Stuiben“ (stäuben) direkt erlebt werden kann. Seit 2008 gibt es auch noch einen 450 Meter langen, familienfreundlichen Klettersteig, der im letzten Teil den Wasserfall quert. Während der Sommermonate wird der Wasserfall an einem Tag in der Woche abends beleuchtet.

Stuibenfallweg 2016

Nach einem tödlichen Felssturz musste die ursprüngliche Wanderroute für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Nach zweijähriger Bauzeit führt nun eine Stahlkonstruktion mit 728 Stufen und einer 80 Meter langen Hängebrücke zu den Aussichtsplattformen und nach Niederthai. Die offizielle Eröffnung fand am 21. Mai 2016 statt.

Bildergalerie

  Commons: Stuibenfall  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien