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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Tauernwindpark

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Tauernwindpark
Tauernwindpark, Blick nach Osten
Tauernwindpark, Blick nach Osten
Lage
Tauernwindpark (Steiermark)
Tauernwindpark

Koordinaten 47° 16′ 22″ N, 14° 23′ 16″ O
Land Osterreich Österreich
Daten
Typ Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 22,75 Megawatt
Betreiber Tauernwind Windkraftanlagen GmbH
Betriebsaufnahme 12/2002 (Erw.: 11/2004)
Turbine 13 × Vestas V66/1750

1 × Enercon E-82

Eingespeiste Energie pro Jahr 47–48 GWh
Website tauernwind.com

Der Tauernwindpark, auch Windpark Oberzeiring, liegt am Schönberg im Gebirgsmassiv der Niederen Tauern in der Steiermark, Österreich, auf einer Höhe von 1900 m und ist der erste Windpark in der Steiermark. Sein Rang als höchstgelegener Windpark Europas wurde 2010 vom Windpark Gütsch und 2016 vom Windpark Gries in der Schweiz übernommen.

Lage

Der Tauernwindpark befindet sich in den Wölzer Tauern in der Obersteiermark an einem zentralen Punkt Österreichs. Er liegt auf dem Gemeindegebiet von Oberzeiring in der Nähe der Klosterneuburger Hütte, und ist über gut ausgebaute Straßen leicht und bequem zu erreichen.

Der Höhenrücken zwischen Kobaldeck und Pichlerstein verläuft quer zur vorherrschenden Hauptwindrichtung und ist wegen seiner exponierten Lage sehr gut für den Betrieb von Windkraftanlagen geeignet. Die durchgeführten Windmessungen haben eine mittlere Windgeschwindigkeit von 7 m/s ergeben, was etwa den Windverhältnissen an der Nordseeküste entspricht.[1] Der Luftdruck ist auf 1900 m jedoch etwa um 20 % geringer als auf Meereshöhe.

Technische Ausstattung

Windpark und Solaranlage

Der Tauernwindpark bestand ursprünglich aus elf Windkraftanlagen des Typs Vestas V66/1750 mit einer Nennleistung von je 1,75 MW, die Dezember 2002 in Betrieb genommen wurden (Oberzeiring I).[1][2] Im Herbst des Jahres 2004 wurde der Tauernwindpark um zwei baugleiche Anlagen erweitert (Oberzeiring II, in Betrieb November 2004).[3][4] Die Gesamtleistung des Windparks erhöhte sich somit auf 22,75 MW. Die Türme haben 60 m Nabenhöhe, die Rotoren einen Durchmesser von 66 m.

Der jährliche Energieertrag beträgt etwa 56.000 MWh,[1][2] der Bedarf von etwa 13.000 Haushalten.[5] Der vom Tauernwindpark erzeugte Ökostrom trägt zu einer Öleinsparung von 12.000–15.000 t und einer CO2-Reduktion von um die 35.000 t jährlich bei.[6] Ein weiteres Windrad ist 2013 schon genehmigt, außerdem wurde eine Fotovoltaikanlage ergänzt.[7]

Entwickelt wurde die Anlage von EWS Consulting, betrieben werden sie von der Tauernwind Windkraftanlagen GmbH, ansässig in Pottenbrunn, Niederösterreich, einer Kooperation von Imwind Immobilien-Windkraft Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH, Pottenbrunn (80 %), und WEB Windenergie AG, Pfaffenschlag (20 %), die besonders in Niederösterreich zahlreiche Anlagen betreibt.

Der Tauernwindpark ist nur von ca. Anfang April bis Ende Oktober über eine Zufahrtsstraße, die sogenannte Höhenstraße, mit dem Fahrzeug erreichbar. Im Winter kann der Höhenrücken vom Schigebiet Lachtal/Rossalpe mit dem Schlepplift oder zu Fuß erreicht werden bzw. mit den Spezialfahrzeugen der Tauernwind GmbH.[1]

Windenergie-Vorrangzone Oberzeiring

Windpark und Beschneiungs ­wasserteich des Schigebiets

Der ganze etwa 3½ km lange Gratzug von der Tanzstadlkapelle über Schönberg und Kobaldeck bis zum Steinerkogel ist im Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie (Sapro Windenergie) 2013[8] im Ausmaß von 1,5 km² als Vorrangzone zu weiterem Ausbau ausgewiesen. Das umfasst Anteile zwischen 1700 und 1920 m in den Gemeinden Oberzeiring, Pusterwald und Schönberg-Lachtal.[7] Das Programm schreibt vor, dass eine Erweiterung mindestens 10 MW, also drei bis vier moderne Anlagen, umfassen muss. Hier erscheint ein Ausbau durch das nahe Schigebiet durchaus landschaftsverträglich, und in der strategische Umweltprüfung zur Vorrangzone wurde betont, dass „durch die entsprechende Inszenierung der bestehenden Windräder als saubere Energiegewinnung und aufgrund der jahrelangen Einzigartigkeit dieses Windparks in der Steiermark die touristische Bedeutung des Gebietes bisher nicht beeinträchtigt wurde“[7] – der Tauernwindpark ist selbst zu einer Attraktion geworden.

Sonstiges

Der Kunstflieger Hannes Arch flog Anfang April 2016 mit einem Flächenflugzeug Slalom zwischen den 14 60 m hohen und in etwa 100 m Abstand stehenden Masten des Parks. Die dreiflügeligen Turbinenräder sind dafür in Y-Position gestellt worden.[9]

  Commons: Tauernwindpark (Oberzeiring)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Beschreibung: Standort des Tauernwindparks, tauernwind.com
  2. 1 2 Oberzeiring Windpark (Österreich, Teil 1, Teil 2, thewindpower.net
  3. Erweiterung, tauernwind.com
  4. Oberzeiring Windpark (Österreich), thewindpower.net
  5. 4-Personen-Haushalt, 3.500 kWh/a als übliches Vergleichsmaß
  6. Umweltbilanz, Erweiterung/Ökobilanz, beide tauernwind.com
  7. 1 2 3 Amt der Steiermärkischen Landesregierung – Abteilung 7 Landes- und Gemeindeentwicklung (Hrsg.): Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie. Verordnung, Erläuterungen, Umweltbericht, LGBl. Nr. 72/2013. Graz 2013, Strategische Umweltprüfung mit Umweltbericht: Vorrangzone Oberzeiring, S. 50 ff. (pdf, Webartikel, beide raumplanung.steiermark.at).
  8. Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. Juni 2013, mit der ein Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie erlassen wird. LGBl. Nr. 72/2013 (i.d.g.F. online, ris.bka).
  9. Hannes Arch: Die spektakulärsten Aktionen des Luftakrobaten salzburg.com, 10. September 2016, abgerufen 10. September 2016.