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vom 07.01.2019, aktuelle Version,

Thank You for Bombing

Filmdaten
Originaltitel Thank You for Bombing
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr 2015
Altersfreigabe FSK 16 [1]
Stab
Regie Barbara Eder
Drehbuch Barbara Eder,
Tommy Pridnig
Produktion Tommy Pridnig,
Peter Wirthensohn
Musik Wolfgang Mitterer
Kamera Christian Haake
Schnitt Monika Willi,
Claudia Linzer
Besetzung

Thank You for Bombing (auch Good Morning Kabul) ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2015 von Barbara Eder. Die Premiere erfolgte am 11. September 2015 am 40. Toronto International Film Festival.[2] Beim Zurich Film Festival lief der Film im September 2015 in der Wettbewerbssektion Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich und wurde als bester Spielfilm ausgezeichnet. In Österreich wurde der Film im März 2016 auf der Diagonale in Graz gezeigt.

Handlung

Der Film behandelt das Thema der Kriegsberichterstattung anhand dreier Handlungsstränge mit drei fiktiven internationalen Fernsehjournalisten, die lose miteinander verbunden sind. Den gemeinsamen Hintergrund bildet die Verbrennung von Bänden des Koran in Afghanistan im Februar 2012.

Der österreichische Kriegsberichterstatter Ewald lieferte jahrelang Bilder von Terror und Krieg auf die Fernsehbildschirme, unter anderem 1992 vom Bosnienkrieg, wo sein Team angegriffen wurde und sein Kameramann ums Leben kam. Ewald ist seitdem ein psychisches Wrack. Trotzdem erhält er vom Chefredakteur den Auftrag, nach Kabul zu fliegen. Am Flughafen Wien-Schwechat glaubt er, den Mörder seines Kameramanns wiederzuerkennen.

Die junge, aufstrebende und attraktive US-Reporterin Lana ist bereits in Afghanistan vor Ort, wird allerdings von ihren Kollegen als Frau nicht ernst genommen und etwa während eines Liveeinstiegs in Kabul begrapscht. Sie erhofft sich eine große Karriere, indem sie zwei US-Soldaten ausforschen möchte, die mehrere Koranausgaben verbrannt haben sollen. Die beiden möchten jedoch von ihr für ein Interview etwas, das sie von einem männlichen Reporter nicht haben können.

Von Nachrichtenreporter Cal, einem abgebrühten und irren Adrenalin-Junkie, werden spektakuläre Bilder erwartet. Wenn es nicht genügend „Sehenswertes“ zu filmen gibt, hat er auch kein Problem damit, Szenen selbst zu inszenieren. Nachdem er in Kabul vergeblich auf einen Volksaufstand gegen die US-Truppen wartet, ist er bereit, selbst die Taliban zu besuchen und dabei sein Leben aufs Spiel zu setzen.[3][4][5]

Produktion

Die Dreharbeiten fanden von Oktober 2013 bis Jänner 2014 in Wien, Jordanien und Kabul statt. Unterstützt wurde der Film vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien und von Filmstandort Austria, beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von Lotus Film. Für den Ton zeichneten Atanas Tcholakov und Alexander Koller verantwortlich, für das Kostümbild Christine Ludwig und für das Szenenbild Maria Grube.[6] Neben Deutsch und Englisch wird im Film Serbokroatisch, Paschtu und Dari gesprochen.[7]

Barbara Eder konzipierte den Film ursprünglich als Dokumentation. Im Zuge einer einjährigen Recherche in Beirut, an der libanesisch-syrischen Grenze sowie in Afghanistan machte sie Bekanntschaften mit in Kriegsgebieten tätigen Reportern und Fotografen. Anschließend kam sie zum Schluss, die Erlebnisse in einem fiktiven Kontext verarbeiten zu müssen um den Krisenberichterstattern nicht beruflich zu schaden.[8][5]

Im Oktober 2016 wurde der Film auf DVD, Blu-ray und als Video-on-Demand veröffentlicht.[9]

Auszeichnungen

Barbara Eder beim Öster­reichischen Film­preis 2017

Rezeption

Das Kinomagazin Skip schrieb: „Thank you for bombing wirft einen glasklaren Blick auf das zynische Geschäft der Kriegsberichterstattung: Ein Film, der deutlich macht, wie schwer unabhängiger Krisenjournalismus umzusetzen ist.“[4] Auf der Viennale 2016 wurde der Film als bester Spielfilm mit dem Wiener Filmpreis ausgezeichnet, mit der Begründung der Jury, dass der Film vor allem medien- und gesellschaftsanalytische Fragen aufwerfe und zur Reflexion über die Unterscheidung zwischen echter Information und propagandistischer Desinformation beitrage.[17]

DerStandard.at urteilte: „Dass die einzelnen Erzählungen mitunter selbst einen reißerischen Ton anschlagen, mag auf den ersten Blick unangenehm verstören, erfüllt aber seinen Zweck. Denn ausgerechnet in seinen dramatisch zugespitzten Momenten vermittelt dieser Film am eindringlichsten das Gefühl der unmittelbaren Zeugenschaft. Auch wenn man dann vielleicht lieber wegsehen würde.“[3] Und Simon Hadler schrieb auf Orf.at: „Kriegsreporter wissen, dass es starke Geschichten braucht - leise Töne werden nicht gehört. Auch Eder weiß das.“[5]

  Commons: Thank You for Bombing  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Thank You for Bombing. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Filmfonds Wien: Thank You For Bombing. Abgerufen am 4. November 2016.
  3. 1 2 derStandard.at - "Thank You For Bombing": Der schmale Grat des Grauens. Artikel vom 21. März 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  4. 1 2 skip - Thank you for bombing . Abgerufen am 4. November 2016.
  5. 1 2 3 orf.at - Diagonale: Ein Bombenfilm über Journalismus. Artikel vom 12. März 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  6. Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 4. November 2016.
  7. Thank You for Bombing - Archiv - Zurich Film Festival. Abgerufen am 4. November 2016.
  8. film.at: Thank You for Bombing. Abgerufen am 4. November 2016.
  9. Die Anatomie des Krieges: Episodenfilm "Thank You For Bombing" ab 28. Oktober im Handel. Artikel vom 20. Oktober 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  10. Preisträger - Zurich Film Festival 2015. Abgerufen am 4. November 2016.
  11. 1 2 derStandard.at - Diagonale: Verjüngt, verlinkt und abwechslungsreich. Artikel vom 12. März 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  12. 1 2 Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern: Preise. Abgerufen am 27. Oktober 2016.
  13. filmportal.de: Die Schnitt Preis Gewinner 2016. Artikel vom 25. Oktober 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  14. derStandard.at - Viennale: Höhere Auslastung, Filmpreis an Barbara Eder. Artikel vom 2. November 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  15. Nominierungen Österreichischer Filmpreis 2017. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  16. Preisträger/innen Österreichischer Filmpreis 2017. Abgerufen am 2. Februar 2017.
  17. Kleine Zeitung: Wiener Filmpreise gehen an Barbara Eder und Sigmund Steiner. Artikel vom 2. November 2016, abgerufen am 4. November 2016.