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vom 30.11.2016, aktuelle Version,

Totenkirchl

Totenkirchl
Totenkirchl von Norden mit Normalweg ab Stripsenjoch

Totenkirchl von Norden mit Normalweg ab Stripsenjoch

Höhe 2190 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Kaisergebirge
Dominanz 0,27 km Hintere Karlspitze
Schartenhöhe 129 m Scharte zu den Karlspitzen
Koordinaten 47° 34′ 12″ N, 12° 18′ 43″ O
Totenkirchl (Tirol)
Totenkirchl

Erstbesteigung 16. Juni 1881 durch Karl Babenstuber, Gottfried Merzbacher, Michael Soyer
Normalweg Ab Stripsenjoch mit Kombination aus Führerweg, Untere Schmidrinne, Leuchsvariante und Oberem Merzbacherweg (III)
Totenkirchl Gipfel gesehen von der Hinteren Karlspitze

Totenkirchl Gipfel gesehen von der Hinteren Karlspitze

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Das Totenkirchl ist ein 2190 m hoher Berg im Wilden Kaiser in den Nördlichen Kalkalpen östlich von Kufstein in Tirol. Das Totenkirchl weist nördlich einen steilen Sockel mit breitem Schrofenband auf, nach Nordwesten bildetet es dagegen eine Felswand aus, die durch drei große Terrassen unterbrochen ist. Nach Osten fällt der Berg mit einer rund 400 m hohen Wand gegen das Winkelkar (Schneeloch) ab, auf der Westseite liegt eine 600 m hohe Steilwand oberhalb des Hohen Winkels.

Lage

Der Berg gehört zum Zentralkaiser und liegt unmittelbar südlich des Stripsenjochs und ist über die Winklerscharte mit dem Massiv der Karlspitzen (Grat zur Hinteren Karlspitze) verbunden. Östlich gegenüber sind Fleischbank und Christaturm, dazwischen befindet sich das Winkelkar mit dem Schneeloch. Westlich befindet sich das Hochkar Hoher Winkel, dahinter gegenüber der Haltstock mit der Kleinen Halt. Der Berg gehört zur Gemeinde Kirchdorf in Tirol.

Routen

Der Berg zählt zu den berühmtesten Kletterbergen der nördlichen Kalkalpen mit über fünfzig Kletterrouten ab dem Schwierigkeitsgrad III nach UIAA-Skala, den erst die zunehmende Patina vom Schwierigkeitsgrad II zu III hochgestuft hat. Erstbegeher waren nach zwei abgebrochenen Versuchen Karl Babenstuber, Gottfried Merzbacher und der Bergführer Michael Soyer (genannt Steinackerer) am 16. Juni 1881. Im Jahr 1893 erfolgte die 25. Besteigung.[1] Die Westwand wurde erstmals von Dülfer und von Redwitz im Jahr 1913 durchstiegen.[2] Er ist besonders wegen seiner zahlreichen Kamine, etwa dem nach Hans Dülfer benannten Dülfer-Kamin, als Kletterberg bekannt und beliebt.[3] Über den Christ-Fick-Kamin stiegen erstmals Heinrich Fick und Fritz Christ auf.[4]

Ausgangspunkt für Touren auf das Totenkirchl ist das Stripsenjochhaus des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV).

Der heutige Normalweg (Kombination aus Führerweg, untere Schmidtrinne, Leuchsvariante und Oberem Merzbacherweg, daher teils schwierige Routenfindung) beginnt am Stripsenjoch und führt zunächst auf einer Pfadspur über mehrere Erhebungen und Scharten teils durch Latschen und über Felsen zum Wandfuß (eine längere Abkletterstelle II). Von dort führt die Route an den Führernadeln vorbei zur ersten Terrasse, wo die Route nach rechts abschwenkt und über das Führerwandl nach oben führt. Weiter geht es über den Führerkamin und die Schmidtrinne hinauf und dann durch die Leuchsrinne und über eine kleine Scharte hinauf auf die zweite Terrasse. Dort Gehgelände bis zum oberen Ende und sodann aufwärts über eine Wand, Rinnen, an der Erich-König-Höhle vorbei und durch eine kleine Scharte links über den Grat zur dritten Terrasse (Oberer Merzbacherweg). Von dort den Vorgipfel westseitig umgehend in die Scharte vor dem Gipfel und über Rinnen und Bänder sowie Geröll hinauf zum Gipfelkreuz mit Buch. Die Kletterroute ist teils markiert und mit Bohrhaken abgesichert. Zeitaufwand ab Stripsenjoch etwa 4 Stunden. Schwierigkeit II (vielfach) und mehrere längere Passagen bis III+. Durch die vielen Begehungen teils speckiger Fels und steinschlaggefährdet.

Literatur und Karte

  Commons: Totenkirchl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Fritz Schmitt: Das Buch vom Wilden Kaiser. Bergverlag Rudolf Rother, München 1982, S. 160f.
  2. Richard Goedeke: Kletterführer Bayerische Alpen, Nordtirol / Genusstouren III-VII. Bergverlag Rother, 2. Aufl., München 2009, S. 132.
  3. Fritz Schmitt: Das Buch vom Wilden Kaiser. Bergverlag Rudolf Rother, München 1982, S. 75.
  4. Heinrich Fick – ein tauber Erstersteiger. In: Fritz Schmitt: Bergsteiger-Anekdoten. Bruckmann, München 1985, S. 71.


Weiterführendes#

-- Bruns Valentina, Donnerstag, 31. Dezember 2015, 18:04