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vom 20.03.2020, aktuelle Version,

Turnerkamp

Turnerkamp
Turnerkamp von Westen, vom Großen Möseler

Turnerkamp von Westen, vom Großen Möseler

Höhe 3420 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich und Südtirol, Italien
Gebirge Zillertaler Alpen
Dominanz 2,1 km Großer Möseler
Schartenhöhe 191 m Rossruggscharte[1]
Koordinaten 46° 59′ 25″ N, 11° 48′ 35″ O
Turnerkamp (Tirol)
Turnerkamp
Gestein Zentralgneis
Erstbesteigung 1865 durch Johann Kirchler
Normalweg durch die Südwestflanke von der Chemnitzer Hütte oder der Berliner Hütte als Hochtour

Der Turnerkamp (italienisch Cima di Campo) ist ein 3420 m ü. A.[2] hoher Berg im Hauptkamm der Zillertaler Alpen. Er liegt genau auf der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien, beziehungsweise zwischen dem Bundesland Tirol und der autonomen Provinz Südtirol. Zuerst bestiegen wurde er 1865 Jahren im Alleingang durch den einheimischen Bauern Johann Kirchler aus Luttach im Ahrntal. Die erste touristische Begehung erfolgte am 25. Juni 1872 durch die englischen Bergsteiger vom St John’s College William Henry Hoare Hudson, Charles Taylor sowie William Martin und Richard Pendlebury, geführt von Gabriel Spechtenhauser und Georg Samer.[3]

Lage und Umgebung

Der Berg liegt etwa acht Kilometer Luftlinie nördlich von Lappach im Lappacher Tal und 12 Kilometer südlich vom Mayrhofener Ortsteil Ginzling. Er besitzt durch seine Höhe und massive Ausdehnung eine große geografische Dominanz. Benachbarte Gipfel sind im Osten die 3148 m hohe V. Hornspitze und im Westen, getrennt durch die Rossruggscharte (3229 m) die Rossruggspitze mit 3304 m Höhe. Nach Norden fällt der Turnerkamp über den Gletscher Hornkees zur Schwarzensteinalpe (2050 m) im Bereich der Berliner Hütte ab, nach Süden hin läuft ein langer Südgrat mit dem Inneren Sattelnock (Schneenock) (3073 m) hinab auf die in 2853 m Höhe gelegene Pfaffenscharte. Dieser Südgrat, Sattelschneid genannt, trennt die beiden Gletscher Östlicher Nöfesferner (westlich gelegen) und das östlich des Grats gelegene Trattenbachkees voneinander. Nördlich des Turnerkamps liegt das Hornkees.

Stützpunkte und Routen

Der Weg der englischen Alpinisten am 25. Juni 1872 begann um vier Uhr morgens an der Waxeckalpe und führte in südlicher Richtung über das Waxeggkees, über eine Einschartung des Rossrugg auf das obere Hornkees und über die Rossruggscharte südlich unterhalb des Westgrats zum Gipfel, der um neun Uhr erreicht wurde.[4]

Der heutige Normalweg auf den Turnerkamp führt durch die Südwestflanke. Der Ausgangspunkt ist hier die Chemnitzer Hütte auf 2419 m Höhe, oberhalb von Weißenbach. Von der Hütte aus führt ein mit Steinmännchen markierter Weg in nördlicher Richtung über die westliche Seitenmoräne des Östlichen Nevesferner. Dann geht es als Hochtour, mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung, über den östlichen Bereich des Gletschers am Turnerkamp-Südgrat vorbei Richtung Rossruggscharte. Dann verläuft die Tour nach rechts durch Rinnen (Steinschlaggefahr) über die Südwestflanke in mäßig schwieriger Kletterei im UIAA-Grad II steil zum Gipfel. Die Gehzeit beträgt laut Literatur fünf Stunden. Auch von der Berliner Hütte (2042 m) kann der Turnerkamp bestiegen werden. Von hier führt ein rot markierter Weg in südlicher Richtung östlich entlang des Rossruggens (Rossrücken) hinauf über den oberen Teil des Hornkees (Hochtour) zur Rossruggscharte, dann wie oben über die Südwestflanke zum Gipfel in laut Literatur sieben Stunden.[5]

Literatur und Karte

Commons: Turnerkamp  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Clem Clements, Jonathan de Ferranti, Eberhard Jurgalski, Mark Trengove: The 3000 m SUMMITS of AUSTRIA – 242 peaks with at least 150 m of prominence, Oktober 2011, S. 11. Höhe der Bezugsscharte nach: Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen, München 2013, RZ 684.
  2. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Österreich: Turnerkamp auf der Austrian Map online (Österreichische Karte 1:50.000).
  3. Carl Diener in Eduard Richter: Die Erschließung der Ostalpen, III. Band, Berlin 1894, S. 38 ff.
  4. The Alpine Journal, Band VII, London 1875, S. 49
  5. Heinrich Klier, Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen, München 1996, S. 271 ff., Rz 1335 ff.