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vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Ulf-Diether Soyka

Ulf-Diether Soyka (* 5. Juni 1954 in Wien) ist ein österreichischer Komponist, Dirigent und Dozent und hat drei erwachsene Söhne.

Soyka absolvierte seine Diplomstudien bei Friedrich Cerha (Komposition) und Otmar Suitner (Orchesterdirigieren), sowie das Lehramt für Musikerziehung an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Von 1979 bis 1981 war er Lehrbeauftragter an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, 1983 österreichischer Staatsstipendiat für Komposition. Danach arbeitete er als freischaffender Komponist und übernahm fallweise Dirigententätigkeit (Erstaufführungen 1938 vertriebener Komponisten). Er erfüllte zahlreiche Kompositionsaufträge und ist seit 2000 auch Dozent für Tonsatz und Komposition am Prayner Konservatorium, Wien. [1]

Musikalisches Schaffen und Kompositionsstil

Soyka schrieb bisher bevorzugt Musik für den Konzertsaal, für Orchester, Kammermusik, Chorwerke Opern usw. Seinen kompositorischen Stil beschrieb Dr. Werner Pelinka 1987 in der Kulturzeitschrift „morgen“[2]: „Soykas Musik ist der Dodekaphonie verpflichtet, aber nicht der dogmatisch seriellen, sondern einer erweiterten zwölftönigen Schreibweise, welche vom melodischen und rhythmischen Einfall, vom Gefühl determiniert ist. Diese der „emotio“ verbundene Komponente bewirkt ein spontanes Verständnis beim Zuhörer, auch wenn dieser die von der „ratio“ geleiteten Strukturen und Details nicht zu verfolgen vermag. Seine Tonsprache ist abwechslungsreich, sowohl melodiös und klangschön als auch rhythmisch lebendig und kraftvoll“. Soyka erforschte - davon ausgehend - auch Zusammenhänge zwischen Chromatik und Mikrotonmusik, und brachte seit 2007 mikrointervallische Kammermusikwerke zur Veröffentlichung, u. a. auch in seiner 2012 konzertant aufgeführten (sehr melodischen) Oper „Ninja“ (worin die Mikrotonalität einer der „Hauptpersonen“, dem Roboter Androido leitmotivisch zugeordnet ist, um dessen „Emotionalität“ adäquat darzustellen). [3]

Kompositionen (Auswahl)

  • Opern (z. B. "Leyla", uraufgeführt 2003 im Künstlerhaus Wien), „Terpsichore“, „Ninja“ u. a.
  • Ballettmusiken (z. B. "Das Idol", uraufgeführt 1990 im Stadttheater Klagenfurt) [4]
  • drei Klavierkonzerte (CD mit Alma Sauer und Oliver v. Dohnanyi 1987, Uraufführung in der Philharmonie Baku, Azerbaijan 1993, Solistin: Rena Rzaeva, Dirigent: Rauf Abdullaev)
  • zwei Violinkonzerte (Uraufführungen: Gernot Winischhofer, Elena Denisova)
  • Cellokonzert (uraufgeführt durch Mark Varshavsky)
  • Hornkonzert (für James Lowe, Birmingham 2004)
  • Symphonien (die 1. uraufgeführt 2006 in Bulgarien, Dirigent: Grigor Palikarov)
  • Messen, Oratorien (z. B. Requiem mit Consolation, Pfings-Oratorium u. a.)
  • Chorwerke
  • Liederzyklen
  • Kammermusik
  • Mikrotonale Kammermusik (IGNM-Konzert mit H.-A. Stamms enharmonischer Mikroton-Orgel usw.)

Werkeverzeichnis

Soykas Werkverzeichnis ist in Werkgruppen geordnet:

  • op. 1 Messen, Oratorien, geistliche Musik;
  • op. 2 Kammermusik in kleinerer Besetzung;
  • op. 3 größere Kammerensembles;
  • op. 4 Streich-/Kammerorchester;
  • op. 5 Instrumentalkonzerte;
  • op. 6 Lied;
  • op. 7 Film-, Tanz-, U-Musik und Audiokunst;
  • op. 8 Schulmusik;
  • op. 9 Tasteninstrumente solo;
  • op. 10 Orchester;
  • op. 11 Chor;
  • op. 12: Opern;

Dirigententätigkeit (Auswahl)

Auszeichnungen

  • 1975 und 1977 Stipendiat der Alban-Berg-Stiftung
  • 1980 und 1987 Theodor-Körner-Kompositionspreis
  • ab 1981 mehrfach Arbeitsstipendium der Stadt Wien für Komposition
  • 1983 Österreichisches Staatsstipendium für Komposition
  • 1983 Förderungspreis des Landes Niederösterreich für Musik
  • 1985 Kulturpreis der Stadt Klosterneuburg
  • 1985 Kompositionspreis in Tolima/Kolumbien
  • 2002 Kompositionspreis für Chormusik nach Texten von Wilhelm Busch
  • 2008 AICE Kulturaustausch-Kompositionspreis für Chormusik

Berufstätigkeit und Funktionen im Musikleben

1982–1983 Unterrichtstätigkeit (Gymnasium) 1983 österreichischer Staatsstipendiat für Komposition. Danach freischaffender Komponist und fallweise Dirigententätigkeit. Soyka schrieb in den nächsten Jahren zahlreiche umfangreiche Auftragskompositionen, und ist seit 2000 Dozent für Tonsatz und Komposition am Prayner Konservatorium, Wien.

Weitere mehrjährige Funktionen: Gymnasiallehrer, Leiter eines Kirchenchores, Vorstandsmitglied im Österreichischen Komponistenbund (E-Musik), Fachvorträge an englischen und australischen Musik-Universitäten, Musikpublizistische Artikel in diversen Fachzeitschriften (Ö.Musikzeitschrift u. a.), Leitung von Musik-Symposien, Funktionen in AKM, ÖGZM, Musik-Gewerkschaft usw., Referent der Wiener Sommerseminare für neue Musik, Gründung und Management eines Ensembles für neue Musik, Koordination des Pro-Arte-Orchesters, Gründung und Konzert-Organisation des „Projekts Uraufführungen“, Referent im interkulturellen Ekmelik Symposion Salzburg, u.ä.

Einzelnachweise

  1. Neue Kronen Zeitung - Freitag, 26. Juni 1981
  2. Kulturzeitschrift MORGEN Nr. 52 / 1987 unter dem Titel "Eine Atom-Oper als Warnung und Trost", Seiten 68 - 70, Zitat stammt von Seite 70, Zeilen 1 - 25 / siehe auch: http://www.soyka-musik.at/content/70/0/biographie.htm
  3. Neue Westfälische - Montag, 13. Mai 1991
  4. Der Standard - 5./6. Mai 1990