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vom 18.11.2016, aktuelle Version,

Valerie Springer

Valerie Springer bei einer Lesung bei Global 2000 im Jahr 2011

Valerie Springer (* 14. Mai 1958 in München) ist eine österreichische Schriftstellerin britisch-tschechisch-österreichischer Herkunft.

Leben

Valerie Springers Eltern kehrten nach ihrer Emigration aus Großbritannien, wo auch Springers Schwester 1956 geboren wurde, im Jahre 1957 nach Mitteleuropa zurück. Valerie Springer kam in München zur Welt und erhielt die britische Staatsbürgerschaft ihrer Eltern. Nach mehreren Stationen in verschiedenen europäischen Ländern zog die Familie 1969 in die Schweiz, wo Valerie Springer 1977 maturierte; im selben Jahr verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Österreich.

Springer heiratete 1983 den Werbestrategen Rudolf Schramm und hatte mit ihm zwei Kinder. Während ihrer Ehe legte sie ihre britische Staatsbürgerschaft ab und nahm die österreichische an. 1993 erfolgte die Scheidung. Sie heiratete 2004 Horst Springer, mit dem sie zuvor mehrere Jahre in Jamaika verbracht hatte. Er ist auch Vater ihres dritten Kindes. Seit ihrer Eheschließung veröffentlicht sie unter ihrem jetzigen Namen Springer. Sie publiziert deutschsprachig und englischsprachig. Springer ist Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Literatur.

Werk

Springer arbeitete zunächst als Kulturredakteurin für Zeitschriften und Magazine, bevor sie 2003 ihr erstes Buch veröffentlichte, ein Sachbuch über die Beziehungsproblematik Eifersucht. Dann wandte sie sich ausschließlich der Belletristik zu und lebt seither als freie Schriftstellerin im Wienerwald in Niederösterreich.

Ihr Debütroman Eine Liebe auf Jamaika ist eine erotisch-prickelnde Liebesgeschichte, die mit Poesie die Begegnung zwischen einer Europäerin und einem Forscher der jamaikanischen Maroons schildert.[1]

Im April 2009 erschien Springers zweiter Roman Auflösung. In einer auf verschiedenen Zeitebenen spielenden Handlung widmet sich Springer in diesem Prosatext den Hintergründen des Attentats auf Reinhard Heydrich im Frühjahr 1942 in Prag. Pavel Kohout lobte die Genauigkeit ihrer Prag-Recherche für Springers Roman Auflösung mit einer ausdrücklichen „Anerkennung ihrer Kenntnisse der komplizierten historischen Materie“.[2] Ebenso attestierten auch Barbara Coudenhove-Kalergi und Beppo Beyerl Springer gewissenhafte Detailarbeit.[3]

Vernichtung[4] erschien im Juni 2011 und behandelt vor dem Hintergrund des Globalisierungs-Imperialismus den Kampf eines Einzelnen gegen den Terror der multinationalen Konzerne.

Als Hörbuch erschien Auflösung[5] im Juli 2011. Als Hörbuch erschien Eifersüchtig? Ich doch nicht![6] im November 2011.

Valerie Springer ist Theodor-Körner-Preisträgerin[7] und erhielt mehrere Förderungen vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Wien.

Springers mit dem Theodor-Körner-Preis für Literatur ausgezeichneter Roman Die Geliebte, der Mann, dessen Frau und die zwei Söhne. Eine Erzählung vom Ende der Zeit.[8] erschien im Januar 2013. Springer dankt in ihrem Roman ausdrücklich Brian Greene, dessen Arbeit ihr vorrangig als Grundlage für ihre Recherche diente.[9]

Im September 2013 publizierte der Berger-Verlag Wahrsagung, Springers dritten Teil ihrer Trilogie über die Abgründe der Menschheit. Vor dem Hintergrund neonazistischer Aktivitäten in Wien schildert die Autorin die Begegnung zwischen einer älteren Prostituierten und einem jungen Ex-Jugoslawien-Flüchtling. Springer im Wortlaut: „In 'Auflösung' habe ich mich der Vergangenheit der Nazi-Schrecknisse gewidmet, in 'Vernichtung' der Gegenwart des Globalisierungs-Wahnsinns. Und mit 'Wahrsagung' wende ich mich der Zukunft des Denkens zu.“[10]

Als non-profit-Projekt erschien 2015 Der Tukan mit dem großen Schnabel,.[11] ein Kindergedichte-Band, den Springer gemeinsam mit dem Schweizer Illustrator Marius Buner[12] verwirklichte.[13]

2016 publizierte der Wortreich-Verlag Springers Roman Ein paar Tage in einer fremden Stadt,[14], eine „höchst gelungene Komposition aus wissenschaftlichen Sensationen und olfaktorischen Wahrnehmungen.“[15]

Seit August 2016 ist Springer als Radiomacherin beim freien Sender Campus & City Radio 94,4 mit ihrem gesellschaftskritischen Format last exit[16] auf Sendung.

Im November 2016 veröffentlichte Springer anlässlich der Produktionen der Filme Anthropoid und HHhH und anlässlich des 75. Jahrestages des Attentats im Mai 2017 (Operation Anthropoid, 27. Mai 1942) die englische Übersetzung ihres überarbeiteten Romans Auflösung unter dem Titel Resolution. A Search for Traces.[17]

Werke

Einzelnachweise

  1. 9 1/2 Stunden. Eine Liebe auf Jamaika Vier-Viertel-Verlag
  2. Mehr Attentat, weniger Reporterin Kurzkritik in Der Kurier
  3. LitGes Rezension Auflösung von Valerie Springer
  4. LitGes Rezension Vernichtung von Valerie Springer
  5. Verlag mcpublish Auflösung von Valerie Springer
  6. Verlag mcpublish Eifersüchtig? Ich doch nicht! von Valerie Springer
  7. Förderungspreise für Wissenschaft und Kunst 2006 (PDF; 21 kB) Theodor-Körner-Fonds Preisträger
  8. Verlag Berger Die Geliebte, der Mann, dessen Frau und die zwei Söhne. Eine Erzählung vom Ende der Zeit. von Valerie Springer
  9. Zeitlos, Rezension LitGes Ingrid Reichel
  10. Zitat Autorin Valerie Springer Homepage
  11. Kinderbuch Krebshilfe. In: kinderbuch-krebshilfe.webnode.at. Abgerufen am 17. September 2016.
  12. ILLUSTRATION UND GRAFIK : MARIUS BUNER. In: www.mariusbuner.ch. Abgerufen am 17. September 2016.
  13. Regionalmedien Austria: Neulengbacherin als Mutmacherin für Kinder mit Krebs. In: meinbezirk.at. (meinbezirk.at [abgerufen am 18. November 2016]).
  14. Ein paar Tage in einer fremden Stadt - Verlag Wortreich. Abgerufen am 17. September 2016 (de-de).
  15. Literaturhaus Wien: Springer Valerie_Ein paar Tage. In: www.literaturhaus.at. Abgerufen am 17. November 2016.
  16. Last Exit. Abgerufen am 17. September 2016.
  17. Resolution. A Search for Traces. In: www.valerie-springer.at. Abgerufen am 18. November 2016.