unbekannter Gast
vom 25.11.2016, aktuelle Version,

Verein gegen Tierfabriken (Österreich)

Verein Gegen Tierfabriken (VGT)
Rechtsform Verein
Gründung 16. Juni 1992, Wien
Sitz Meidlinger Hauptstraße 63/6, 1120 Wien ()
Personen Martin Balluch (Obmann), David Richter (Stellvertreter), Harald Balluch (Geschäftsführer)
Aktionsraum Österreich
ZVR-Zahl 837615029
Reg.Nr. OSGS 5259
Schwerpunkt Tierschutz für Nutztiere
Methode Öffentlichkeitsarbeit, Recherchen, Beratung
Budget ca. € 1 Mio./Jahr
Freiwillige ca. 400
Mitglieder ca. 18.000
Motto Wir geben Tieren eine Stimme
Website www.vgt.at

Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT) Österreich wurde 1992 gegründet. Der VGT Österreich setzt sich für Tierrechte und eingeschränkt auch für Tierschutz ein.

Die Gründung wurde durch den gleichnamigen, bereits 1989 gegründeten Verein in der Schweiz inspiriert. Heute besteht jedoch keine Verbindung mehr zwischen den Vereinen.

Beschreibung

Die Jährliche Pelzkundgebung des VGT vor der Kleider Bauer Filiale in der Wiener Mariahilfer Straße im Jahr 2012

Mit Vertretungen in Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, St. Pölten, Wiener Neustadt und Wien sowie aktiven Gruppen in Burgenland, Kärnten und Vorarlberg hat der Verein rund 18.000 Mitglieder. Er ist Träger des Österreichischen Spendengütesiegels und finanziert sich ausschließlich durch private Mittel. Der Geschäftsführer ist Harald Balluch, Obmann ist sein Bruder, Martin. Der Verein ist Mitglied beim Verband österreichischer Tierschutzorganisationen - pro-tier.at (Verband pro-tier)[1], Österreichs Vertreter bei der Organisation „European Coalition for Farm Animals“[2] und arbeitet unter anderem als österreichische Partnerorganisation bei Projekten mit der international größten Tierschutzorganisation PeTA zusammen.

Die Zeitschrift des Vereins heißt Tierschutz konsequent und erscheint dreimal jährlich mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren.

Zielsetzung und Methoden

In Anerkennung eines speziesübergreifenden und pathozentrisch begründeten (Grund-)Rechtsbegriffes versucht der Verein nach eigener Aussage,

„die Vision eines gerechten, ökologisch und ethisch verantwortungsbewussten Zusammenlebens aller auf dieser Welt (...)“

vorbehaltlos nach dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit zu vertreten.

In der Praxis fördert der Verein pflanzlich orientierte Lebensstile wie Veganismus oder Vegetarismus, die Ablehnung der Jagd, von Tierversuchen, von Pelzen, von Transporten lebendiger Tiere und die Unterstützung ähnlicher Anliegen. Der VGT führt die meisten der tierrechtsmotivierten Kundgebungen in Österreich durch.

Der VGT ist vorwiegend in Österreich aktiv und bemüht sich um eine Verbesserung von Tierschutzgesetzen. Ein Entsandter des VGT arbeitete als Sachverständiger für die Ausarbeitung von Tierschutzbestimmungen im österreichischen Nationalrat. An den Verboten von Pelzfarmen, Wildtierzirkussen, Hühner-Legebatterien, Käfighaltung von Kaninchen und dem Erreichen eines national einheitlichen Tierschutzgesetzes in Österreich sowie an der Etablierung von Tierschutzombuschaften mit Parteienstellung für die betroffenen Tiere sieht sich der VGT maßgeblich beteiligt.

Der VGT veranstaltet seit 2002 Tierrechtskongresse in Österreich für den internationalen Austausch in Tierrechtsthemen.[3] In Jahren ohne Tierrechtskongress hält der Verein kostenlose Animal Liberation Workshops (ALWs) an wechselnden Orten Europas ab. Diese meist zweitägigen Workshops bieten unverbindlich Kontakte, praktische Hilfestellungen und theoretische Hintergrundinformationen um den Einstieg in den Tierrechtsaktivismus zu erleichtern.[4]

Im Zuge des Projektes Tierschutz im Unterricht bietet der VGT länderübergreifend Lehrveranstaltungen an Schulen an.[5]

Freispruch vom Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation

Am 21. Mai 2008 wurden im Zuge einer österreichweiten Razzia durch die Polizei zehn Aktivisten verschiedener Tierschutz- bzw. Tierrechtsorganisationen, darunter drei VGT-Mitglieder, unter dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation unter dem Pseudonym Animal Liberation Front festgenommen. Die Maßnahmen im Zuge des Wiener Neustädter Tierschützerprozesses führten zu Protest- bzw. Kritikäußerungen in vielen Medien, bei Menschenrechtsorganisationen und Politikern.

13 Tierschützer mussten sich ab 2. März 2010 unter anderem wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation im Landesgericht Wr. Neustadt verantworten[6]. Sie wurden am 2. Mai 2011 aus Mangel an Beweisen von sämtlichen Vorwürfen in allen Anklagepunkten freigesprochen.[7] Gegen den Staatsanwalt, den Leiter der Sonderkommission und drei weitere Beamte wurden u. a. wegen Amtsmissbrauch, falscher Zeugenaussage, Urkundenfälschung und Freiheitsentzug Anzeigen bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft eingebracht.[8] Eine in diesem Zusammenhang eingereichte Klage auf Schadenersatz wurde jedoch abgewiesen.[9] Am 16. September 2014 veröffentlichte Martin Balluch in seinem Blog Auszüge aus seiner über Solidaritätsspenden finanzierten Berufung gegen diese Entscheidung.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Offizielle Website des Verbands pro-tier Liste der Mitgliedsorganisationen
  2. VGT-Facts
  3. Offizielle Webseite zu den Tierrechtskongressen in Österreich
  4. Offizielle Seite der Animal Liberation Workshops
  5. Tierschutzunterricht an Passauer Schule
  6. ORF Niederösterreich Verfahren gegen 28 Aktivisten eingestellt Bericht des ORF NÖ Online
  7. Tierschuetzerprozess: Ein Freispruch als Rundumschlag Bericht in Der Standard vom 3. Mai 2011
  8. Gruene Soko bei Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt Bericht in Der Standard vom 3. Mai 2011
  9. Schadensersatzklage von Balluch abgewiesen Bericht in Der Standard vom 30. Juli 2014
  10. Schadensersatzklage Blogeintrag von Martin Balluch zu seiner Berufung gegen die abgelehnte Schadenersatzklage