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vom 28.05.2017, aktuelle Version,

Victor Ofenheim von Ponteuxin

Victor Ritter Ofenheim von Ponteuxin

Victor Ritter Ofenheim von Ponteuxin (* 18. November 1820 in Wien; † 11. Oktober 1886 ebenda) war ein österreichischer Industrieller und Honorar-Generalkonsul für das Kaiserreich Persien.

Leben

Victor Ofenheim entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Er studierte Rechtswissenschaft mit dem Ziel, eine Laufbahn im diplomatischen Dienst einzuschlagen. 1843 wurde er Beamter in der Hofkammer, wechselte aber 1849 in die Generaldirektion für Eisenbahnbau des Handelsministeriums. 1856 verließ er den öffentlichen Dienst trat er in die Verwaltung der Galizischen Carl-Ludwig-Bahn ein. 1864 wurde er Teilhaber an der Konzession für die Lemberg-Czernowitz-Jassy-Eisenbahn und Generaldirektor. Er entwickelte den Plan, eine Eisenbahnverbindung zwischen der Nord- bzw. Ostsee und dem Schwarzen Meer zu bauen. Ofenheim baute im Laufe der Zeit ein Wirtschaftsimperium auf, das Beteiligungen an mehr als 100 weiteren Unternehmen umfasste.

Zu Beginn seiner Unternehmertätigkeit verfügte Ofenheim über 50.000 Gulden. Nach zwanzig Jahren wurde sein Vermögen auf über 2,5 Mio. Gulden geschätzt.

Auf der Lemberg-Czernowitzer Bahn ereigneten sich eine Reihe von Unfällen, darunter der Einsturz der Brücke über den Pruth, worauf sie unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt wurde. Daneben wurde gegen Victor Ritter Ofenheim von Ponteuxin Untersuchungen wegen Aneignung unerlaubter Gewinne von Bauunternehmern und Lieferanten geführt. Beim Gerichtsverfahren im Januar 1876 wurde er aber von den gegen ihn vorgebrachten Anklagen freigesprochen.[1]

Von 1882 bis 1886 fungierte er als generalvertretender Honorarkonsul von Persien am Wiener Hof.

Siehe auch

Literatur

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Einzelnachweise

  1. Ofenheim, Viktor, Ritter von Ponteuxin. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 12, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 335.