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vom 27.04.2017, aktuelle Version,

Viktor Žmegač

Viktor Žmegač (* 21. März 1929 in Slatina, Slawonien) ist ein Philologe und Literaturhistoriker. Sein Vater war ein kroatischer Arzt, seine Mutter stammte aus Deutschland. Er promovierte im Jahr 1959 und lehrte an der Universität Zagreb. Von ihm stammen unter anderem Abhandlungen über Rilke, Brecht, Goethe, Schiller und Kafka. Žmegač erhielt im Jahr 1987 den Friedrich-Gundolf-Preis und im Jahr 1993 den Herder-Preis. Er ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Žmegač ist der führende Vertreter der Zagreber Schule, einer an die formale Literatursoziologie des frühen Georg Lukács anknüpfenden Denk- und Forschungsrichtung.[1] Er gehört zu den drei "Weggefährten vieler Jahrzehnte", denen Dieter Borchmeyer sein Buch Was ist Deutsch? Die Suche einer Nation nach sich selbst "in Dankbarkeit und Freundschaft" widmete.

Werke (Auswahl)

Monographien

  • Die Musik im Schaffen Thomas Manns (Zagreber Germanistische Studien 1), Zagreb, 1959.
  • Kunst und Wirklichkeit. Zur Literaturtheorie bei Brecht, Lukács und Broch, Bad Homburg/Berlin/Zürich, 1969.
  • Der europäische Roman. Geschichte seiner Poetik, Niemeyer Verlag, Tübingen, 1990.
  • Tradition und Innovation. Studien zur deutschsprachigen Literatur seit der Jahrhundertwende, Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar, 1993, 298 str.
  • Der historische und der typologische Jude. Studien zu jüdischen Gestalten in der Literatur der Jahrhundertwende, Niemeyer Verlag, Tübingen, 1996.

Herausgeberschaften

  • Geschichte der deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. 3 Bände. Athenäum, Königstein 1984.
  • lwan Goll: Der ewige Methusalem. Text und Materialien zur Interpretation (zs. m. Reinold Grimm), de Gruyter Verlag, Berlin, 1966.
  • Marxstische Literaturkritik, Athenäum Verlag, Bad Homburg, 1970.
  • Methoden der deutschen Literaturwissenschaft. Eine Dokumentation, Athenäum Verlag, Frankfurt am Main, 1971.
  • Der wohltemperierte Mord. Zur Theorie und Geschichte des Detektivromans, Athenäum Verlag, Frankfurt am Main, 1971.
  • Zur Kritik literaturwissenschaftlicher Methodologie (zs. m. Zdenko Škreb), Athenäum Verlag, Frankfurt am Main, 1973.
  • Formalismus, Strukturalismus und Geschichte (zs. m. Aleksander Flaker), Scriptor Verlag, Kronberg/Ts., 1974.
  • Geschichte der deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart (Herausgeber und Koautor), 3 Bd.., Athenäum Verlag, Königstein/Frankfurt am Main, 1978-1984.
  • Deutsche Literatur der Jahrhundertwende, Neue wissenschaftliche Bibliothek, Literaturwissenschaft, Bd. 133, Hain Verlag, Königstein, 1981.
  • Schillers Briefe (zs. m. Erwin Streitfeld), Athenäum Verlag, Königstein, 1983.
  • Moderne Literatur in Grundbegriffen (zs. m. Dieter Borchmeyer), Athenäum Verlag, Frankfurt am Main, 1987. Zweite, erweiterte Auflage Niemeyer, Tübingen, 1994.
  • Kleine Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart (zs. m. Zdenko Škreb u. Ljerka Sekulić), Athenäum Verlag, Frankfurt am Main 1981.

Einzelnachweise

  1. Christine Magerski, Schule machen. Zur Geschichte und Aktualität der Literatursoziologie, in: Zagreber Germanistische Beiträge, Heft 24/2015, S. 193-220.