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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Werner Mössler

Werner Mössler (* 27. April 1952 in Radenthein[1], Kärnten) ist ein gehörloser Schauspieler und Übersetzer für Gebärdensprache.

Leben und Wirken

Mössler besuchte die Gehörlosenschule in Klagenfurt und bestritt eine Ausbildung zum Heilmasseur. Von 1993 bis 1998 absolvierte er bei ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater eine Ausbildung zum professionellen Schauspieler u. a. beim gehörlosen Regisseur und Schauspieler Howie Seago und dem ehemaligen Dekan der szenischen Künste Sarajevo, Dževad Karahasan. Seit 2004 arbeitet er auch an der Übersetzung von Theaterstücken und literarischen Texten in Gebärdensprache gemeinsam mit Horst Dittrich unter anderem: Dževad Karahasan Die einen und die anderen, Dževad Karahasan Eine alte orientalische Parabel,[2] Gert Jonke Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist, Georg Büchners Woyzeck in einer Bearbeitung von Dževad Karahasan, Georg Büchner Der Hessische Landbote – Friede den Hütten! Krieg den Palästen!, Heinrich von Kleist Über das Marionettentheater, Willy Conley Trommeln allerorts/The Universal Drum (Musik von Theodor Burkali), Himmel auf Erden, eine Art Lustspiel und Stück Unschuldsvermutung mit Vorspiel, Hauptakt und einem Nachspiel[3], * Schweinealm - Almauftrieb und schwarz-gelb-rot-blaue Posse mit Tanz und Gesang.[4]

Werner Mössler in "Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist" von Gert Jonke

Schauspiel

Als Schauspieler hat Mössler unter anderem in folgenden Theaterstücken mitgewirkt: Die Sprache im Raum von Herbert Gantschacher, Sprechproben von Herbert Gantschacher, Die andere Seite der Stille (Gedichte amerikanischer gehörloser Schriftsteller zum Thema Musik vertont von den österreichischen Komponisten Johannes Kern, Werner Raditschnig, Wolfgang Seierl und Bruno Strobl) Schauplatz von Rico Peterson (inszeniert von Howie Seago) Am Vorabend des 50.Hochzeitstages von Volckmar Jaeger, Im Sturm der Zeichen (Tanztheaterprojekt über die gehörlosen Künstler Goya und Gustinus Ambrosi sowie die gehörlosen Komponisten Bedřich Smetana und Ludwig van Beethoven), Disconnected / Kein Anschluss von Willy Conley, Ich sehe was, was Du nicht siehst von Herbert Gantschacher, Die Fremden von Dževad Karahasan, Theaterfallen von Daniil Charms, Schnee und Tod von Dževad Karahasan, Der Ohrenzeuge von Elias Canetti, Krankheit Krieg (Szenen, Manifeste und Gedichte von Georg Trakl, August Stramm, Hugo Ball, Theo van Doesburg, Paul Scheerbart und den italienischen Futuristen Marinetti, Corra, Settimelli, Cangiullo, Chiti), Steine in den Taschen von Marie Jones, Weisser Schnee bedeckt des Lebens Röte / Beauty Oversnow’d and Bareness Everywhere Sonette von William Shakespeare vertont von Werner Raditschnig, Der Tod des Empedokles von Friedrich Hölderlin in der fünfaktigen Fassung von Herbert Gantschacher, Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist von Gert Jonke, Woyzeck von Georg Büchner in der Fassung von Dževad Karahasan, Friede den Hütten! Krieg den Palästen! von Georg Büchner und [(Friedrich Ludwig Weidig)], Die Landkarten der Schatten von Dževad Karahasan, Über das Marionettentheater von Heinrich von Kleist, Vor dem Gesetz von Franz Kafka, Trommeln allerorts/The Universal Drum von Willy Conley[5],Himmel auf Erden Eine Art Lustspiel und Stück Unschuldsvermutung mit Vorspiel, Hauptakt und einem Nachspiel von Herbert Gantschacher[3], Schweinealm - Almauftrieb und schwarz-gelb-rot-blaue Posse mit Tanz und Gesang von Herbert Gantschacher[6], Prinzip Gabriel von Dževad Karahasan, Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke Melodram von Viktor Ullmann, Verweigert den Krieg! von Helen Keller und Wilhelm Jerusalem[7].

Über Visuelles Theater und Visuelle Musik

Eine Besonderheit in der Theaterarbeit von Werner Mössler als gehörloser Schauspieler ist der Umgang mit Musik, die für Gehörlose visuell fürs Auge und durch Schwingungen erlebbar ist. Über „Visuelle Musik“ hat sich Werner Mössler folgendermaßen geäußert: „Die arythmischen Bewegungen der Sonnenstrahlen, die sich auf den Wellenbewegungen des Wassers spiegeln, der tropfende Wasserhahn, die Blätter im Wind, all das hat einen bestimmten Rhythmus und kann für Gehörlose zur Musik werden.“

Auszeichnungen

  • 2002: Europasiegel für das innovative Sprachenprojekt "Ich sehe was, was Du nicht siehst".[8][9]
  • 2013: Nominierung zu den Kulturpreisen des Landes Kärnten, Würdigungspreis für darstellende Kunst[10]

Literatur

  • Eva Zwick „Hören. ‚Hörräume’ im Gehörlosentheater“ Magisterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Magister der Künste in der Studienrichtung Instrumental- und Gesangspädagogik an der Universität Mozarteum; Salzburg 2007.

Einzelnachweise

  1. Geburtsregister der Gemeinde Radenthein
  2. https://www.youtube.com/watch?v=aS8JK9-Ekyw Dževad Karahasan "An Old Oriental Parable"
  3. 1 2 http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2948307/sanftwuetigen-klagen.story
  4. https://www.youtube.com/watch?v=Z6TW9zxqO0Y
  5. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2667944/beethovens-sanftwut-zur-allgemeinen-naehrpflicht.story
  6. http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurtland/3229420/gott-fuenf-sinne.story
  7. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3607324/theater-zum-fuehlen-begreifen.story
  8. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ - sprechende Hände. Auf: oesz.cpweb.at. Abgerufen am 26. Dezember 2013.
  9. Europasiegel für innovative Sprachenprojekte. PDF auf: oesz.at.
  10. Jurysitzung vom 4.November 2013 des Fachbeirates für darstellende Kunst des Landes Kärnten