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vom 23.12.2018, aktuelle Version,

Wolfgang Petritsch

Wolfgang Petritsch (2018)
Wolfgang Petritsch (2016)

Wolfgang Petritsch (* 26. August 1947 in Klagenfurt) ist ein österreichischer Diplomat und Politiker (SPÖ). Er ist ein Angehöriger der slowenischsprachigen Volksgruppe von Kärnten. Petritsch galt als Österreichs Spitzendiplomat,[1] und war unter anderem als international tätiger Diplomat EU-Chefverhandler und -Sonderbeauftragter sowie zwischen 1999 und 2002 seitens der UNO Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.

Leben

Wolfgang Petritsch wuchs in Glainach auf.[2] Er studierte Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Recht an der Universität Wien, an der er 1972 promovierte. Von 1977 bis 1983 war er Sekretär von Bundeskanzler Bruno Kreisky, über den er im Jahre 2011 eine Biographie veröffentlichte.

Zwischen 1984 und 1992 fungierte er als Direktor der Österreichischen Presse und Information Servicestelle in den Vereinigten Staaten sowie als Bevollmächtigter Minister (Ministre plénipotentiaire) an Österreichs permanenten Mission bei den Vereinten Nationen (Permanent Mission of Austria to the United Nations New York) in New York.

Während seiner Zeit als österreichischer Botschafter in Belgrad (1997 bis 1999) wurde er zum EU-Sonderbeauftragten für den Kosovo ernannt. Als solcher war er 1999 EU-Chefverhandler bei den Friedensverhandlungen von Rambouillet und Paris. Als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina (1999 bis 2002) leitete er die zivile Implementation des Friedensvertrags von Dayton. Bei der Nationalratswahl 2002 kandidierte er für die SPÖ und wäre im Falle eines Wahlsieges als Außenminister vorgesehen gewesen. Bereits vor dem Wahlgang wurde er zum österreichischen Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf ernannt, auf dessen Posten er bis Anfang 2008 wieder zurückkehrte.

Wolfgang Petritsch gilt als Außenpolitikexperte mit dem Schwerpunkt Südosteuropa.

2002 erhielt er von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien die Friedrich Torberg-Medaille. Am 23. Februar 2007 wurde Wolfgang Petritsch im Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Europäischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Petritsch ist Ehrenbürger der Stadt Ferlach (Kärnten). Zwischen 2008 und 2014 war er Leiter der ständigen Vertretung Österreichs bei der OECD in Paris. 2013 verlieh ihm der österreichische Kunstminister Josef Ostermayer das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Im selben Jahr wurde er Ehrendoktor der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. 2013/14 lehrte Petritsch an der Harvard University. Aktuell ist er Präsident der Austrian Marshall Plan Foundation in Wien.

Privates

Wolfgang Petric spricht fließend Deutsch und Slowenisch sowie Serbisch, Englisch und Französisch.

Publikationen (Auswahl)

  • 1999: Kosovo: Mythen, Daten, Fakten = Kosova, gemeinsam mit Karl Kaser und Robert Pichler, Wieser-Verlag, Klagenfurt 1999, ISBN 978-3-85129-304-3
  • 2008: Das Kreisky-Prinzip: im Mittelpunkt der Mensch, gemeinsam mit Margaretha Kopeinig, Czernin-Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-7076-0277-7
  • 2009: Zielpunkt Europa: von den Schluchten des Balkan und den Mühen der Ebene ; Aufsätze – Reden – Kommentare – Interviews – Dokumente, 2001 – 2009, Wieser-Verlag, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-85129-859-8
  • 2010: Die europäische Chance: Neustart nach der Krise, gemeinsam mit Margaretha Kopeinig, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 2010, ISBN 978-3-218-00807-5
  • 2010: Bruno Kreisky: die Biografie, Residenz-Verlag, St. Pölten/Salzburg 2010, ISBN 978-3-7017-3189-3
  • 2018: Epochenwechsel: unser digital-autoritäres Jahrhundert, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-7106-0268-9
  Commons: Wolfgang Petritsch  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Wiener Zeitung. Erste Begegnung mit Kreisky: die Enttäuschung des späteren Mitarbeiters
  2. Kärntner Diplomatie rund um die Welt. Artikel vom 21. August 2011 in der Kleinen Zeitung
Vorgänger Amt Nachfolger
Michael Weninger Österreichischer Botschafter in Serbien
1997–1999
?
Vorgänger Amt Nachfolger
Harald Kreid Ständiger Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen in Genf
2002–2008
Christian Strohal
Ulrich Stacher Ständiger Vertreter Österreichs bei der OECD in Paris
2008–2013
Maria Elisabeth Stubits-Weidinger