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Feichtlbauer, Hubert#


* 7. 2. 1932, Obernberg am Inn (Oberösterreich)

† 23. 9. 2017, Wien


Journalist

Feichtlbauer, Hubert
Hubert Feichtlbauer. Foto, 1990
© Wirtschaftskammer Österreich, Wien, Foto Haslinger, für AEIOU

Hubert Feichtlbauer wurde am 7. Februar 1932 in Obernberg am Inn in Oberösterreich geboren.

Nach der Matura 1950 absolvierte er ein Studium von Staatswissenschaften und Englisch an der Universität Wien und – als einer der ersten Fulbright-Stipendiaten – ein Studium der Philosophie und Politologie an der Universität St. Louis, Missouri, (USA). 1955 schloss er seine Studien mit dem Doktorat in Staatswissenschaften (Dr.rer.pol.) und einem Diplom in Englisch (Diplom-Dolmetsch) ab.

Seine journalistische Karriere begann er 1955 als Redakteur der "Rieder Volkszeitung", einer regionalen Innviertler Wochenzeitung, dann arbeitete er beim Linzer "Volksblatt" (1960-1965) und den "Salzburger Nachrichten" (1965-1970). 1970 wurde er Chefredakteur der "Wochenpresse", der damals bedeutendsten Wochenzeitung des Landes; 1973 wechselte er zum "Kurier", bei dem er bis 1975 als Chefredakteur und 1976 bis 1978 als USA-Korrespondent in Washington tätig war.
1978 bis 1984 war er Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung "Furche", für die er auch danach regelmäßig Gastkommentare schrieb. Von 1984 bis 1992 war er Leiter der Presseabteilung der Wirtschaftskammer Österreich.

In seiner gesamten Berufszeit war Hubert Feichtlbauer immer auch als freier Mitarbeiter verschiedener Publikationen und des ORF (u.a. "Orientierung", Club-2-Moderator, TV-Filme) tätig und trat als Vortragender und Moderator zu Fragen der Gesellschaftspolitik, Kirchenreform und der katholischen Soziallehre in Erscheinung.

Hubert Feichtlbauer, Autor mehrerer Bücher zu Zeitgeschichte und Kirchenreform, war Mitglied des Österreichischen Presserates, des Katholischen Laienrats, des Verbands katholischer Publizisten Österreichs (Vorsitzender 1979-1990) und der Katholischen Weltunion der Presse (UCIP, Vorsitzender 1996-1999).

Hubert Feichtlbauer engagierte sich auch bei der Plattform "Wir sind Kirche", die Reformen in der römisch-katholischen Kirche einforderte und war von 1999 bis 2002 ihr Vorsitzender. Er war ehrenamtlicher Generalsekretär der Österreichischen Liga für die Vereinten Nationen (1992-1995), 2010 wurde er ehrenamtliches Mitglied der unabhängigen Kommission für Opfer sexueller Gewalt in der katholischen Kirche ("Klasnic-Kommission").

Hubert Feichtbauer, der als katholischer Publizist Medien und Kirche in Österreich über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltete, starb am 23. September 2017 in Wien.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Karl-Renner-Preis für Publizistik, 1972
  • Leopold-Kunschak-Pressepreis, 1973
  • Staatspreis für publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen Landesverteidigung, 1976
  • Kardinal-Innitzer-Würdigungspreis für wissenschaftlich fundierte Publizistik, 1979
  • Erwin-Wenzl-Ehrenpreis für das journalistische Lebenswerk, 1999
  • René-Marcic-Preis, 2002
  • Ehrenpreis des Presseclub Concordia (für sein Lebenswerk), 2014
  • Sonderpreis der Zeitung "Journalist" ( für sein Lebenswerk), 2015
  • Julius-Raab-Medaille und die Alfred Dallinger-Medaille in Silber
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst l. Klasse, 2016

Werke (Auswahl) #

  • Der Aufstand der Lämmer, 1995
  • Zerbricht die Kirche?, 1999
  • Der Fall Österreich, 2000
  • Franz König - Der Jahrhundert-Kardinal, 2003
  • Neuer Papst - Hoffnung für wen?, 2005
  • "Politik ohne Priester, aber mit großem Laienaufgebot" in: Academia, September 2017

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl