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Horten, Heidi#


* 13. 2. 1941, Wien


Unternehmerin, Sponsorin, Mäzenin


Heidi Horten wurde am 13. Februar 1941 als Heidi Jelinek in Wien geboren, wo sie auch aufwuchs.

Sie arbeitete als Sekretärin einer Filiale der "Ideal Standard Registerkassen"-Firma in Wien und lernte 19-jährig in einer Hotelbar in Velden am Wörthersee den 32 Jahre älteren deutschen Kaufhaus-Besitzer Helmut Horten kennen.

1966 wurde sie seine (zweite) Ehefrau und erhielt u.a. ein ganz spezielles Hochzeitsgeschenk: ihr Mann schenkte ihr den "Blauen Wittelsbacher" (einen 35,5 Karat schweren blauen Diamanten aus den früheren bayrischen Kronjuwelen).
1968 übersiedelte das Ehepaar nach Croglio im Schweizer Kanton Tessin und Helmut Horten entschied sich, schrittweise aus seinem eigenen Unternehmen auszusteigen. Er wandelte die GmbH in eine Aktiengesellschaft um, verkaufte von 1969 bis 1971 in mehreren Schritten alle Aktien und zog sich 1972 zur Gänze aus dem Warenhauskonzern zurück, um das Leben eines milliardenschweren Privatiers zu genießen.

Bereits 1971 gründete Helmut Horten in der Schweiz die Stiftung "Villalta" in Croglio, um die medizinische Forschung zu fördern.

Als Helmut Horten 1987 starb, erbte Heidi Horten das gesamte Vermögen, damals etwa eine Milliarde US-Dollar, und kehrte nach Wien und an den Wörthersee zurück. (Seither leitet sie auch die Geschicke der "Stiftung Helmut Horten", frühere Stiftung "Villalta", deren Stiftungskapital - zusammen mit einer zweiten Stiftung - mittlerweile 100 Millionen Euro beträgt und die medizinische Forschungseinrichtungen und Projekte im Gesundheitswesen in Österreich und der Schweiz unterstützt.)
Die Alleinerbin war von 1994 bis 1998 mit einem französischen Blumengroßhändler verheiratet und ist seit 2015 in dritter Ehe mit Graf Karl Goëss verheiratet

Heidi Horten - eine der reichsten ÖsterreicherInnen - lebte jahrelang abwechselnd auf ihren Besitzungen in der Schweiz, auf den Bahmamas und in Wien; heute lebt sie die meiste Zeit in ihrem Haus am Wörthersee. Sie besitzt eine der grössten Privatjachten (die Carinthia VII), einen Privatjet und zahlreiche Immobilien rund um den Globus.


Heidi Horten tritt öffentlich nur selten in Erscheinung, engagiert sich aber großzügig bei Charity-Aktionen (wie "Licht ins Dunkel") und unterstützt unzählige größere und kleinere Hilfsorganisationen und Projekte. Sie ist aber auch Sponsorin und seit 2010 Ehrenpräsidentin des Kärntner Eishockey-Clubs KAC.

Unter Beratung ihrer Freundin Agnes Husslein (frühere Chefin von Sotheby’s in Österreich und ehemalige Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere) erweiterte Heidi Horten im Laufe der Jahrzehnte die noch zu Lebzeiten ihres Mannes begonnene Kunstsammlung; daraus ist eine der beeindruckendsten europäischen Privatsammlungen hervorgegangen.

(Ein großer Teil dieser Sammlung - 170 Werke vom Expessionismus bis zur Gegenwart mit Exponaten von Paul Klee, Gustav Klimt, Andy Warhol, Marc Chagall, Erwin Wurm u.a. - wurde 2018 unter dem Titel "WOW! The Heidi Horten Collection" im Wiener Leopold Museum gezeigt. )

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Ferlach, 2012

Quellen#

Redaktion: P. Diem, I. Schinnerl