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Jabloner, Clemens#

* 8. 11. 1948, Wien


Jurist
ehem. Präsident des Verwaltungsgerichtshofes
Universitätsprofessor für Rechtstheorie an der Universität Wien
Vizekanzler und Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz


Clemens Jabloner
Clemens Jabloner
Foto: BKA/Andy Wenzel
Clemens Jabloner wurde am 8. November 1948 in Wien geboren.

Nach der Matura 1967 begann er an der Universität Wien ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1972 mit der Promotion zum Dr. jur. abschloss. Nach der Ableistung des Präsenzdienstes und war er zunächst als Rechtspraktikant tätig und trat 1974 als Vertragsbediensteter in das Bundesministerium für Soziale Verwaltung ein.

1975 wechselte er als Universitätsassistent an das Institut für Verfassungs- und Verwaltungsrecht der Wirtschaftsuniversität Wien, ein Jahr später an das Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Wien. Ab 1978 war er als Beamter im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes tätig; 1982 Leiter des Medienreferates und 1984 Leiter der Abteilung für Länderangelegenheiten und Verwaltungsreform.

1988 habilitierte sich Clemens Jabloner (mit einer Arbeit über die Mitwirkung der Bundesregierung an der Landesgesetzgebung) als Universitätsdozent. 1989 erfolgte seine Bestellung zum Leiter der Sektion "Zentrale Personalverwaltung" im Bundeskanzleramt.

Clemens Jabloner, 1997, © z. Verf. gest. v. Präsident Dr. Clemens Jabloner, privat, für AEIOU
Clemens Jabloner, 1997
© z. Verf. gest. v. Präsident Dr. Clemens Jabloner, privat, für AEIOU
Clemens Jabloner wurde 1991 zum Vizepräsidenten und 1993 zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes ernannt, eine Funktion, die er bis 2013 ausfüllte.

1996 wurde er Universitätsprofessor für österreichisches Verfassungsrecht an der Universität Wien; er ist bis heute in den Lehrbetrieb im Universitätsbereich eingebunden und veröffentlicht regelmäßig einschlägige juristische und rechtsphilosophische Publikationen. 2014 wurde Clemens Jabloner mit der "Hans Kelsen-Professur" am Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht der Universität Wien betraut; 2017 lehrte er als Gastprofessor an der französischen Elite-Universität L'École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS).

Darüber hinaus wurde Clemens Jabloner 1993 zum zweiten Geschäftsführer des Hans Kelsen-Instituts ernannt und war von 1998 bis 2003 Vorsitzender der beim Österreichischen Staatsarchiv eingerichteten "Historikerkommission der Republik Österreich". Er wurde zum Vorsitzenden der beim Bundesministerium für Unterricht und Kunst eingerichteten "Restitutionskommission" bestellt und war von 2003 bis 2005 Mitglied des Österreich-Konvents.

Am 3. Juni 2019 wurde er als Vizekanzler und Justizminister (Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz) in der Bundesregierung Bierlein, einer Experten- bzw. Beamtenregierung, von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt.

Univ.-Prof. Dr. Clemens Jabloner ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich, 2000
  • Marietta und Friedrich Torberg-Medaille, 2005
  • Ehrendoktorat der Universität Salzburg, 2006
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 2009
  • Österreichischer Verfassungspreis, 2015

Werke (Auswahl)#

zahlreiche Arbeiten und Beiträge zur Rechtstheorie, zum öffentlichen Recht und zum Aufgabenkomplex der Historikerkommission

  • Die Mitwirkung der Bundesregierung an der Landesgesetzgebung, 1989
  • Logischer Empirismus und Reine Rechtslehre (Hg. gemeinsam mit Friedrich Stadler), 2001
  • 125 Jahre Verwaltungsgerichtshof (Mit-Hg.), 2002
  • Schlussbericht der Historikerkommission der Re­pub­lik Österreich (Mitautor), 2003
  • Österreichs Rechtswissenschaft in Selbstdarstellungen (Hg. mit H. Mayer), 2003
  • Hans Kelsens stete Aktualität" (Hg. mit R. Walter, K. Zeleny), 2003
  • Der Jurist in der Zeitgeschichte, 2004
  • Der Kreis um Hans Kelsen (Hg. m. R. Walter u. K. Zeleny), 2008
  • Methodenreinheit und Erkenntnisvielfalt, 2013
  • Das internationale Wirken Hans Kelsens (Hg. m. Th. Olechowski u. K. Zeleny), 2016

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl