unbekannter Gast

Kutschera, Rolf#

* 6. 1. 1916, Wien

† 22. 1. 2012, Wien


Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter


Susanne Almassy und Rolf Kutschera
Susanne Almassy und Rolf Kutschera in Simone und der Friede von Adolf Schütz. Kammerspiele. Wien. Photographie
© IMAGNO/Österr. Theatermuseum

Rolf Kutschera wurde am 6. Jänner 1916 in Wien als Sohn eines Fleischhauers geboren.

Als Kind erhielt er zuerst Geigenunterricht und ab sieben Jahren Klavierunterricht.

Der ausgebildete Fleischhauer kam schließlich als "Claqueur" erstmals mit dem Theater in Berührung. Seinen ersten Schauspielunterricht erhielt Kutschera bei Rudolf Beer an der Scala in Wien; er machte alles am Theater, was man tun konnte: Pianist, Textautor, Komponist für Kabarett und Chansons, Schauspieler, Regisseur.

Sein erstes Engagement erhielt er 1937 im Theater an der Wien, wo er in "Madame Sans Gene" spielte. 1938 ging er nach Heidelberg, ein Jahr später nach Linz und 1940 wurde Kutschera am Wiener Volkstheater engagiert.

Bald darauf wurde der Schauspieler zur Wehrmacht eingezogen und spielte schließlich bis zur Theatersperre 1944 wieder am Volkstheater.

Nach 1945 betätigte er sich zunächst als Autor von Revuen und als Conferencier, bevor er ein Engagement an der Wiener Scala erhielt. Bei der Wien-Film wirkte Kutschera schon vor 1945 in einigen Produktionen mit, nach Kriegsende wurde er in Österreich und Deutschland für eine Reihe von weiteren Streifen verpflichtet.

Ab 1950 war er als Schauspieler und Regisseur war er vor allem in Berlin tätig, wo er als "König des Boulevards" bekannt war. Daneben spielte und inszenierte er auch im Theater in der Josefstadt, im Hamburger Schauspielhaus sowie in Zürich und Stuttgart. Seine Wiener Inszenierungen wie "Staatsaffären", "Bei Kerzenlicht" und "Einzelgänger" galten als Glanzpunkte des Unterhaltungstheaters seiner Zeit.


Ab 1965 bis 1983 schließlich hatte Kutschera die Leitung des Theaters an der Wien inne sein (zunächst mit Robert Jungbluth, ab 1969 mit Franz Häußler als kaufmännischem Leiter).

Er machte das angloamerikanische Musical in Wien heimisch und mit Kassenschlagern wie "Der Mann von La Mancha" mit Josef Meinrad als Don Quichotte, "Anatevka" mit Yossi Yadin als Tevje, "Hello Dolly" und "Die Gräfin vom Naschmarkt" mit Marika Rökk, "Gigi" mit Johannes Heesters begann der Erfolgszug der Gattung Musical in Österreich. Der Titel der ersten Premiere unter seiner Leitung lautete "Wie man was wird im Leben, ohne sich anzustrengen" (die deutsche Version von "How to Succeed in Business without Really Trying"), spätere Sensationserfolge waren Lloyd Webbers "Evita" und "Jesus Christ Superstar".

Er war mit der Schauspielerin Susanne Almássy verheiratet.

Professor Rolf Kutschera verstarb 22. Jänner 2012 im Alter von 96 Jahren in Wien.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Verleihung des Titels "Professor", 1971
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Wien, 1975
  • Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold, 1980

Werke (Auswahl)#

Schauspieler
  • Eins, zwei, drei = aus!, 1949
  • Pension Schöller, 1952
  • Briefträger Müller, 1953
  • Ludwig II: Glanz und Ende eines Königs, 1955
  • Rosenmontag, 1955
  • 08/15 - Zweiter Teil, 1955
  • Hengst Maestoso Austria, 1956
  • Der Schinderhannes, 1958
  • Die Gans von Sedan, 1959
  • Mädchen für die Mambo-Bar, 1959
  • Leutnant Gustl, 1962
  • Die Fledermaus, 1962
  • Schwejks Flegeljahre, 1965
  • In Frankfurt sind die Nächte heiß, 1966
  • Der Bockerer, 1981
  • Ferien auf dem Lande, 1988

Regisseur

  • Hexenschuß, 1960 (TV)
  • Die Ballade vom Franz und der Marie, 1961 (TV)
  • Schach der Dame, 1964 (TV)
  • Die Bekehrung des Ferdys Pistora, 1964 (TV)
  • Geisterkomödie - Eine unwahrscheinliche Komödie, 1965 (TV)
  • Sorbas, 1972 (TV)
  • Ferien auf dem Lande, 1988 (TV)

Drehbuch

  • Die Bekehrung des Ferdys Pistora, 1964) (TV)

Musicals (als Direktor im Theater an der Wien)

  • Der Mann von La Mancha
  • How to Succeed in Business without Really Trying
  • Don Quichott
  • Anatevka
  • Hello Dolly
  • Die Gräfin vom Naschmarkt"
  • Gigi
  • Evita
  • Jesus Christ Superstar

Weiterführendes#

Quellen#

  • AEIOU
  • ORF
  • Internet Movie Database
  • DIE FURCHE
  • OTS Presseaussendung
  • Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, 1992



Redaktion: K. Ziegler