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Manner, Carl#


* 18. 7. 1929, Wien

† 19. 4. 2017, Wien


Josef Manner & Comp. AG
(Aufsichtsratsvorsitzender und Enkel des Firmengründers Josef Manner)


Carl Manner
Dr. Carl Manner
Fotocredit: Manner/Noll

Carl Manner wurde am 18. Juli 1929 in Wien geboren, studierte Mathematik und Physik, legte 1951 die Lehramtsprüfung ab und promovierte 1952 zum Dr. phil.

Im darauffolgenden Jahr trat er in das Familienunternehmen Manner ein und setzte die Tradition des Firmengründers, seines Großvaters Josef Manner I., fort.

(Firmengründer Josef Manner hatte das Haus seiner Eltern Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Schokoladenfabrik umgebaut; 1898 kam die fünffach-geschichtete Waffel mit der Schokocreme auf den Markt: Neapolitaner Schnitte No. 239. Das rosa Packerl Schnitten gehört seither zu Wien und Österreich wie Stephansdom und Fiaker. Bis heute werden in Wien-Hernals Backwaren produziert - bis zu 100 Tonnen täglich. Bereits 1913 wandelte Manner die Firma in eine Aktiengesellschaft um und ging an die Wiener Börse.)

1959 erhielt Carl Manner die Prokura, 1979 wurde er in den Vorstand berufen, 1995 zum Vorstandsvorsitzenden bestellt, seit 2008 ist er Aufsichtsratsvorsitzender.

Unter Carl Manners Führung gewann die Süßwarenfabrik aus dem 17. Wiener Bezirk international an Bedeutung und konnte sich als österreichische Vorzeigemarke etablieren. Übernahmeangebote lehnte Manner stets ab, auch vom Lebensmittelmulti Nestlé.

Mit der Eingliederung der Firmen Napoli, bekannt für die "Dragee Keksi", und Casali, dem Hersteller der "Rum-Kokos-Kugeln" und Schoko-Bananen, wurde Manner 1970 Marktführer in Österreich. 1996 erfolgte die Übernahme von Walde Candita, vier Jahre später wurde die Victor Schmidt & Söhne GmbH mit "Ildefonso" und den "Austria Mozart-Kugeln" übernommen.

Als Carl Manner ins Unternehmen eintrat, wurden 3.000 Tonnen Süßwaren jährlich hergestellt – 2009 waren es 48.000 Tonnen, die unter den Marken Manner, Casali, Napoli, Ildefonso und Victor Schmidt produziert werden. Damit ist die Josef Manner & Comp. AG der größte rein österreichische Süßwarenhersteller.

(Manner produziert ausschließlich in Österreich. An den zwei Standorten, dem Stammwerk Wien im 17. Bezirk und dem Zweigwerk Wolkersdorf in Niederösterreich, sind etwa 700 Mitarbeiter beschäftigt. Hier werden die beliebten Süßwaren produziert, die in mehr als 50 europäische und außereuropäische Länder exportiert werden. Im Geschäftsjahr 2015 betrug der Umsatz der Josef Manner & Comp AG 191,94 Millionen Euro.)

2007 gab Carl Manner den Vorstandsvorsitz auf und war seither im Aufsichtsrat der Josef Manner & Comp. AG tätig - er kam auch mit über 85 Jahren noch täglich ins Büro.

Carl Manner sponsorte seit mehr als 30 Jahren einen Steinmetz der Wiener Dombauhütte, der in seiner rosafarbenen Berufskleidung als "Manner-Mann" bekannt ist. Zum Dank für seine großzügige Unterstützung erhielt Carl Manner 2004 die höchste Auszeichnung der Erzdiözese, den Stephanus-Orden in Gold. Carl Manner zeigt sich aber auch als großzügiger Spender in der Flüchtlingshilfe.

2014 wurde er mit dem Award des Internationalen Marken-Kolloquiums geehrt. Die Auszeichnung würdigt die "herausragenden Leistungen zur Förderung der Marke und der Marken-Führung des Spezialisten für Waffeln, Schaumzuckerwaren und Dragees".


Dr. Carl Manner starb am 19. April 2017 im Alter von 87 Jahren in Wien.
(Carl Manner Ziel war es immer, obwohl er selbst nie verheiratet war und keine Kinder hatte, das Unternehmen weiter im Besitz der Familien Manner, Riedl und Andres zu halten, die knapp 90% der Anteile besitzen. Er hat daher auch gesorgt, dass seine Aktien nach seinem Tod in seine Stiftung übergehen, die bereits einen Teil der Aktien hält.)

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • großes silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1999
  • Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft, 2003
  • Stephanus-Orden in Gold (höchste Auszeichnung der Erzdiözese Wien), 2004
  • Award des Internationalen Marken-Kolloquiums, 2014
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 2015

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl