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Schwager, Irma#

* 31. 5. 1920, Wien

† 29. 6. 2015, Wien


Widerstandskämpferin, Feministin


Irma Schwager wurde am 31. Mai 1920 in Wien als Irma Wieselberg geboren und wuchs im zweiten Wiener Bezirk auf, wo ihre politisch engagierten jüdischen Eltern eine Greißlerei besaßen.

Politisch sozialisiert wurde sie schon als Schülerin in der Gegnerschaft zum autoritären Ständestaat. Nach dem "Anschluss" 1938 flüchtete sie nach Belgien und von dort nach Frankreich, wo sie zunächst interniert wurde, ehe sie sich – nach mehreren Fluchtversuchen - der Résistance anschließen konnte.

In der TA (Travail-Anti-Allemand) betätigte sie sich als Susanne Berger aktiv an der sogenannten "Mädelarbeit". Die Aufgabe dieser mutigen jungen Frauen war es, deutsche Soldaten kennenzulernen und sie von der Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des Krieges durch Gespräche und Überreichen von Agitationsmaterial zu überzeugen.

Ihre in Österreich zurückgebliebenen Eltern und zwei ihrer Brüder fielen 1941/42 dem Holocaust zum Opfer.


Nach der Befreiung 1945 konnte sie mit ihrem Ehemann, dem Spanienkämpfer Zalel Schwager, und ihrer Tochter (1943 geboren) nach Wien zurückkehren.

Ab den 1950er Jahren war sie in der österreichischen Frauenbewegung tätig, schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war sie in der KPÖ politisch tätig. Die eigentliche politische Arbeit kam mit ihrer Arbeit im Bund Demokratischer Frauen Österreichs (BDFÖ): hier war sie zunächst Sekretärin, 1972 wurde sie Vorsitzende und 1989 Ehrenvorsitzende der Organisation.

Schwerpunkte der politischen Arbeit im BDFÖ waren die Respektierung der Berufstätigkeit von Frauen, die Gleichberechtigung, die Forderung nach einem reformierten Familienrecht oder auch die Fristenlösung. Durch die Erfahrung des Krieges trat man im BDFÖ ganz besonders für Frieden und gegen Krieg und Faschismus ein.

Besondere Bedeutung hat für den BDFÖ der Internationale Frauentag am 8. März, der nach wie vor jedes Jahr organisiert wird.


Von 1992 bis 1996 war Irma Schwager Präsidentin und seither Ehrenpräsidentin der Gesellschaft Österreich-Vietnam (während der US-Bombardements 1971 hatte sie Hanoi besucht und in Österreich eine Reihe von Solidaritätsaktionen für die Opfer des chemischen Krieges initiiert).

2005 wurde Irma Schwager im Rahmen von "1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005" (www.1000peacewomen.org) für den Friedensnobelpreis nominiert.

Sie war auch immer wieder als "Zeitzeugin" unterwegs und - trotz ihres hohen Alters - eine unermüdliche Kämpferin für den Frieden und hartnäckige Verfechterin von Gleichbehandlung und Frauenrechten.

Irma Schwager starb am 29. Juni 2015 im Alter von 95 Jahren in Wien.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl


Sie war im Bund Demokratischer Frauen, einer überparteilichen Organisation, nicht in der Österreichischen Frauenbewegung, einer Vorfeldorganisation der ÖVP tätig. (siehe Alfred Klahr Gesellschaft
--Gruber Karl, 2011-12-09

-- Gruber Karl, Freitag, 9. Dezember 2011, 16:09