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Stock, Karl#

* 1937, Graz
† 10. 6. 2022, Graz


Bibliothekar
Bibliographie-, Ex Libris- und Linolschnittexperte


Karl Stock
Karl Stock

Karl Stock wurde 1937 in Graz geboren.


1959 wurde er Mitarbeiter der Universitätsbibliothek Graz, 1969 promovierte er zum Dr. der Staatswissenschaften und wurde 1974 Bibliotheksdirektor der Technischen Universität Graz.


Karl Stock hat sich in den letzten 50 Jahren in seiner Freizeit in Theorie und Praxis intensiv mit der Exlibris-Kunst beschäftigt.


Diese Exlibris-Kunst - mit dem Aufkommen der digitalen Medien etwas in Vergessenheit geraten - erlebt jetzt wieder einen Aufschwung.

Mit der Erfindung des Buchdrucks hatte sich das Bucheignerzeichen zuerst als Wappen-Exlibris, dann als künstlerisch gestaltete Kleingraphik etabliert.

Karl Stock hat selbst an die 90 Exlibris in der Technik des Linolschnitts und zahlreiche Monotypien geschaffen, die 2007 in einer Sonderausstellung zu seinem 70. Geburtstag in der Steiermärkischen Landesbibliothek präsentiert wurden.

Gemeinsam mit Rudolf Heilinger und Marylène Stock veröffentlichte Karl Stock ab 1976 eine "Bibliographie österreichischer Bibliographien, Sammelbiographien und Nachschlagewerke".


1997 ging Hofrat Dr. Karl F. Stock in Pension und widmete sich nun ganz den Bibliographien, seiner Exlibris-Sammlung und den Linolschnitten. Er war ein unermüdlicher Unterstützer des Austria-Forums und ein wichtiges Mitglied des Editrial-Baords. Er wird sehr fehlen.

Der Stand der umfangreichen bibliographischen Datenbanken lautete 2009:

  • Personalbibliographien 72.000
  • Einträge Exlibris-Literatur 46.000
  • Einträge Holz- und Linolschnitt-Literatur 4300 Einträge
  • "Elsässer in Österreich - Österreicher im Elsaß" 2900 Einträge

Werke, Veröffentlichungen, Projekte (Auswahl)#

Linolschnitt, TU Graz
Linolschnitt des Hauptgebäudes der Technischen Universität Graz
© Karl Stock

Zusammenstellung von Hofrat Stock, Februar 2016, Siehe Web-Book
Zusammenstellung von Hofrat Stock, Februar 2016
Siehe Web-Book

  • 1957: Beginn von Linolschnittarbeiten, bis 2003 rund 340 Linolschnitte, darunter auch Farblinolschnitte
  • 1962: Beginn der Arbeiten an der "Bibliographie österreichischer Bibliographien, Sammelbiographien und Nachschlagewerke"
  • 1964: Erste Versuche mit Monotypien, bis 2003 über 400 Monotypien
  • 1972: Veröffentlichung der "Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller" beim Verlag Dokumentation (K. G. Saur, München)
  • 1974: "Grundlagen und Praxis der Bibliotheksstatistik" bei K. G. Saur, München
  • 1976: Beginn der laufenden Publikation "Bibliographie österreichischer Bibliographien - Abt. 1: Bundesländerbibliographien"
  • 1979: Beginn der elektronischen Bibliographie-Produktion mit dem eigenen Programmsystem BIBLIOGRAMM
  • 1985: Zweite Auflage der "Einführung in die elektronische Datenverarbeitung für Archivare, Bibliothekare und Dokumentare" bei K. G. Saur, München
  • 1987: Beginn der Publikation "Personalbibliographien österreichischer Persönlichkeiten" - Bd 1. 1987 - Bd 17.2003
  • 1993-1995: Betreuung des Projektes "Automation der Parlamentsbibliothek"
  • 2002: Veröffentlichung der "Personalbibliographien österreichischer Dichterinnen und Dichter" in 4 Bänden bei K. G. Saur, München

Ausstellungen (Auswahl)#

  • 1979: Erste Ausstellung von Linolschnitten und Monotypien in Graz-Gösting
  • 1983: Ausstellung in der Galerie im Stüberl im Rechbauerkino in Graz
  • 1985: zweite Ausstellung in der Galerie im Stüberl Galerie im Stüberl
  • 1988: Ausstellung in Linz im Club der Begegnung
  • 1989: Ausstellung im Krainerhaus in Graz
  • 1993: Ausstellung in den Räumen der Firma Minerva in Wien
  • 1994: Ausstellung in der Aula der Technischen Universität Graz
  • 1995: Ausstellung in der Universitätsbibliothek Göttingen
  • 1996: Ausstellung in Congress Innsbruck
  • 1997: "Kalligraphische Finissage" in der Hochspannungshalle der TU Graz
  • 1999: Ausstellung in der Österreichischen Nationalbibliothek
  • 2000: Ausstellung im Rahmen der Leipziger Buchmesse und des Bibliothekskongresses 1997
  • 2007: "Exlibris 1960-2006" in der Steiermärkischen Landesbibliothek

Auszeichnung#

Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2020 für Dr. Karl F. Stock#

Urkunde: Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2020
Urkunde: Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2020

Die neben der Ernennung zum Ehrenmitglied oder zum Ehrenpräsidenten höchste Auszeichnung, die die DEG zu vergeben hat, ist die Verleihung der vom DEG-Ehrenpräsidenten Paul G. Becker gestifteten Walter-von-Zur-Westen-Medaille, im Gedenken an den langjährigen Präsidenten des Deutschen Exlibris-Vereins Walter von Zur Westen. Seit 1988 nunmehr zum 19. Mal für besondere Verdienste um die Exlibris-Bewegung verliehen, geht sie 2020 an Dr. Karl F. Stock. Er ist nach Dr. Ottmar Premstaller, der die Auszeichnung 1995 erhielt, der zweite Österreicher, dem der DEG-Vorstand die Medaille zuspricht. Dr. Stock wurde 1937 in Graz geboren und ergriff nach dem Ablegen der Matura 1959 den Beruf des Bibliothekars, der zugleich Berufung werden sollte. 1969 zum Dr. der Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) promoviert, leitete er von 1974 bis zu seiner Pension 1997 als Direktor die Bibliothek der Technischen Universität seiner Heimatstadt Graz. Schon seit 1957 betätigte sich der spätere Bibliothekar als Linolschnittkünstler, seit 1960 beschäftigte er sich mit Exlibris. Im Laufe der Zeit schuf er rund 470 Linolschnitte und ca. 400 Monotypien; unter seinen Arbeiten befinden sich mehr als 100 Exlibris. Seit 2004 Mitglied der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, ist er mit einer Auswahl seiner Bücherzeichen in der Künstler-Galerie auf der DEG-Website vertreten.

Die Ehrung mit der Walter-von-Zur-Westen-Medaille erfolgt v. a. in Würdigung der Arbeiten Dr. Stocks als bedeutender Bibliograph. Neben den seit 1962 z. T. gemeinsam mit Rudolf Heilinger und Marylène Stock erarbeiteten umfangreichen Datenbanken, etwa den Personalbibliographien österreichischer Persönlichkeiten und der Bibliographie der Bundesländerbibliographien Österreichs, hat er der Exlibriswelt mit seiner seit 1997 entstandenen Bibliographie der Internationalen Exlibris-Literatur eine Datensammlung zur Verfügung gestellt, die alle jemals in gedruckter Form publizierten oder im Internet veröffentlichten Verzeichnisse zur Exlibris-Literatur bei Weitem übertrifft. 2020 enthielt diese online gestellte Datenbank mehr als 65.000 Datensätze, davon über 32.000 Künstlerdatensätze; allein die deutsche Exlibris-Bibliographie kommt auf 13.688 Datensätze, davon 5667 Künstlerdatensätze. Auszüge aus den Bibliographien hat Dr. Stock mehrmals auch in Printform veröffentlicht, etwa 2004 bei Saur in München: Österreichische Exlibris-Bibliographie 1881–2003; in Graz 2005: 110 Jahre japanische Exlibris-Literatur in europäischen Sprachen und Exlibris-Zeitschriften; 2010: Schweizer Exlibris-Künstler von A–Z; 2011: Verzeichnis der Exlibris-Künstlerinnen; 2012: Werkverzeichnis der Exlibriskünstler (749 S. mit rund 27.500 Namen und Lebensdaten, soweit ermittelt); 2017: Quintessenz der internationalen Exlibris-Literatur (3. Bde., 1418 S.). Ein gewaltiges Werk, in dem nach eigener Schätzung vielleicht die Hälfte der bislang weltweit erschienenen Exlibris-Literatur erfasst sein mag. (Zu den vermutlich über 120.000 gedruckten Arbeiten zum Exlibris zählt z. B. die große Anzahl von Aufsätzen, die in den mehr als 300 z. T. über mehrere Jahrzehnte hinweg herausgegebenen Exlibris-Zeitschriftenreihen der Exlibrisvereine erschienen sind). Die in ihren Ausmaßen schier unfassbare Arbeit Dr. Stocks bildet eine – oftmals unverzichtbare – Forschungsgrundlage für viele Autoren, die sich mit der Exlibris-Geschichte und ihren Protagonisten befassen. Weit über bloße Angaben zu Fundstellen hinausgehend liefert sie Personendaten (AutorInnen, KünstlerInnen, EignerInnen), kurze Inhaltsbeschreibungen, Verweise zu Ländern, Themen, Motiven usw. Ohne Dr. Stocks Leistung wären so manche Erkenntnisse über Exlibris kaum je ans Licht gekommen.

Lieber Herr Dr. Stock, die DEG freut sich sehr, Ihnen die Walter-von-Zur-Westen-Medaille 2020 gemeinsam mit der von Joke van den Brandt vorzüglich gestalteten zugehörigen Urkunde zu überreichen. Ganz herzlichen Glückwunsch!

Dr. Henry Tauber
Präsident der DEG, im Namen des DEG-Vorstands
Altena, 15. Oktober 2020


Quellen, Hinweis#


Redaktion: I. Schinnerl

Ehrenamtliche Mitarbeit am Austria-Forum als Mitglied des Editorial Boards#

Karl Stock hat eine Anzahl seiner Bücher dem Austria-Forum zur Verfügung gestellt, aber auch sonst tatkräftig mitgewirkt:

Bücher, die jetzt auch im Austria-Forum sind:#

Beiträge#