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Die Kölnbreinsperre - Höchste Staumauer Österreichs#

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"Heimatlexikon - Unser Österreich"
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Malatasperre
Kölnbreinsperre
Foto: Österreich Werbung / Bohnacker

Die Kölnbreinsperre ist die höchste Staumauer Österreichs und eine herausragende Ingenieursleistung: 200 Meter hoch und 626 Meter breit ist das Bauwerk in Kärntner Maltatal.

Sowohl in Längsrichtung als auch vertikal weist die Talsperre eine Krümmung auf. Diese doppelte Gewölbekrümmung garantiert höchste Belastbarkeit – in Anbetracht des enormen Drucks von 200 Millionen Kubikmetern Wasser unabdingbar.

Ein Labyrinth aus Tunneln und Kontrollgängen (zum Teil bei Führungen zu besichtigen) führt durch das gesamte Bauwerk. Jeder Riss kann die Stabilität der Staumauer gefährden, überwachen 2500 Messstellen permanent Veränderungen im Millimeterbereich.

Geschichte:

Ab 1957 untersuchten Geologen Untergrund und Talflanken am vorgesehenen Standort der Kölnbreinsperre. Bis zu 80 m tiefe Bohrungen wiesen das Gestein als stabile Basis und Widerlager für die größte Talsperre Österreichs aus, die in den Jahren 1971 bis 1978 aus 1,6 Mio m³ Beton gegossen wurde: Eine horizontal und vertikal gekrümmte Gewölbemauer, die wie eine um 90 Grad gekippte, flache Kuppel gegen den festen Fels verspreizt ist.

Gang in Staumauer
Überwachungsgang in der Kölnbreinsperre
Foto: Florian Fuchs

Dieses Gestaltungsprinzip kommt mit erheblich weniger Beton aus, als jedes andere Stauwerk von gleicher Stabilität (die annähernd dem sechsfachen Druck des Wassers bei Vollstau standhält) und spart damit auch Baukosten. 1979 erreichte der Kölnbreinspeicher erstmals den Vollstau, der die Talsperre durch den Wasserdruck einer Gesamtkraft von 5,4 Mill. Tonnen aussetzt und an der Sperrenkrone projektsgemäß um 12 cm talauswärts verformte.

1978 signalisierten rund 400 eingebaute Messstellen Probleme: Wasser drückte durch Risse an der Basis der höchsten Sperrenblöcke. Ursache nach Urteil der Experten war eine Überbeanspruchung des Sperrenbetons durch einen unerwartet hohen Unterschied im Verformungsverhalten von Talsperre und Gebirge.

In einem aufwendigen Verfahren wurde die Mauer von 1989 bis 1992 nach einem Projekt des Schweizer Sperrenexperten Giovanni Lombardi und nach Genehmigung durch die Staubeckenkommission saniert: Auf der Talseite wurde ein 65 m hohes und 70 m breites Stützgewölbe aus 500.000 m³ Beton und 150.000 m³ Schüttgut errichtet. Die wasserseitig gelegenen Risse wurden mit Zement-und Kunstharzinjektionen abgedichtet. Der luftseitig angeordnete Vorbau entlastet die Sperre um etwa 22 Prozent des bei Vollstau wirkenden Wasserdruckes. Mit dieser Sanierung stiegen die Baukosten für die Kraftwerksgruppe Malta um zusätzliche 2 Mrd. Schilling (etwa 145 Mio. Euro). Am 4. Oktober 1993 wurde schließlich wieder der Vollstau auf Höhenkote 1.902 m erreicht – und alle bis dahin auf 2.500 erweiterten Messstellen der Talsperre zeigten Stabilität des Bauwerkes an.

Bedeutung für die Energiewirtschaft

Malta-Stausee mit Blick auf Ankogel
Kölnbreinstausee mit Ankogel im Hintergrund
Foto: Florian Fuchs
Die Flexibilität des großen Speichers ist das wichtigste Qualitätsmerkmal der Kraftwerksgruppe Malta (von der die Kölnbreinsperre nur ein Teil ist).

Während 91 Prozent des Wasserangebotes im Sommerhalbjahr und nur neun Prozent im Winterhalbjahr anfallen, kann durch die Jahresspeicherung der Erzeugungsanteil im Winterhalbjahr von den „natürlichen neun Prozent auf 78,3 Prozent erhöht werden. Durch Pumpungen ist ein weiterer Ausgleich von Bedarf und Angebot möglich. Bei eine solchen Wälzbetrieb kann während der Nacht Wasser aus der Möll in die Speicher der Hauptstufe und vom Speicher Galgenbichl in den Speicher Kölnbrein hochgepumpt werden, um dann zu Spitzenlastzeiten abgearbeitet zu werden. Die Leistungsspanne zwischen 406 Megawatt Pumpleistung und 891 Megawatt Turbinenleistung beträgt damit insgesamt 1.297 Megawatt bzw. rund zwölf Prozent der Lastspitze in Österreich. Damit kann durch das KW Malta die elektrische Leistung im Verbundnetz rasch dem jeweiligen Bedarf angepasst werden. Aufgrund der hohen Leistung und der raschen Verfügbarkeit ist Malta in der Lage, bei Ausfällen von Kraftwerken, nicht nur in Österreich, sondern auch über die Grenzen hinaus, wertvolle Hilfestellung zu geben.

Anderes

Der Fluss Malta , der im Südosten des Kölnbreinspeichers (östlich der Ankogelgruppe) entspringt mündet nach 36 km in Gmünd (741 m) in die Lieser. Ab Koschach - die nähere Umgebung heißt hier Brandstatt - weitet sich das Hochgebirgstal (vor allem Almen und Hütten) und macht intensiverer Landwirtschaft und Siedlungen Platz. Der Hauptort am Unterlauf ist Malta (843 m).

Malta-Fallbach.jpg
Fallbach Wasserfall
Foto: Österreich Werbung/Jezierzanski
Im Maltatal steht das Naturerlebnis im Mittelpunkt: der Nationalpark Hohe Tauern, viele Wasserfälle - darunter der höchste Wasserfall Kärntens, der "Fallbach" mit 200 m Fallhöhe - und viele Erlebniswege, Wanderrouten, Alpin- und Klettertouren sind ein Erlebnis... und der Besuch der Kölnbreinsperre eine Attraktion anderer Art.

Die 14,4 km lange Malta Hochalmstraße führt mit 9 Kehren und 6 Tunnel durch das "Tal der stürzenden Wasser".

Entlang der Straße gibt es zahlreiche Erlebnispunkte ("Malteiner Wasserspiele", "Blaue Tümpfe", "Maralmbachfall").

Die Gemeinde Malta (Bezirk Spittal an der Drau) liegt im Maltatal (begrenzt von Reißeckgruppe, Hauptkamm der Hohen Tauern, Reitereck). Ein Teil des Gemeindegebiets gehört seit 1987 zum Nationalpark Hohe Tauern.

Die Gegend war bereits zur vorrömischen Zeit besiedelt, urkundlich erwähnt wurde zwischen 957 und 992 ein "locus malontina".

Quellen#


Redaktion: Hermann Maurer