Würstelstand#

©IMAGNO, Foto: Barbara Pflaum
Der Würstelstand ist die Wiener Variante einer Imbisshütte. Die meisten haben bis spät in die Nacht geöffnet. Das Standardangebot umfasst Frankfurter, Debreziner, Käsekrainer, Burenwurst ("Bauernwurst") oder Leberkäse. Als Beilagen gibt es Senf, Kren, Zwiebel oder Essiggurkerl. Auch alkoholische und Erfrischungsgetränke sind zu haben. Die Würstelmänner der Zwischenkriegszeit waren mobil. Im Aufbau ihres Wagens erhitzten sie die Speisen und reichten die Getränke ihren Kunden, die an Ort und Stelle konsumierten.
Vorläufer der Wiener Würstelstände waren die Bratelbrater, die zu Marktzeiten und bei Kirchweihfesten in kleinen Bratöfen Würste zubereiteten. 1649 bestätigte der Wiener Magistrat ihre Bruderschaft. Um 1800 traten die Bratelbrater der Vereinigung der Selcher bei und betrieben bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Gewerbe. Als ältester Würstelstand gilt Leo’s Würstelstand, in der Nähe des einst legendären "Auge-Gottes" (Kino) Ecke Währinger Gürtel, Nussdorfer Straße. Er besteht seit 1928
In Wien gibt es laut "Branchenradar" derzeit (2025) rund 279 Würstelstände. Ihre Zahl ist den vergangenen zehn Jahren um 36 % gesunken. Sie haben durch Fast-Food-Ketten und Supermärkte, die billiger sind, Konkurrenz erhalten. Anders als bei diesen Verpflegungseinrichtungen handelt es sich um eine typische Wiener Institution. Es geht nicht nur um Essen und Trinken, sondern vor allem um die Kommunikation zwischen den BetreiberInnen und KundInnen. Einige Betreiber gründeten daher einen Verein zur Förderung der Würstelstandkultur und engagierten sich für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Dies erfolgte am 27. November 2024.
Quellen#
- Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997
- Elisabeth Hölzl (Hg.): Im Banne der Burenwurst. Wien 2001
Siehe auch: