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Breisky, Walter#


* 8. 7. 1871, Bern

† 25. 9. 1944, Klosterneuburg (Niederösterreich, Selbstmord)


Ministerialbeamter


Breisky stammte aus einer alten tschechischen Protestantenfamilie und war der Sohn eines Universitätsprofessors für Frauenheilkunde. Er studierte Jus und trat 1895 in den Dienst der niederösterreichischen Statthalterei. 1900 wechselte er in das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht, 1907 wurde er in das Ministerratspräsidium berufen, wo er ein enger Mitarbeiter von Ministerpräsident Baron Wladimir Beck wurde. Den Zusammenbruch der Monarchie 1918 hat der altösterreichische Verwaltungsbeamte nur schwer verwunden. 1919 wurde Breisky zum Sektionschef in der Staatskanzlei ernannt, wo er sich des besonderen Vertrauens von Staatskanzler Karl Renner erfreute. 1920 übernahm er das Staatssekretariat für Inneres und Unterricht, bis 1922 war er Vizekanzler und Unterrichtsminister. Kurzfristig übernahm Breisky auch das Heeresressort. Vom 26. auf den 27. Jänner 1922 fungierte er nach einer Regierungskrise für einen Tag als Bundeskanzler. 1923 übernahm er als Präsident das Bundesamt für Statistik (heute Statistisches Zentralamt); er war u. a. an der Gründung des "Österreichischen Instituts für Konjunkturforschung" beteiligt. 1931 musste er krankheitshalber in Pension gehen und zog sich völlig aus dem öffentlichen Leben zurück. 1944 wurde er wegen Hörens von "Feindsendern" denunziert und vorübergehend verhaftet, nach seiner Entlassung beging er Selbstmord.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992