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Herzmanovsky-Orlando, Fritz von#


* 30. 4. 1877, Wien

† 27. 5. 1954 auf Schloss Rametz bei Meran (Südtirol)


Fritz von Herzmanovsky-Orlando
Fritz von Herzmanovsky-Orlando
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek

Der Künstler, der aus altem österreichischem Offiziers- und Beamtenadel stammte, war eine vielseitige Begabung. Er hatte als Externist das Gymnasium des k. k. Theresianums besucht und an der Technischen Hochschule in Wien Architektur studiert. Danach wirkte er eine Zeitlang als Stadtbaumeister. Schon in den frühen 1890er Jahren schuf der geniale Autodidakt meisterhafte Zeichnungen, Holzschnitte und Radierungen, von denen ein Teil 1927 im Berliner Glaspalast ausgestellt wurde. Er war aber auch ein skurrilphantastischer, der Tradition des österreichischen Barock verhafteter Fabulierer, der in seinen Romanen und Erzählungen die k. u. k. Monarchie auf seine spitze Feder spießte. Die eigenwilligen, parodistischen Werke blieben allerdings zu seinen Lebzeiten nahezu unbekannt. So war sein Roman "Der Gaulschreck im Rosennetz" (1924) ein kommerzieller Fehlschlag. Diesem ersten Band einer geplanten österreichischen Trilogie folgten später "Maskenspiel der Genien" und "Scoglio Pomo oder Rout am Fliegenden Holländer", die unveröffentlicht blieben. Erst die (umstrittene) Bearbeitung seines Nachlasses durch Friedrich Torberg machte den Schriftsteller populär. Sein Theaterstück "Kaiser Josef und die Bahnwärterstochter" wurde 1957 uraufgeführt. 1957-1963 gab Torberg die "Gesammelten Werke" in 4 Bänden heraus. Eine historisch-kritische Ausgabe des Gesamtwerkes, das sich im Brenner-Archiv in Innsbruck befindet, ist in Bearbeitung. Herzmanovsky-Orlando war mit Alfred Kubin befreundet und stand u. a. mit Adolf Josef Lanz-Liebenfels in Briefwechsel.

Literatur#

  • E. Hilger/M. Kopriva (Hg.), Herzmanovsky-Orlando (1984)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992